Cyberangriff auf Dienstleister der Hamburger Energienetze
Ein Cyberangriff auf einen Dienstleister der Hamburger Energienetze sorgt für Verunsicherung bei Kunden: Die Enseco GmbH, die unter anderem Stromzähler-Arbeiten übernimmt, wurde vor rund einem Monat attackiert. Nun steht fest: Bestimmte Kundendaten könnten in die Hände der Angreifer gelangt sein. In dem Schreiben, das der MOPO vorliegt, informieren die Hamburger Energienetze die betroffenen Kunden darüber, dass die Angreifer Zugriff auf gespeicherte Daten hatten und diese nach bisherigen Erkenntnissen auch heruntergeladen wurden. Cyberangriff auf Dienstleister der Hamburger Energienetze – Adressdaten können betroffen sein Die Hamburger Energienetze betonen, den Vorfall sehr ernst zu nehmen. Laut Schreiben können unter anderem Namen, Adressdaten, Angaben zum Stromzähler wie Zählernummern und Fotos von Stromzählern sowie Termindaten betroffen sein. Auch Kontaktdaten könnten abgegriffen worden sein. Sensible Daten und Bankverbindungen seien hingegen nicht betroffen. Nach Bekanntwerden des Angriffs schaltete die Enseco GmbH ihre Systeme ab und zog externe Spezialisten hinzu. Die Systeme seien kontrolliert wieder in Betrieb genommen worden und würden fortlaufend überwacht. Auch die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sei informiert worden. Die Hamburger Energienetze stehen nach eigenen Angaben mit Enseco im Austausch und haben den Vorfall geprüft. Die eigenen Systeme seien nicht betroffen. Energienetze: Missbrauch der Daten kann nicht ausgeschlossen werden Die Hamburger Energienetze gehen derzeit nicht von einem hohen Risiko für die Betroffenen aus. Einen Missbrauch der Daten könne man jedoch nicht vollständig ausschließen. Deshalb empfehlen sie, in nächster Zeit besonders aufmerksam bei unerwarteten E-Mails, Anrufen oder Nachrichten zu sein. Die Energienetze empfehlen, keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weiterzugeben und keine Anhänge oder Links aus unbekannter oder unerwarteter Quelle zu öffnen. Bei Zweifeln, ob eine Nachricht oder ein Anruf echt ist, sollten Kunden ausschließlich bekannte offizielle Kontaktwege nutzen. Bei unerwarteten Anrufen sollten zudem keine Zählernummern, persönlichen Daten oder Termine bestätigt werden. Kunden mit Fragen werden gebeten, sich per E-Mail an Datenmeldung@hamburger-energienetze.de zu wenden. Von telefonischen Anfragen solle abgesehen werden. Anderer Energieversorger schützte Kundendaten mit Sofortmaßnahme Betroffen sind nicht nur Kunden der Hamburger Energienetze. Die Enseco GmbH arbeitet auch für weitere Energieversorger in Deutschland. Die EWR AG aus Rheinhessen zog nach dem Cyberangriff Konsequenzen. Man habe als Sofortmaßnahme alle technischen Verbindungen zu Enseco vollständig unterbrochen, heißt es von dem Unternehmen. EWR-Systeme und Kundendaten seien daher nicht betroffen. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels hat die Enseco GmbH nicht auf eine Anfrage der MOPO reagiert.