DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

CIO Hougan glaubt, dass der Einfluss von Strategy auf Bitcoin schwindet und das große Kapital erst noch kommt

Technologie

Am Montag dieser Woche gab Strategy, der mit Abstand größte börsennotierte Bitcoin-Halter, bekannt, 3.588 BTC verkauft zu haben, um Dividenden an die Halter der Vorzugsaktien auszuschütten. Dieser Schritt folgte, nachdem die Stammaktie (MSTR) sowie die Vorzugsaktien erheblich unter Druck geraten waren. Das zentrale Produkt STRC, dessen Kurs eigentlich bei 100 US-Dollar stabil gehalten werden soll, kostete im Tief nur noch etwas mehr als 70 US-Dollar. Das Problem an der aktuellen Situation rund um Strategy ist, dass die schwierigen Marktbedingungen eigentlich keine weiteren BTC-Käufe zulassen. Denn die MSTR-Aktie ist in Relation zu den BTC auf der Bilanz zu niedrig bewertet, um diese laut den eigenen Regeln für Bitcoin-Käufe emittieren zu können, während STRC immer noch weit unter der angepeilten 100-US-Dollar-Marke notiert, ab der erst die Neuausgabe am Markt erfolgen soll. Das Unternehmen investierte selbst in diesem Jahr noch teilweise über 1 Milliarde US-Dollar pro Woche in Bitcoin. Sollten sich die Kurse der Wertpapiere von Strategy aber nicht wieder deutlich erholen, ist sogar mit weiteren Verkäufen zu rechnen, um die aufs Jahr gerechnet 1,76 Milliarden US-Dollar an Dividendenzahlungen zu leisten. Am Montag vergangener Woche stellte Strategy ein neues Framework vor, das Bitcoin-Verkäufe autorisiert. Bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar an BTC können veräußert werden, um die 2,55 Milliarden US-Dollar schwere Cash-Reserve zu vergrößern. Dazu zählen nicht die BTC, die für die laufenden Zahlungsverpflichtungen oder die Rückkäufe der eigenen Wertpapiere für bis zu 2 Milliarden US-Dollar abgestoßen werden können. Matt Hougan, „Chief Investment Officer (CIO)“ von Bitwise Invest, einem Vermögensverwalter mit eigenem Bitcoin-Spot-ETF, äußerte sich in dieser Woche in gleich mehreren Interviews zu den aktuellen Entwicklungen rund um Strategy und Bitcoin. Laut ihm dürften wir „Peak Strategy“ bereits gesehen haben. In anderen Worten: Die Zeit, in der das von Michael Saylor gegründete Unternehmen eine so große Relevanz für den Bitcoin-Kurs hatte, scheint vorbei zu sein. Diese These begründet er in einem Gespräch auf dem Kanal „Milk Road“ zum einen damit, dass sich Bitcoin im Großen und Ganzen unbeeindruckt zeigte, als Strategy vor zwei Wochen erheblich unter Druck geraten war. Zudem fühlt er sich dadurch bestätigt, dass BTC am Montag, nachdem Strategy den verhältnismäßig großen Verkauf bekanntgab, nur kurz einknickte und den Tag anschließend mit einem Kursplus beendete. Meine Sichtweise war, dass Strategy in den vergangenen Jahren ein dominierender Faktor für Bitcoin gewesen ist. Strategy war der größte Käufer – und ich denke, diese Zeiten sind vorbei. Heute ist das Unternehmen meiner Einschätzung nach eher ein neutraler Faktor. Ich würde dabei auf zwei Dinge verweisen, die ich in den vergangenen Tagen beobachtet habe. Erstens: Als der Stress rund um Strategy seinen Höhepunkt erreichte – als STRC auf 74 bis 75 US-Dollar fiel und die Strategy-Aktie sogar unter dem Nettoinventarwert handelte –, war der Stress maximal. Bitcoin hat darauf aber überhaupt nicht reagiert. Der Bitcoin-Kurs bewegte sich kaum. Ich glaube, STRC lag zeitweise zweistellig im Minus, Strategy ebenfalls – und Bitcoin blieb unverändert. Das hat etwas ausgesagt: Strategy hat nicht mehr die Kontrolle über Bitcoin. Und als Strategy dann tatsächlich Bitcoin verkaufte, ist Bitcoin auf diese Nachricht hin sogar gestiegen. Matt Hougan, Bitwise-CIO Hougan ordnet den Verkauf zudem als positiv ein. Denn seiner Meinung nach war eine große Sorge im Markt, dass Strategy auf Teufel komm raus weitere Bitcoin kaufen würde, wodurch die Risiken von „Zwangsverkäufen“ zugenommen hätten. Strategy zeigte mit dem Verkauf, ein „rationaler Akteur“ zu sein, so Hougan. Dies habe sich positiv auf den Bitcoin-Kurs ausgewirkt. Die Marktteilnehmer haben daraufhin die Wahrscheinlichkeit heruntergestuft, dass Strategy zu einem späteren Zeitpunkt in eine erzwungene Stress-Liquidation geraten könnte. Deshalb ist Bitcoin auf die Nachricht hin leicht gestiegen. Matt Hougan, Bitwise-CIO Der Bitwise-CIO glaubt dennoch, dass Strategy relevant bleiben wird und sich STRC sowie MSTR bei einem steigenden Bitcoin-Kurs deutlich erholen werden, was dann auch wieder größere Käufe ermöglichen würde, wie er in einem anderen Interview betonte. Ich denke, es ist gut, wenn [Saylor] eine Zeit lang nicht kauft. Schauen Sie: Wenn die Kurse stark steigen und wir wieder auf 100.000 US-Dollar [pro BTC] kommen, könnte es sein, dass Strategy wieder mit einem Aufschlag gehandelt wird. Vielleicht steigt auch STRC wieder in Richtung 100 US-Dollar, und dann kauft er möglicherweise