CSD Berlin: Auto fährt in Menschen - ein Toter und 17 Verletzte
Im Berliner Tiergarten hat ein Auto Samstagnacht am Rand des Christopher Street Day (CSD) mehrere Menschen erfasst. Nach aktuellen Angaben der Polizei starb ein Mensch. Mindestens 17 Personen wurden verletzt - teils lebensgefährlich. Laut Polizei soll ein Fahrzeug gegen 22 Uhr in den Tiergarten-Bereich eingefahren sein - auf dem Ahornsteig. Auf diesem Weg soll der Autofahrer Menschen angefahren oder umgefahren haben. Später stieß das Fahrzeug mit einem Baum zusammen. Bei dem Fahrzeug soll es sich um einen weißen Pkw gehandelt haben. Laut Polizei verließt der Autofahrer das Fahrzeug - die Polizei selbst sprach von einem Täter, der flüchtig sei. Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt bei der Tat am Rande des Christopher Street Days in Berlin. "Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt", sagte Polizeisprecher Florian Nath. Details wollte er nicht nennen - auch mit Blick auf den oder die flüchtigen Täter. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. "Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten "Bild" und "B.Z." von Angriffen mit Stichwaffen berichtet. Die Veranstaltung des Christopher Street Day in Berlin vor dem Brandenburger Tor wurde wegen des Vorfalls am Samstagabend gegen 22.15 Uhr abgebrochen. Die Darbietung einer Band wurde unterbrochen. Ein Sprecher rief die Menschen auf, nach Hause zu gehen und dabei den Weg Richtung Siegessäule durch den Tiergarten zu meiden. Mehrere Spezialeinheiten der Polizei sind im Einsatz. Rettungskräfte sind vor Ort. Hunderttausende zogen am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) durch Berlin. Das teilten Veranstalter und Polizei mit. Der Umzug mit rund 80 Wagen setzte sich an der Leipziger Straße in Bewegung und zog unter anderem über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz bis zur Siegessäule. Von dort ging es weiter zur Abschlusskundgebung ans Brandenburger Tor. Eine Person wurde bei einem rechtsextremen Gegenprotest zum CSD festgenommen: Erst wurde der Anmelderin wurde ein Platzverweis erteilt. Weil sie den ignorierte, wurde sie später festgenommen, so die Polizei auf X. Bereits zuvor griff die Polizei etwa 15 Mitglieder einer rechten Gruppierung auf, die auf dem Weg zu einer Gegendemonstration waren. Angemeldet wurde bei der Polizei demnach eine Demonstration der Gruppen "Deutsche Patrioten Voran" (DPV) und "Jägertruppe" (JT). Rund 7.000 Menschen versammelten sich dann am Samstagabend nach Angaben der Polizei zur Demonstration "Internationalist Queer Pride" am U-Bahnhof Gesundbrunnen. Im Telegram-Kanal der Veranstalter wurde ein Zusammenhang zwischen dem vorgeschlagenen Demoslogan "Queers for Liberation, not Militarization" und dem Rheinmetall-Werk nahe der Demonstrationsroute hergestellt. Nachdem trotz mehrfacher Warnungen der Polizei die Parole "From the River to the Sea, Palestine will be free" gerufen worden sei, nahm die Polizei nach eigenen Angaben eine Person fest. Daraufhin hätten andere Demonstrierende versucht, die Person zu befreien. Die Polizei setzte infolge dessen Pfefferspray ein, wie sie auf X mitteilte. Zudem sei ein Medienvertreter aus dem Demonstrationszug heraus angegangen worden. Ein Teilnehmer hätte zudem versucht, Einsatzkräfte mit einer Fahnenstange zu schlagen. Veranstalter sowie Polizei teilten gegen 20 Uhr mit, die Demo sei mit dem Erreichen des Leopoldplatzes beendet. Insgesamt wurden 9 Personen festgenommen. Das Motto des diesjährigen CSD lautete "Haltung ist hot". Der Berliner CSD ist laut Veranstaltern eine der größten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community in Europa. Bereits vor der Veranstaltung verfügten Behörden und Polizei zahlreiche Verkehrseinschränkungen rund um die Demoroute. Dies betrifft sowohl den Straßen- als auch den öffentlichen Nahverkehr. Der Berliner CSD erstreckte sich in diesem Jahr zum ersten Mal über zwei Tage und begann bereits am Freitagabend mit einem Demokratiefest. Mit dem CSD wird an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.