Dana White: Der UFC-Boss ist genau das, was Donald Trump gerne wäre
Er ist das, was Trump gerne wäre Der Schattenmann des US-Präsidenten Von Nils Kögler 02.08.2026 - 08:02 UhrLesedauer: 8 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der Unternehmer Dana White tritt immer wieder als Unterstützer von Donald Trump auf. Die beiden verbindet eine Freundschaft – doch sie trennt auch einiges. Seite an Seite standen sie vor dem Weißen Haus, hörten die US-amerikanische Nationalhymne und sahen dabei zu, wie eine Reihe von Kampfjets in Formation über den Regierungssitz des Präsidenten und die Kampfarena flog, die dort auf dem Südrasen aufgebaut worden war: Donald Trump und Dana White. Zum 80. Geburtstag des US-Präsidenten hatte ihm White, Chef der Mixed-Martial-Arts-Meisterschaft Ultimate Fighting Championship (UFC), im Juni eine seiner Kampfsportveranstaltungen "geschenkt". Ganz nach dem Geschmack Trumps und anlässlich des 250. Geburtstags der USA wurde das Event patriotisch in Szene gesetzt. Der tiefe Fall eines Sportstars: Vom "König" zum Verurteilten Fifa-Boss im Fokus: US-Politiker fordert Liste mit Geldtransfers an Donald Trump Die Zusammenarbeit ist kein Zufall: Trump und White sind seit Jahren eng befreundet, mehrfach trat der UFC-Boss bei Trump-Veranstaltungen auf und unterstützte den Politiker in seinen Wahlkämpfen. Der 57-Jährige zählt zu den einflussreichsten Personen im US-Sport, sein Vermögen wird vom Magazin "Forbes" auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Ursprung der Freundschaft ist eine Starthilfe, die Trump einst der UFC gab – und White somit bei dem Aufstieg half, den er auch gerne für sich selbst beansprucht. White wurde in Manchester, Connecticut geboren und wuchs unter anderem in der Box-Hauptstadt Las Vegas auf, boxte zunächst selbst und arbeitete später als Amateur-Trainer und als Manager für einige Profi-Boxer. Mit den Brüdern Lorenzo und Frank Fertitta, milliardenschwere Erben eines Casino-Imperiums, war er bereits zur Schule gegangen. Auf der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes trafen sich die drei wieder, wurden gute Freunde. Zusammen entdeckte das Trio neben dem Boxen auch das Jiu-Jitsu für sich, eine Kampfsportart, bei der unter anderem auch Hebel- und Würgegriffe zum Einsatz kommen. Die Begeisterung der drei war so groß, dass sie schließlich auch begannen, das Projekt UFC zu verfolgen. Die Organisation war 1993 gegründet worden. Das Anliegen der damaligen Chefs war es, herauszufinden, welche Kampfsportart im direkten Duell am effektivsten ist. Daher traten zunächst Spezialisten aus verschiedensten Kampfsportarten gegeneinander an. Boxer gegen Ringer, Judoka gegen Muay-Thai-Kämpfer und dergleichen mehr. White und die Fertitta-Brüder waren fasziniert, White begann sogar, einige der UFC-Kämpfer als Manager zu vertreten. In den Verhandlungen mit der Organisation erfuhr White, dass die UFC schwere finanzielle Probleme hatte. Kurzerhand überredete er seine reichen Freunde, die UFC zu kaufen. Im Jahr 2001 kauften die Brüder die Organisation für gerade einmal zwei Millionen Dollar. White wurde als Präsident eingesetzt, führte die operativen Geschäfte und erhielt zehn Prozent der Anteile. Die Kampagne gegen die "menschlichen Hahnenkämpfe" Die finanziellen Probleme der UFC hatten jedoch einen Grund: Bis dahin gab es bei den Kämpfen kaum Regeln. Selbst Haareziehen und Kopfstöße waren erlaubt. Entsprechend hatte die Organisation einen barbarischen Ruf. Der einflussreiche republikanische Senator und spätere Präsidentschaftskandidat John McCain bezeichnete die Veranstaltungen in den Neunzigerjahren gar einmal als "menschliche Hahnenkämpfe" und startete eine erfolgreiche Kampagne dagegen. Die Behörden in einigen US-Bundesstaaten begannen, die Kämpfe zu verbieten. Die Aufmerksamkeit und Beliebtheit der UFC nahmen ab, deshalb geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten. White und seine Geschäftspartner schlugen nach ihrer Übernahme daher