Claude-Datenleck: Tausende Chats in Suchmaschinen gelandet
Eine einfache Suche mit dem Parameter „site:claude.ai/share“ lieferte am Wochenende tausende Chats von Claude-Nutzerinnen und -Nutzern zurück. Darin fanden sich auch vertrauliche Daten und Informationen. Inzwischen zeigt Google die Einträge mit dieser Suche nicht mehr. Weiterlesen nach der Anzeige Auf Reddit stieß ein User auf das Claude-Problem. Im Verlauf der Diskussion fanden die Teilnehmer auch Chats mit sensiblen Informationen. Etwa Krypto-Schlüssel zu Wallets fanden sich dort, oder eine Anfrage eines Anwalts, ob er sich wegen Fehlverhaltens selber anzeigen sollte, außerdem offenbar diverse Chats mit Sozialversicherungsnummern, was in den USA kritischer ist. Es ist derzeit unklar, in welchem Umfang private Chats dadurch öffentlich wurden. Zwar zeigt Google keine Ergebnisse mit dem Suchbegriff mehr an, Reddit-User berichten jedoch, dass zunächst etwa Bing oder die Suche des Brave-Browsers noch immer die Ergebnisse gefunden haben – in einer kurzen Prüfung zum Meldungszeitpunkt konnten wir das jedoch nicht nachvollziehen. Ein bekanntes Problem Offenbar ist die Problemursache dieselbe, die OpenAI mit ChatGPT im August des vergangenen Jahres erfahren hat: Es gibt eine Funktion zum Teilen von Chats, die einen öffentlichen Link erstellt. Neben der Link-Erstellung gab es eine Option „Make this chat discoverable“, also „mache diesen Chat auffindbar“. Die Option wurde damals anscheinend oft missverstanden. Anthropic bietet Einstellungsmöglichkeiten für die Privatsphäre unter „Einstellungen“ – „Datenschutz“ – „Geteilte Chats“ respektive „Geteilte Artefakte“; dort finden sich die freigegebenen Ressourcen. Auf Anfrage von heise online hat Anthropic erklärt, dass die Freigabe-Links nur auffindbar seien, wenn Nutzer sie selbst öffentlich teilen. Unsere Recherche ergab, dass so ein Vorfall schon mindestens einmal im vergangenen September passierte: Laut Forbes waren damals bereits Claude-Chats in den Suchmaschinen von Google und Microsoft auffindbar. Dort gab Anthropic ebenfalls an, dass sie Suchmaschinen aktiv am Crawlen der Seite hindern und Betroffene die Share-Links öffentlich zum Beispiel in sozialen Netzwerken gepostet haben sollen. Allerdings gaben die damals Betroffenen auf Nachfrage von Forbes an, die Links nicht öffentlich geteilt zu haben.