Clearingstelle pleite: Wer zahlt für Kranke ohne Versicherung?
Stand: 19.09.2026 08:17 Uhr
Die sogenannte Clearingstelle des Flüchtlingszentrums Hamburg hat zum zweiten Mal in diesem Jahr kein Geld mehr. Die Anlaufstelle kümmert sich um kranke Menschen ohne ausreichenden Versicherungsschutz.
Die Linksfraktion hatte Alarm geschlagen: Die Gelder des Notfallfonds der Clearingstelle seien aufgebraucht. Das erschwere jetzt die Behandlung von Menschen ohne Papiere beim Facharzt, sagte die flüchtlingspolitische Sprecherin Carola Ensslen (Linke). Auf Nachfrage von NDR 90,3 bestätigte die Sozialbehörde indirekt, dass die Mittel aufgebraucht sind. Sie verweist darauf, dass der Fonds in diesem Jahr bereits Gelder von rund 800.000 Euro von der Stadt bekommen habe - als freiwillige Leistung. Zusätzliche Mittel seien bisher nicht eingeplant.
Ärzte und Krankenhäuser bleiben auf Kosten sitzen
Bei der Arbeit der Clearingstelle geht es nicht um akute lebensgefährliche Notfälle, allerdings um dringende medizinische Behandlungen von Ausländerinnen und Ausländern ohne Krankenversicherung: Die Clearingstelle prüft, wer die Kosten für eine Behandlung in einer Praxis oder einer Klinik übernimmt. Wenn sie keine anderen Geldgeber findet, übernimmt die Einrichtung selbst die Behandlungskosten. Für Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhäuser, die diese Erkrankten jetzt behandeln, bleibt also offen, ob sie dafür jemals ein Honorar erhalten werden.