einen neuen Kurs ein. "Wir haben McCain oder den anderen Kritikern nicht widersprochen", sagte White einst in einem Interview mit dem Journalisten Graham Bensinger. McCain habe den alten Besitzern der UFC gesagt, sie dürften Kämpfe nicht so unreguliert stattfinden lassen. "Die alten Besitzer haben gesagt: 'Dann gehen wir nur an Orte, wo du uns nicht kriegen kannst – was nirgendwo ist'", so White weiter. "Du willst dich nicht mit der Regierung anlegen." Statt vor der Regulierung wegzulaufen, versuchte White, sie also aktiv zu gestalten. Er ließ ein festes Reglement für die UFC-Kämpfe erstellen, arbeitete dafür mit den Regierungsbehörden einiger Bundesstaaten zusammen, die auch Boxkämpfe beaufsichtigen. Angelehnt an das Boxen wurden Runden und Gewichtsklassen eingeführt. Auch bestimmte Techniken wie Kopfstöße wurden verboten. Donald Trump hilft mit seinem Casino Dennoch: Unmittelbar nach der Übernahme hatte die UFC immer noch große Probleme, Veranstaltungsorte für ihre Kämpfe zu finden. An der Stelle kam Donald Trump ins Spiel. Der damalige Immobilienmogul besaß zu dieser Zeit mit dem "Trump Taj Mahal" ein großes Casino in Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey – und lud White kurzerhand ein, seine Kämpfe dort abzuhalten. "Veranstaltungsorte wollten uns nicht und Donald Trump war der Erste, der uns eine Chance gegeben hat", sagte White im Interview mit Bensinger. "Nicht nur hat er uns die Chance im Trump Taj Mahal gegeben, er ist auch zu den Veranstaltungen gekommen", so White weiter. "Also, man kann über Donald Trump sagen, was man will, aber er hat die UFC kommen sehen, fand sie gut und hat uns unsere erste Chance gegeben. Ihr werdet mich nie etwas Schlechtes über Donald Trump sagen hören", bekräftigte White. Loading... Loading... Loading... Seit Trumps Starthilfe hat sich die UFC rasant entwickelt. Ihre Veranstaltungen machen mittlerweile dem populären Boxsport in den USA Konkurrenz. Beleg für das enorme Wachstum der UFC: Im Jahr 2016 verkauften die Fertitta-Brüder die Organisation, die sie einst für zwei Millionen Dollar erworben hatten, für knapp über vier Milliarden Dollar. White wurde durch seine zehn Prozent Anteile selbst zum Multimillionär, blieb jedoch auch unter den neuen Besitzern Präsident und prägende Figur der Organisation. Ungefähr zur selben Zeit bekam White auch die Chance, Trump seinen Gefallen zurückzuzahlen. Während seines ersten Anlaufs auf das Präsidentenamt bat Trump White um Hilfe: "Er kam zu mir und hat gefragt: Würdest du beim republikanischen Parteitag für mich sprechen?", erinnerte sich White im Interview mit "Forbes". Jeder habe ihm von einer Zusage abgeraten. "Sie sagten: Misch dich da nicht ein, er wird nicht gewinnen, das ist es nicht wert", sagte er. White entschied sich jedoch anders: "Ich habe gesagt: Der Typ war gut zu mir, ich mache das. Da sind wir richtig gute Freunde geworden." Sie formen eine perfekte Symbiose Tatsächlich erneuerte White seinen Einsatz für Trump in den folgenden zwei Wahlkämpfen, unterstützte den Republikaner dabei auch finanziell – und verschaffte dem Politiker Zugang zu Amerikas erfolgreichstem Podcaster Joe Rogan, der gleichzeitig auch als Kommentator für die UFC aktiv ist. Rogan lud Trump im Wahlkampf zu einem ausführlichen Gespräch ein und sprach ihm im Nachgang seine Unterstützung aus. Der Präsident schaute andersherum auch immer wieder bei UFC-Events vorbei, bekam häufig einen heroischen Einmarsch, wie er auch den Kämpfern selbst bereitet wird. Eine perfekte Symbiose. Trump und White verbindet dabei auch charakterlich einiges. Ähnlich wie Trump, der unter anderem als Hauptfigur in der Show "The Apprentice" zu größerer Bekanntheit kam, rief White in den ersten Jahren seiner UFC-Präsidentschaft eine Reality-TV-Serie namens "The Ultimate Fighter" ins Leben, um seiner Organisation mehr Aufmerksamkeit zu geben. Dabei nahm er neben den Kämpfern auch selbst eine zentrale Rolle ein – und gelangte zu persönlicher Berühmtheit. Genauso