wieder mehr Bitcoin. Aber es wird nicht mehr in dem Ausmaß passieren, in dem er in den vergangenen Jahren gekauft hat. Und das wollen wir auch gar nicht. Wir wollen nicht, dass Strategy 2 Millionen Bitcoin besitzt. Matt Hougan, Bitwise-CIO Hougan ist aber alles andere als überzeugt, dass dies zwangsläufig negativ für Bitcoin sein würde. Um diesen Punkt zu untermauern, erklärt er, dass es in der Geschichte des Assets immer zentrale Käufer gab, die irgendwann in ihrer Relevanz von anderen abgelöst wurden. Er verweist dabei unter anderem auf das börsengehandelte Produkt GBTC, das bis zum Bullenmarkt 2021 insgesamt rund 600.000 BTC aufsaugte. Mittlerweile ist GBTC nach der Umwandlung nur einer von vielen US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs. Außerdem seien früher zunächst Cypherpunks und dann Kleinanleger die treibende Kraft gewesen, während sie heute kaum noch eine Rolle spielen würden. Die Geschichte von Bitcoin ist im Grunde die Geschichte davon, dass der jeweils größte Käufer den Staffelstab an die nächste Kapitalgruppe weitergibt. Vor Strategy war es GBTC, das eine enorme Menge Bitcoin gekauft hat. Ich glaube, sie kamen auf etwa 600.000 Bitcoin oder irgendeine absurde Zahl in dieser Größenordnung. Vor GBTC waren es US-amerikanische Privatanleger. Vor den US-Privatanlegern waren es asiatische Privatanleger. Und vor den asiatischen Privatanlegern waren es die Cypherpunks. Und selbst wenn man ganz an den Anfang zurückgeht, fragten sich die Leute damals: „Wer soll denn sonst noch kaufen? Jeder Cypherpunk ist doch bereits in Bitcoin investiert. Wer ist der nächste marginale Käufer?“ Matt Hougan, Bitwise-CIO Laut dem Bitwise-CIO sei die nächste große Käufergruppe die der institutionellen Investoren – also Pensions- und Staatsfonds, Stiftungen, Versicherungen, Banken, Vermögensverwalter und Co. Tatsächlich haben schon Staatsfonds aus Abu Dhabi oder Luxemburg in Bitcoin-Spot-ETFs investiert, während sogar Elite-Unis wie Harvard oder Brown BTC in ihren Portfolios halten. Hougan scheint durch seine Arbeit bei Bitwise Invest aber noch tiefere Einblicke darin zu haben, wer noch in den Startlöchern steht. Er und seine Kollegen treffen sich laut eigener Angabe nämlich täglich mit Finanzberatern oder Staatsfonds, die Interesse an BTC haben. Das Gute an der aktuellen Situation ist: Wir wissen, wer der nächste marginale Käufer ist. Es ist der Endgegner des Investierens: institutionelles Kapital. Dabei sprechen wir über Billionen und Aberbillionen US-Dollar. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass dieses Kapital in den Markt kommen wird. Tatsächlich treffen wir uns jeden Tag mit Finanzberatern, Kunden und Staatsfonds – und sie alle sind weiterhin an diesem Bereich interessiert. Das unterscheidet die heutige Situation fast von all den früheren Beispielen, bei denen wirklich die Frage im Raum stand, wer als Nächstes kommt. Während der Hochphase von GBTC haben wir nicht darüber gesprochen, dass Digital-Asset-Treasuries der nächste Treiber für Bitcoin sein würden. Damals fragten wir uns: Was kommt als Nächstes? Heute ist die Antwort klar: institutionelles Kapital. Ich denke, diese Investoren werden den Staffelstab übernehmen und damit loslaufen – beginnend gegen Ende dieses Jahres und mit einer Beschleunigung über mehrere Jahre danach. Ich glaube, das wird ein großartiger Bullenmarkt für Bitcoin. Matt Hougan, Bitwise-CIO Der Hauptpunkt von Matt Hougan ist also, dass sich der Bitcoin-Markt verändert und es immer wieder neue zentrale Player gibt, die als zentral für die Entwicklung angesehen werden. Die Historie von Bitcoin stützt diese Einordnung. Dennoch glaubt er nicht, dass Strategy in der Versenkung verschwinden oder gar kollabieren wird. Er rechnet lediglich mit weniger Käufen und entsprechend auch mit einem rückläufigen Fokus auf Michael Saylor beziehungsweise sein Unternehmen. Ob sich diese Prognose bewahrheitet, dürfte in erster Linie davon abhängen, ob der Markt das Unternehmen in besseren Phasen wieder mit einem großen Premium zu den gehaltenen BTC bewertet oder die Vorzugsaktien große Nachfrage erfahren werden. Vorstellbar ist letztlich auch seine These, dass die institutionelle Adoption erst noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Argument, das dafür spricht, ist, dass sich konservative Marktteilnehmer mit großen Geldern nicht von heute auf morgen auf eine vergleichsweise neue Anlageklasse stürzen. Doch sollte nur ein kleiner Teil des institutionellen Kapitals in Bitcoin umgeschichtet werden, so könnte dies erhebliche Kurssprünge auslösen. Der Vermögensverwalter BlackRock empfiehlt konservativen Anlegern bereits eine Allokation von 1 bis 2 %. Bitcoin ist im Gesamtkontext noch ein sehr kleines Asset, das gerade einmal weniger als 5 % der Marktkapitalisierung von Gold entspricht.

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