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Crash der "Mein Schiff 3" in Bremerhaven: Was wir bislang wissen

Nation

Eigentlich sollte das Kreuzfahrtschiff zu den Kanaren fahren. Doch beim Auslaufen kam es bei starkem Wind zum Zusammenstoß mit zwei Frachtern. Wie ist das passiert?

Es sollte eine schöne Kreuzfahrt Richtung Kanarische Inseln werden. Und dann krachte das fast 300 Meter lange Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" beim Auslaufen gegen den noch längeren Containerfrachter "MSC Victorine", der dort an der Kaje liegt. Ein weiterer Frachter wurde leicht beschädigt. Verletzt wurde niemand, aber der Schaden ist erheblich.

Was genau ist zu Schaden gekommen?

Bei der "Mein Schiff 3" ist der Schaden deutlich zu sehen. Oberhalb des Rumpfes sind einige Rettungsboote und die dazugehörigen Kräne komplett zerstört. "Die festgestellten Schäden machen kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich", sagte eine Sprecherin der Reederei Tui Cruises.

Unfall mit Kreuzfahrtschiff - Polizei ermittelt gegen Kapitän

Nach der Schiffskollision in Bremerhaven während eines Sturms ermittelt die Polizei gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffs "Mein Schiff 3". Es geht um einen möglichen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht. Die Kreuzfahrt ist abgesagt.

Das größere Frachtschiff "MSC Victorine" hat dagegen einen zehn Meter langen Riss – oberhalb der Wasseroberfläche. An dem kleineren Containerschiff ist den Angaben zufolge ein leichter Schaden entstanden. Die Polizei hat den entstandenen Schaden auf eine Millionensumme geschätzt.

Wie kam es zu dem Unfall?

Der Herbststurm hat dabei offensichtlich eine wichtige Rolle gespielt. Eine heftige Windböe hat laut Polizei die "Mein Schiff 3" aus dem Ruder laufen lassen, obwohl fünf Schlepper im Einsatz waren, um das Kreuzfahrtschiff beim Ablegen zu unterstützen.

Millionenschaden bei Unfall mit Kreuzfahrtschiff in Bremerhaven

Bei dem Zusammenstoß wurden drei Schiffe beschädigt. Eine starke Böe hatte den Kreuzliner "Mein Schiff 3" beim Auslaufen erfasst. Nun ermittelt die Polizei gegen den Kapitän.

Warum ist das Schiff bei dem angekündigten Sturm überhaupt ausgelaufen?

In Bremerhaven gibt es keine Windfahrverbote. Schiffe dürfen also theoretisch bei allen Windstärken ausfahren. Warum der Kapitän sich dafür entschieden hat auszulaufen, ist bisher nicht bekannt. Er hatte einen Lotsen an Bord. Die Entscheidung trifft aber der Kapitän.

Ob das Schiff ablegen kann bei solchen Sturmlagen, wie wir sie gestern hatten, kann natürlich am allerbesten der Kapitän entscheiden, weil er weiß, was sein Schiff kann und was sein Schiff nicht kann.

Stephan Berger, Hafenkapitän Bremerhaven

Die Wasserschutzpolizei ermittelt jetzt gegen den Kapitän aufgrund einer möglichen Ordnungswidrigkeit. Wie eine Sprecherin buten un binnen bestätigte, wird überprüft, ob er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Einem RTL-Bericht zufolge haben Ermittler noch in der Nacht zum Montag mit den Schiffsführern auf allen drei Schiffen gesprochen.

Wie geht es für die Passagiere weiter?

Für die ist es besonders ärgerlich: Drei Wochen Sonne und Meer fallen aus. Ursprünglich sollte das nahezu voll besetzte Schiff am Sonntagabend zu den Kanaren aufbrechen. Doch ab dem Montagmorgen wurden die gut 2.400 Passagiere mit Bussen und Taxis vom Kreuzfahrtterminal weggebracht. Reiseveranstalter "Tui Cruises" hat spontan den Transport der Passagiere zum Bahnhof oder zu deren Autos organisiert. Wie dpa von Betroffenen erfuhr, können die Gäste mit der Bahn zurückfahren und bekommen den Reisepreis in voller Höhe erstattet.

Von einzelnen Passagieren gab es auch Kritik an der Kommunikation auf dem Schiff nach der Kollision. Demnach seien die Passagiere erst am Montagmorgen darüber informiert worden, dass sie das Schiff bis 18 Uhr verlassen müssen. Tui Cruises hat sich auf Nachfrage von buten un binnen bisher nicht zu der Kritik an der Kommunikation geäußert.

Wie geht es mit der "Mein Schiff 3" und der "MSC Victorine" weiter?

Beide bleiben vorerst in Bremerhaven. Aktuell haben sie nämlich keine Erlaubnis zum Auslaufen. Sie bleiben erst mal am Kreuzfahrtterminal beziehungsweise der Stromkaje liegen. Sicher ist aber, dass sie in eine Werft müssen, damit die Schäden beseitigt werden können. Nach Informationen von buten un binnen gab es schon einen Austausch zwischen der Rönner-Gruppe, die in Bremerhaven sitzt und hier unter anderem die Lloyd-Werft betreibt, und den Reedereien. Eine Begutachtung der Schäden finde aktuell statt.

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