Cyberangriff auf Fehmarnbelt-Tunnel: Was bisher bekannt ist
Stand: 13.10.2026 20:31 Uhr
Ein Cyberangriff legt am Dienstag offenbar die Baustelle am Fehmarnbelttunnel lahm. Der Auftragnehmer Femern Link Contractors (FLC) ist betroffen. Dänische TV-Sender berichten am Abend, dass Hacker eine Sicherheitslücke ausgenutzt hätten.
Nach Angaben der Fehmarnbelttunnel-Projektgesellschaft Femern hat es einen Cyberangriff auf einen Auftragnehmer gegeben. "Unser Auftragnehmer FLC hat uns darüber informiert, dass er von einem Cyberangriff betroffen ist. Wir stehen hierzu im Austausch mit FLC", sagte eine Sprecherin der staatlichen dänischen Projektgesellschaft.
Dänischer TV-Sender spricht von "umfassendem Angriff"
Das zuständige dänische Ministerium hält sich mit weiteren Informationen bislang zurück. Der dänische Fernsehsender TV2 spricht von einem umfassenden Angriff. Danach haben die Hacker eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die Zugang zu allen IT-Systemen ermöglichte.
Fehmarnbelttunnel: Cyberangriff auf Auftragnehmer
Arbeitsabläufe sollen laut Medienberichten auf der Baustelle am Dienstag (13.10.) gestört gewesen sein. Zugangskarten funktionierten offenbar nicht mehr.
Das Auftragnehmer-Konsortium FLC ist im Besitz dieser Unternehmen:
Per Aarsleff Holding A/S (Dänemark)
VINCI Construction Grands Projets S.A.S. (Frankreich)
Wayss & Freytag Ingenieurbau AG (Deutschland)
Max Bögl Stiftung & Co. KG (Deutschland)
CFE SA (Belgien)
Solétanche-Bachy International S.A.S. (Frankreich)
BAM Infra B.V. (Niederlande)
BAM International B.V. (Niederlande)
Bauprojekt Fehmarnbelttunnel: Verzögerungen und Mehrkosten
Der Tunnel unter der Ostsee soll rund 18 Kilometer lang werden. Er ist als Verbindung zwischen Rødbyhavn auf Lolland in Dänemark und Puttgarden auf der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn (Kreis Ostholstein) gedacht. Im August war das dritte von insgesamt 89 Tunnelelementen abgesenkt worden - das Projekt verzögert sich allerdings bereits seit Jahren. Der ursprüngliche Eröffnungstermin im Jahr 2031 war bereits Anfang dieses Jahres gekippt worden. Einen neuen Termin gibt es bis jetzt noch nicht.
Das liegt laut Bundesverkehrsministerium unter anderem an Inflation, der angespannten Lage in der Baubranche und zusätzlichen Bauvorhaben wie dem Fehmarnsund-Tunnel. Der Bundesrechnungshof geht zudem inzwischen von deutlich höheren Ausgaben für die deutsche Hinterlandanbindung aus, als bislang erwartet.
FAQ zur Fehmarnbelt-Querung