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Corona bei Kindern: Was Eltern wissen müssen

Gesundheit

Symptome, Impfung, Folgen Corona bei Kindern – Was Eltern wissen müssen

01.10.2026 · 11:28 Uhr

Göttingen · Corona verläuft bei Kindern in der Regel mild. Doch die Kleinen können sich gerade in der Kita oder Schule natürlich trotzdem anstecken. Was Eltern wissen sollten.

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Kinder und Jugendliche stecken eine Corona-Infektion in der Regel gut weg. Dennoch ist Covid-19 für die Kleinen nicht ganz ungefährlich.

Dieser Ratgeber bringt Eltern auf den aktuellen Stand.

Wie äußert sich Corona bei Kindern?

Eine Corona-Erkrankung verläuft bei Kindern in aller Regel sehr mild.

Der wichtigste Unterschied im Vergleich zu Erwachsenen: „Selbst in den Risikogruppen verläuft die Erkrankung meist ohne Komplikationen“, sagt die Kinder- und Jugendärztin Tanja Brunnert aus Göttingen. Kinder neigten nicht zu einem schweren Verlauf.

Steckt sich ein Kind an, zeigt es häufig Erkältungssymptome: „Die Corona-Infektion äußert sich mit den typischen Symptomen eines Luftwegsinfektes, wenn sie denn überhaupt symptomatisch verläuft“, sagt Brunnert. Heißt: Oft fällt die Infektion gar nicht auf.

Bagatellisieren sollte man die Erkrankung aber nicht. Ähnlich wie bei Grippe gebe es eine Reihe von infizierten Kindern und Jugendlichen, die mit hohem Fieber und Abgeschlagenheit kämpften.

Der weitaus häufigste Verlauf bei Kindern und Jugendlichen sei selbstlimitierend, so Brunnert. Das bedeutet: Das Kind bekommt die Ansteckung in der Regel aus eigener Kraft in den Griff. „Eine spezifische Therapie ist nahezu nie erforderlich.“

Tanja Brunnert ist auch stellvertretende Bundespressesprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Köln.

Welche Kinder sind für Corona besonders anfällig?

„Bezogen auf das Alter richten wir unsere Aufmerksamkeit insbesondere auf erkrankte Säuglinge und Neugeborene infizierter Mütter“, berichtet Brunnert. „Sie sind aufgrund ihres Alters immer bei fieberhaften Erkrankungen in unserem besonderen Fokus.“

Auch bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf. Hier seien es insbesondere neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen, die ein Risiko für einen potenziell komplizierten Verlauf darstellten, so die Expertin.

Auch Übergewicht (Adipositas) gilt als Risikofaktor für Corona.

Welche Folgen kann Corona bei Kindern haben?

Auch wenn die meisten Infektionen mild oder symptomlos verlaufen - ganz ungefährlich ist Corona für Kinder nicht.

Im schlimmsten Fall führt eine Infektion zu Long Covid.

Beobachtungen sprechen aber dafür, dass Kinder nicht so gefährdet sind wie Erwachsene: „Im ambulanten Bereich können wir aus den Rückmeldungen der niedergelassenen Kinder- und Jugendärztinnen sagen, dass Long Covid weiterhin eher eine untergeordnete Rolle spielt“, sagt Brunnert. Das zeigten auch die neueren Studien.

Der Fokus in der Pädiatrie liegt laut Brunnert aktuell nicht mehr nur bei den Folgen einer Coronaerkrankung. Auch andere Erreger und ihre Folgen können zur Diagnose postinfektiöses ME/CFS führen.

Wenn ein Kind oder eine Jugendliche betroffen ist, könne der Verlauf zwar genauso schwer sein wie beim Erwachsenen. Aber Postinfektiöses ME/CFS sei insgesamt in der Altersgruppe Kinder und Jugendliche eine seltene Erkrankung, betont Brunnert. Und: Mit der Omikron-Variante tritt Long Covid noch seltener auf.

Die Auswirkungen für die Betroffenen seien jedoch immens. Bislang gibt es für sie noch zu wenig Anlaufstellen und auch noch keinen Durchbruch in der Therapie, so die Kinderärztin.

Wie wird Corona bei Kindern behandelt?

In der Regel reicht es aus, wenn sich das Kind zu Hause ausruht. „Kinder und Jugendliche mit fieberhaften Infekten sollen generell zu Hause bleiben und sich auskurieren“, rät Brunnert.

