Dachau: Bayernweiter Mathe-Test am Josef-Effner-Gymnasium geleakt
An welchem Gymnasium der Mathe-Test geleakt worden war, dazu machte das Kultusministerium keine Angaben. Schnell wurde aber bekannt, dass es eines der beiden Gymnasien in Dachau war. Wie es dazu kommen konnte, dazu macht der Leiter des Josef-Effner-Gymnasiums, Peter Marais, auch am Montag darauf keine Angaben. Auf SZ-Anfrage bittet er per Mail um Verständnis dafür, sich zum Ablauf des „Missgeschicks“ nicht im Detail zu äußern, „da es sich um schulinterne Prozesse handelt“.
Der Test sei nicht offen herumgelegen, betont der Leiter des Gymnasiums
In intensiven Gesprächen habe man den Ablauf inzwischen nachvollziehen können. Allerdings sei der Test nicht, wie teilweise in der Öffentlichkeit kolportiert, „offen im Sekretariat“ ausgelegen, betont Marais.
Auf die Frage, mit welchen Konsequenzen die Schülerin nun zu rechnen habe, möchte er ebenfalls nichts sagen. Das werde in der Schulfamilie „in der nötigen und gebotenen Ruhe“ beraten. „Da es sich bei dem Geschehen naturgemäß um Angelegenheiten handelt, die das Persönlichkeitsrecht meiner Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeitenden betreffen, bitte ich um Verständnis, dass ich die Ergebnisse nicht öffentlich machen werde.“ Der Schulleiter versichert aber, „dass wir alle aus den Vorkommnissen die nötigen Lehren ziehen, um eine Wiederholung auszuschließen“.
Eine Wiederholung war allerdings bereits das Leak des Mathe-Tests. Im vorigen Jahr war dasselbe mit einem landesweiten Englisch-Test für die zehnten Klassen passiert. Auch damals wurden Aufgaben vorab bekannt, und das Kultusministerium sagte ihn kurzfristig aus Gründen der Gleichbehandlung ab.
Den Mathe-Test mit Ersatzaufgaben zu schreiben, sei angesichts des sehr geringen zeitlichen Vorlaufs und der bereits abgeschlossenen organisatorischen Vorbereitung an den Schulen nicht mehr möglich gewesen, heißt es auf Nachfrage aus dem Kultusministerium. Ein bayernweiter Ausweichtermin wiederum hätte die Terminplanungen an den Schulen unverhältnismäßig belastet.
Solche landesweiten Jahrgangsstufen-Tests sind in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch an allen bayerischen Schulen und Schularten üblich, an den Gymnasien zusätzlich Latein-Tests. Ziel ist es, den Leistungsstand der bayerischen Schülerinnen und Schüler zu erheben.
Die Jahrgangsstufen-Tests kurz nach den Ferien fallen erfahrungsgemäß nicht gut aus
Stattgefunden haben die Tests vermutlich dennoch an vielen Schulen, allerdings wurden sie nicht benotet. Dieses Vorgehen jedenfalls hatte das Ministerium empfohlen. Dass es keine Noten gibt, darüber dürfte in der Schülerschaft Erleichterung vorherrschen. Obwohl angekündigt, fallen die Jahrgangsstufen-Tests erfahrungsgemäß nicht gut aus, fragen sie kurz nach den Ferien doch das Wissen aus dem vorigen Schuljahr ab.
Für die Gesamtnoten sind die Tests nicht allzu bedeutsam. Sie gelten als sogenannte kleine Leistungsnachweise, wie Stegreifaufgaben oder mündliche Abfragen.