Claude Code fragt künftig seltener: „Darf ich das?“
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Der Auto Mode ist in Claude Code künftig standardmäßig für neue Sitzungen aktiviert: Die Änderung greift ab dem 14. August für Nutzer der Lizenzen Pro, Max und Team. In Folge arbeitet Claude Code bei Shell-, Git- und Tool-Aufrufen selbstständig, ohne bei jedem einzelnen Schritt um Erlaubnis zu bitten. Laut Anthropic ist der Auto Mode wenigstens genauso sicher wie die manuellen Freigaben durch den Anwender. Weiterlesen nach der Anzeige Bei Claude Code handelt es sich um ein KI-Werkzeug zum Entwickeln von Software. Bisher erfordern einige Aktionen eine aktive Freigabe durch Anwender. Der Auto Mode ersetzt die einzelnen Bestätigungen nicht durch einen uneingeschränkten Zugriff; vielmehr soll ein Klassifikator jeden Tool-Aufruf auf seine Sicherheit hin bewerten. Hierzu gehört, ob die Änderung potenziell irreversibel, destruktiv oder auf Ziele außerhalb der vorgesehenen Umgebung gerichtet ist. Im Zweifelsfall soll der Klassifikator einen als unsicher erkannten Schritt blockieren und entweder nach besseren Alternativen suchen oder vom Nutzer eine Freigabe anfordern. Außerdem stellt Claude Code automatisch auf manuelle Freigaben um, wenn es drei aufeinanderfolgende Blockierungen oder 20 Blockierungen in einer Sitzung gab. Anthropic empfiehlt in der Ankündigung explizit eine menschliche Prüfung bei Änderungen an produktiver Infrastruktur. Permission Fatigue bei den Anwendern Als Grund für die Umstellung nennt Anthropic die sogenannte Permission Fatigue der Nutzer. Damit ist gemeint, dass Anwender die Sicherheitsabfragen von Claude Code reflexhaft bestätigen würden – 97 Prozent der Nachfragen der KI würden abgenickt, nur 3 Prozent abgelehnt. Bei übergeordneten Planungsdialogen würden die Nutzer hingegen 39 Prozent der Vorschläge zurückweisen. Das Problem der Permission Fatigue ist so auch aus anderen Sicherheitsbereichen bekannt. Anthropic hat darüber hinaus eine kontrollierte Studie durchgeführt, laut der Menschen lediglich 13,6 Prozent absichtlich eingeschleuste Befehle erkannt hätten, die laut Anbieter klar gefährlich waren. Der Auto Mode habe hingegen 89 Prozent blockiert. Zudem hat Anthropic in einer Auswertung durch die eigene Safety-Pipeline markierter Sitzungen festgestellt, dass 6,3 Prozent der Sitzungen mit manueller Freigabe eine nicht ausdrücklich vom Nutzer angeforderte schädliche Aktion mit mindestens produktionsrelevant eingestufter Schadensschwere enthielten. Der Auto Mode kam im Vergleich auf einen Anteil von 2,4 Prozent. Mehrere Schutzmechanismen im Auto Mode Weiterlesen nach der Anzeige Im Rahmen der Ankündigung verweist Anthropic auf die Schutzmechanismen des Auto Mode. Hierzu zählen Hard Denies, die der Klassifikator nie selbst freigibt. Darunter fällt insbesondere eine mögliche Datenexfiltration, zum Beispiel das Kopieren von Quellcode an externe Ziele. Für Git-Aktionen zieht der Klassifikator außerdem den Kontext hinzu, um etwa nicht committete Änderungen berücksichtigen zu können. Bei Datenzielen prüft das System zuvor, ob das Ziel-Repository öffentlich, privat oder als vertrauenswürdig eingestuft ist. Auch ein Prompt-Injection-Screening wird im Auto Mode durchgeführt, um manipulierte Anweisungen zu erkennen. Anthropic versucht ebenfalls mit internen und externen Red-Teaming-Tests Vertrauen bei den Nutzern zu werben. Sie sollen zeigen, wie gut der Klassifikator im Auto Mode gezielt konstruierte Angriffe erkennt. Schwerer dürfte bei Unternehmen jedoch das Produktivitätsversprechen wiegen: Nutzer des Auto Mode sollen etwa 25 Prozent mehr Pull Requests abliefern, Anthropic verweist hier auf den Einsatz bei Adobe, Nuro, Gusto und Garner Health. Allerdings sagt die Menge der Pull Requests wenig über die abschließende Qualität aus; Angaben zu Durchlaufzeiten, Fehlerquoten, Review-Aufwand und Produktionsvorfälle fehlen in der Ankündigung. Die Umstellung auf den Auto Mode geschieht standardmäßig, sofern Kunden nicht zuvor eine andere Vorgabe eingestellt haben. Der Klassifikator verbraucht zwar zusätzliche Token, diese Zusatzkosten will Anthropic für die Tarife Pro, Max und Team ab sofort aber nicht mehr berechnen. Für Nutzer von Claude Enterprise, die Claude API sowie Claude Code über AWS, Amazon Bedrock, Google Cloud Agent Platform und Microsoft Foundry ändert sich aktuell nichts – Anthropic will sie jedoch im Laufe des kommenden Monats ebenfalls standardmäßig auf den Auto Mode umstellen.