Corona in Bayern: Wie viele Covid-19-Viren sind aktuell im Abwasser?
Zirkulieren bestimmte Viren gerade besonders häufig in der Gesellschaft? Befinden wir uns inmitten einer Grippewelle oder steigt die Zahl der Corona-Infektionen? Solche Fragen soll das Abwasser beantworten. Denn infizierte Menschen scheiden Viren aus – durch Abwasseruntersuchungen lassen sich Krankheitswellen deshalb früher erkennen, als wenn diese erst von einer Ärztin oder einem Arzt diagnostiziert und gemeldet werden müssten. Und zwar unabhängig davon, wie viele Menschen sich testen lassen.
Coronaviren im Abwasser zeigen, ob es gerade eine Infektionswelle gibt
Unsere Grafiken zeigen, wie sich die Corona-Virusaktivität im Abwasser in Bayern und an den einzelnen Messorten zuletzt entwickelt hat. Denn auch wenn die Pandemie vorbei ist, gibt es nach wie vor wiederkehrende Corona-Wellen. Typisch ist etwa ein Anstieg im Herbst.
Was Bayerns Corona-Abwassermonitoring zeigt
Die Kurve zeigt das Virusaktivitätslevel, wie es das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht. Es gibt an, wie weit die Coronavirusmenge im Abwasser über einem „typischen Niedrigwert“ liegt. Dieser wird für jeden Messort einzeln bestimmt: Nur zehn Prozent der dort in den vergangenen zwei Jahren gemessenen Werte lagen darunter. Je höher das Virusaktivitätslevel, desto weiter liegt die aktuelle Messung über diesem Niedrigwert. Liegt sie darunter, ist der Wert null. Für ganz Bayern zeigt die Kurve den mittleren Wert (Median) aller derzeit 21 Messorte. Der graue Bereich zeigt, wie unterschiedlich die Lage an den einzelnen Orten ist.
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Um die Werte einordnen zu können, teilt das LGL sie in fünf Stufen ein, von „sehr niedrig“ über „moderat“ bis „sehr hoch“. Dafür werden alle Werte der vergangenen drei Jahre in fünf gleich große Gruppen aufgeteilt. „Sehr hoch“ bedeutet also: Der aktuelle Wert gehört zu den höchsten 20 Prozent der vergangenen drei Jahre. Niedrigwerte und Stufen berechnet das LGL bei Corona zweimal im Jahr neu, im April und im Oktober. Dabei werden auch frühere Werte neu eingeordnet. Die Einstufung vergangener Wochen kann sich also nachträglich ändern.
Regionale Daten: So ist die Corona-Situation in Augsburg, Neu-Ulm und Ingolstadt
Weil für jeden Messort ein eigener Niedrigwert bestimmt wird und die Messwerte auf die jeweilige Abwassermenge umgerechnet werden, lassen sich auch verschiedene Orte in Bayern miteinander vergleichen. Erkennbar wäre beispielsweise, wenn nach dem Oktoberfest in München besonders viele Coronaviren zirkulieren, während die Werte in anderen Regionen niedrig sind. Unsere Karte zeigt die aktuelle Lage an allen Messorten, darunter Augsburg, Kempten, Ingolstadt und Neu-Ulm. Wer auf einen Ort klickt, sieht auch den Verlauf der vergangenen zwölf Wochen.
Was die Abwasserwerte nicht zeigen: wie viele Menschen erkrankt sind oder wie schwer. Es sind keine Fallzahlen, sie zeigen lediglich, wie viele Viren im Umlauf sind.
Das Abwasser in Bayern wird regelmäßig auf drei Virusarten untersucht: neben Coronaviren auch auf RS-Viren und Influenzaviren. Die Werte zu diesen beiden Erregern haben wir jeweils in einem eigenen Artikel aufbereitet: