Corona-Mittel „Sputnik V“: Söders russische Impfstoff-Pleite
Das „Team Verlierer“ hat Söder nie erwähnt, dabei hat er auch hier eindeutig mitgespielt, etwa als es darum ging, den russischen Impfstoff „Sputnik V“ zu bestellen, entgegen jeder medizinischen und politischen Vernunft. Nun wird das deutsche Tochterunternehmen des russischen R-Pharm-Konzerns, das den Impfstoff im schwäbischen Illertissen hätte produzieren sollen, abgewickelt – infolge der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs.
280 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze, der Insolvenzverwalter hat trotz monatelanger Suche keinen Käufer für das Unternehmen gefunden. Dabei wurden vor Jahren noch russische Millionen in den Standort investiert, was Politiker grundsätzlich nicht schlecht finden, was man aber schon damals als „Prestigeprojekt des Kremls“ hätte identifizieren können, wie es zum Beispiel Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze tat. Sie kritisierte auch die geopolitische Dimension des bayerischen Deals, mit dem sich die Staatsregierung im April 2021 das Vorkaufsrecht für 2,5 Millionen Dosen des Vakzins „Sputnik V“ gesichert hatte, hergestellt in Illertissen.
Der Impfstoff war knapp zu dieser Zeit, trotzdem war absehbar, dass ein Vorkaufsrecht auf einen in Europa nicht zugelassenen Impfstoff eventuell begrenzten Nutzen haben könnte. Da half auch Söders vehemente Fürsprache nichts, das Zulassungsverfahren zu beschleunigen: Tatsächlich hat die EU das Vakzin nie freigegeben. Die Russen hatten ihren Impfstoff zwar so genannt wie den ersten Satelliten, den sie ins All geschossen und damit die Welt aufgeschreckt hatten. Sie hatten ihm auch ein „V“ wie Vakzin, aber auch wie Victory verpasst. Dass die Russen für „Sputnik V“ wichtige klinische Studien ausgelassen hatten, nur um weltweit behaupten zu können, den ersten Covid-19-Impfstoff entwickelt zu haben, das hätte Söder trotzdem wissen können.