Copilot soll ersten Anschlag wegen Freund an Bord abgesagt haben – jetzt droht Todesstrafe
Nach dem vereitelten Terroranschlag auf einem Flydubai-Flug werden neue Details bekannt: Der Copilot wollte die Maschine nach israelischen Medienberichten auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv zum Absturz bringen.
Das soll der festgenommene Verdächtige aus dem Oman, Hamam al-Hammami, bei Verhören in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgesagt haben. Demnach habe er geplant, den Flug FZ1073 nach der Ausschaltung des Kapitäns zunächst regulär fortzusetzen, alle erforderlichen Landeerlaubnisse einzuholen und anschließend in ein Gebäude oder ein Flugzeug auf dem Flughafen zu steuern.
Die israelischen Ermittler haben al-Hammami bislang nicht selbst befragt. Die Erkenntnisse wurden den israelischen Behörden nach Angaben der Berichte von Ermittlern aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) übermittelt. Israel habe die VAE gebeten, die Vernehmungen auch auf Flugbegleiter auszuweiten.
Channel 13 zitierte den Co-Piloten mit den Worten: „Ich habe recherchiert, welche Fluggesellschaft nach Tel Aviv fliegt. Deshalb habe ich mich für Flydubai entschieden. Ich habe das schon geplant, bevor ich angenommen wurde.“
Der genaue zeitliche Ablauf war den Berichten nach wie folgt:
9.15 Uhr (Ortszeit): Der Copilot fragte, ob er beten dürfe, und griff den Piloten anschließend mit einer Notaxt aus der Sicherheitsausrüstung des Flugzeugs an,
9.20 Uhr: Passagiere bemerkten den Kampf im Cockpit. Als die Tür geöffnet werden konnte, soll ein Passagier gerufen haben: „Er bringt den Piloten um!“
9:21 Uhr: Nachdem sein ursprünglicher Plan gescheitert sei, habe der Copilot versucht, das Flugzeug in einen Sturzflug zu versetzen und die Steuerung zu beschädigen. Mehrere israelische Passagiere stürmten daraufhin das Cockpit und überwältigten ihn.
9:31 Uhr: Nach Angaben des „Corriere della Sera“ sendeten die dienstfreien Piloten, die die Maschine übernahmen, zunächst den allgemeinen Notfallcode 7700.
9:38 Uhr: Nachdem der Angreifer unter Kontrolle gebracht worden war, änderten sie den Code auf 7500, das Signal für einen unbefugten Zutritt zum Cockpit.
Die saudische Flugsicherung wies die Besatzung anschließend an, in Tabuk notzulanden.
10:57 Uhr: Das Flugzeug setzte in Tabuk auf.