„Im ambulanten Bereich ist keine spezifische Therapie erforderlich“, sagt die Ärztin. „Die Fiebersenkung kann mit Paracetamol oder Ibuprofen erfolgen.“ Negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf gebe es durch Einsatz dieser Medikamente nicht.

„Wenn ich abends den Eindruck habe, mein Kind hätte heute einen Kindergarten- oder Schultag gut meistern können, dann darf es morgen wieder los“, sagt Brunnert. „So wie bei anderen Erkrankungen auch.“

Wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt?

Brunnert empfiehlt den Arztbesuch, wenn das Kind noch ein Säugling ist und Fieber entwickelt.

In anderen Altersgruppen ist etwa bei folgenden Symptomen ein Arztbesuch angeraten:

anhaltend hohes Fieber über mehrere Tage

angestrengter Husten mit Atemgeräuschen, die durch Abhusten nicht besser werden

Schmerzen im Brustkorb

Wie teste ich mein Kind auf Corona, ohne dass es unangenehm ist?

Tiefe Abstriche im Rachen sind Brunnert zufolge nicht notwendig. Ein Nasenabstrich reicht. Für Kinder gibt es auch die Möglichkeit, mittels Lolli- oder Speicheltests zu untersuchen.

„Wir testen in den meisten Praxen nicht mehr regelhaft auf Corona“, berichtet Brunnert. „Es hat sich in die Riege der Luftwegserreger eingereiht. Ein Kind mit einem positiven Corona-Nachweis erhält keine andere Behandlung als ein Kind ohne diesen.“

Was kann ich tun, wenn mein Kind Corona hat?

Tanja Brunnert rät Eltern zu den gleichen Maßnahmen wie bei anderen Luftwegsinfekten auch:

Nasendusche bei Schnupfen (Spülen der Nase mit Kochsalzlösung)

Honig lutschen bei Husten (geeignet für Kinder ab einem Jahr)

Schmerzmittel nur, wenn das Kind leidet

Oberkörper etwas höher lagern

ausreichend Frischluftzufuhr (Rauchen in der Wohnung ist tabu)

keine Überlastung und eine entspannte Umgebung

Brunnert erinnert außerdem daran, auf ausreichend Flüssigkeit zu achten. Wenn das Kind nicht essen möchte, seien verdünnte Säfte eine gute Wahl. Ältere Kinder könnten auch mal Traubenzucker lutschen, damit sie ein bisschen Energie bekommen.

Wichtig sei vor allem, dass das Kind zuhause bleibt und sich eine Bezugsperson um seine Bedürfnisse kümmert.

Sollte ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Für gesunde Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) keine Covid-19-Impfung, weder eine Grundimmunisierung noch eine Auffrischungsimpfung.

Der Grund: Die Impfung soll vor allem schwere Krankheitsverläufe und Krankenhauseinweisungen verhindern. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Infektion aber überwiegend mild oder asymptomatisch.

Die Experten betonen: Es bestehen weiterhin keine besonderen Sicherheitsbedenken bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen. Das heißt, dass Eltern ihre Kinder durchaus impfen lassen können, sofern sie das nicht ohnehin schon getan haben.

Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben

Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen

Jugendliche mit einem erhöhten beruflichen Infektionsrisiko in der medizinischen und pflegerischen Versorgung

Kinder und Jugendliche, die engen Kontakt zu immungeschwächten Personen haben

Mit einer Ausnahme: Kinder und Jugendliche, die zur Risikogruppe gehören, können auf die Auffrischimpfung verzichten, wenn sie immungesund sind und sich schon im Laufe des Jahres mit Sars-Cov-2 infiziert haben.

Die Entscheidung über weitere Impfungen sollte mit der Ärztin oder dem Arzt unter Berücksichtigung des individuellen Risikos getroffen werden, heißt es bei der Stiko.

Außerdem gilt:

Kleinkinder ab 6 Monaten ohne Basisimmunität sollten die dafür fehlenden Kontakte durch die Impfung nachholen, rät die Stiko. Eine Basisimmunität besteht bei drei Kontakten mit dem Erreger. Einer dieser Kontakte sollte laut Stiko durch die Impfung erfolgen.

Kinder und Jugendliche ab 5 Jahre mit erhöhtem Risiko, die bislang ungeimpft sind und sich noch nicht mit Corona infiziert haben, sollten dreimal gegen Covid-19 geimpft werden, so die Stiko.

© dpa-infocom, dpa:220819-99-444967/151

(alb/dpa)

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