Crypto-Unternehmer zieht es von Hamm-Westtünnen in Rheinmetropole
wa.de Hamm „Dort sitzt das Kapital“: Crypto-Unternehmer zieht es von Hamm in Rheinmetropole Von: Maximilian Grun Uns auf Google folgen Ein Krypto-Unternehmen plant den Wechsel von Hamm nach Düsseldorf. In der Rheinmetropole sitzen Banken, Investoren und Konzerne näher beieinander. Zukünftig soll auch Homeoffice möglich sein. Hamm – Vor zwei Jahren zog sein Unternehmen vom Hamtec an der Münsterstraße in moderne Büroräume nach Westtünnen. Nun plant Frederik Dürr mit Cryptohall24 bereits den nächsten Schritt. Der Fall zeigt, warum für wachsende Firmen heute oft weniger die Immobilie als vielmehr Fachkräfte, Netzwerke und Kundennähe entscheidend sind. „Wir sind damals stark gewachsen“ Eigentlich stimmt am aktuellen Standort fast alles. Seit Frühjahr 2024 sitzt das Unternehmen Cryptohall24 an der Von-Thünen-Straße. „Wir sind damals stark gewachsen und hier wurde zum richtigen Zeitpunkt ein großes, extrem modernes Büro frei“, sagt Geschäftsführer Frederik Dürr. Die Immobilie sei vollständig ausgestattet, verfüge über Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallboxen und eine gute Autobahnanbindung. Dennoch will das Unternehmen spätestens im April 2027 nach Düsseldorf umziehen. Der Grund liegt nicht in den Räumen. „Düsseldorf ist für uns der logische nächste Schritt. Dort sitzt das Kapital, dort siedeln sich die Unternehmen an, mit denen wir arbeiten: Banken, Investoren, internationale Konzerne.“ Was macht Cryptohall24? Dürr gründete sein Unternehmen Ende 2021. Ausgehend von einem Hobby entwickelte sich ein spezialisiertes Geschäftsmodell rund um Krypto-Mining. Das Unternehmen handelt nach eigenen Angaben weder mit Kryptowährungen noch betreibt es eine Kryptobörse. Stattdessen verkauft und betreibt es spezielle Mining-Hardware. Diese Hochleistungsrechner stellen Rechenleistung für Blockchain-Netzwerke bereit und werden bevorzugt dort eingesetzt, wo Energie günstig verfügbar ist. In den vergangenen Jahren hat sich das Geschäft laut Dürr zunehmend an der Schnittstelle von Energieversorgung und Rechenleistung entwickelt. Crypto, Blockchain, Mining: Was ist das? Kryptowährungen wie Bitcoin sind digitale Vermögenswerte, die über Computernetzwerke verwaltet werden. Blockchainbezeichnet die Technik dahinter: ein digitales Register, in dem Transaktionen dauerhaft gespeichert werden. Miningist das Bereitstellen von Rechenleistung, um Transaktionen zu prüfen und die Blockchain abzusichern. Als Belohnung erhalten Miner neue Coins und Transaktionsgebühren. Coinssind die Einheiten einer Kryptowährung, etwa Bitcoin oder Ether. Bitcoin-Supermacht:US-Präsident Donald Trump treibt eine stark kryptofreundliche Agenda voran und hat damit massiv persönliche Einnahmen generiert. Seine Politik und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Amt und Krypto-Projekten sorgen international für scharfe Kritik und Vorwürfe von Interessenkonflikten. Trump erklärte das Ziel, die USA zur weltweiten Krypto-Zentrale zu machen. Neben Investoren und Geschäftspartnern nennt Dürr einen weiteren Grund für den Standortwechsel. „Im Raum Düsseldorf gibt es schlicht deutlich mehr Fachkräfte aus unserer Branche. Da wollen wir hin, um das Team weiter auszubauen.“ Nähe zu Kunden und Fachkräften Der geplante Umzug zeigt damit ein Problem, das viele spezialisierte Unternehmen kennen. Je größer sie werden, desto wichtiger werden Netzwerke, Kundenkontakte und der Zugang zu qualifizierten Mitarbeitern. Auch die Energiewirtschaft sei im Rheinland und Ruhrgebiet deutlich stärker vertreten als in Hamm. „Wir vergrößern uns also nicht in Quadratmetern, wir rücken näher an unseren Markt.“ Bürogebäude soll vermietet werden Dass die Umzugspläne konkret werden, zeigt sich auch am bisherigen Firmensitz. Das Bürogebäude an der Von-Thünen-Straße 10 wird bereits im Internet zur Nachvermietung angeboten. Eigentümer ist Cryptohall24 allerdings nicht. Das Unternehmen ist Mieter und unterstützt nach Angaben von Dürr derzeit bei der Suche nach einem Nachfolger für die Flächen. „Ganz ehrlich: Würden wir in Hamm bleiben, würden wir genau hier bleiben.“ Für die Beschäftigten soll sich vor allem der Arbeitsort ändern. „Alle Mitarbeiter bleiben an Bord. Es wechselt nicht der Arbeitgeber, sondern die Adresse.“ Ein Großteil des Teams wohne ohnehin nicht in Hamm, sondern im Raum Dortmund, Unna und im Sauerland. Auch Homeoffice soll möglich sein Zugleich will das Unternehmen sein Arbeitsmodell umstellen. Künftig sollen zwei bis drei Bürotage pro Woche ausreichen, den Rest der Zeit könne im Homeoffice gearbeitet werden. Als Kritik am Wirtschaftsstandort Hamm versteht Unternehmer Dürr die Entscheidung ausdrücklich nicht. „Hamm bleibt trotzdem unser Ursprung, hier ist das Unternehmen entstanden und groß geworden.“