wie sein mächtiger Kumpel ist White dabei für seine gelinde gesagt unverblümte Kommunikation bekannt. Egal, ob konkurrierende Promoter oder aber auch eigene Kämpfer: Jeder muss mit einer öffentlichen Schimpftirade rechnen, wenn er White missfällt. Genauso wie Trump kommt White damit aber bei einem breiten Publikum an. Unabhängig davon, ob das, was er behauptet, immer richtig ist: White wird als authentisch wahrgenommen. Als ein Mann des Volkes. Dabei ist er ebenfalls nicht frei von persönlichen Kontroversen: Zu Jahresbeginn 2023 machte ein Video die Runde, das White und seine Frau Anne auf einer Silvesterparty in Mexiko zeigen. Darauf ist zu sehen, wie Anne White ihren Mann ohrfeigt, was der wiederum mit einer Ohrfeige gegen seine Frau beantwortet. Das Video löste einen großen öffentlichen Aufschrei aus. White zeigt sich einsichtig Anders als Trump zeigte sich White danach in der Öffentlichkeit zumindest einsichtig. "Es gibt keine Entschuldigung für einen Mann, eine Frau zu schlagen", sagte er im Interview mit TMZ. "Die Menschen werden jetzt ihre Meinung zu mir haben und sie haben damit recht." Auch die Tatsache, dass das Paar betrunken gewesen sei, sei keine Ausrede. "Ich suche keine Entschuldigungen für diese Sache", sagte er. "Was auch immer die Leute jetzt sagen, ich habe es verdient." In einem weiteren Interview fügte er an: "Niemand sollte mich in dieser Angelegenheit verteidigen, egal was passiert. Die gesamte Kritik, die ich diese Woche erhalten habe, ist zu 100 Prozent berechtigt, und das wird auch in Zukunft so bleiben." Anne White stärkte ihrem Mann öffentlich den Rücken. "Dana und ich sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Zu sagen, dass dies untypisch für ihn ist, wäre eine Untertreibung – so etwas ist noch nie zuvor passiert", sagte sie TMZ. "Leider haben wir beide an Silvester zu viel getrunken, und die Situation ist auf beiden Seiten außer Kontrolle geraten. Wir haben das als Familie besprochen und uns gegenseitig entschuldigt." Ein öffentliches Schuldeingeständnis bei persönlichen Verfehlungen ist dabei nicht das einzige, was White von seinem Kumpel Trump unterscheidet. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die Übereinstimmung zwischen Selbstbild und Wirklichkeit. White ist ein "Selfmade-Millionär" White stammt aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er jung war. "Mein Vater war Alkoholiker und war nie da. Wenn er mal da war, wolltest du ihn nicht da haben. Er war normalerweise betrunken", sagte White im Interview mit dem Journalisten Graham Bensinger über seine Kindheit. Seine Mutter habe viel gearbeitet. "Also waren ich und meine Schwester viel allein zu Hause", so White. Sein Aufwachsen hat ihn geprägt: "Wenn man allein aufwächst, muss man unter anderem lernen, vieles selbst zu erledigen", sagte er. "Ehrlich gesagt würde ich an meiner Kindheit nichts ändern wollen. Ich bin keineswegs verbittert und sitze nicht herum, um mich über dies, das oder jenes zu beschweren", so White weiter: "Wäre ich nicht so aufgewachsen, wie ich aufgewachsen bin, wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin. Davon bin ich zu hundert Prozent überzeugt." Tatsächlich brachte es White zu einem echten "Selfmade Millionär". Zwar war es ihm nur durch das Vermögen der befreundeten Fertitta-Brüder möglich, die UFC zu übernehmen. Doch was White daraus machte, ist unbestritten ein riesiger Erfolg. Aus dem Zwei-Millionen-Investment formte White ein Sportimperium, dessen Wert im Jahr 2023 auf rund 12,1 Milliarden Dollar geschätzt wurde. Whites Privatvermögen liegt laut Schätzungen bei über 500 Millionen Dollar. Trump und die Hilfe des Vaters Auch Trump inszeniert sich seit jeher gerne als "Selfmade-Milliardär". Die Geschichte des US-Präsidenten: Sein Vater, der Immobilienmogul Fred Trump, habe ihm lediglich eine Million Dollar geliehen. Daraus habe er sich sein Milliarden-Imperium aufgebaut. Mit der Wirklichkeit hat das aber wohl wenig zu tun. Eine "New York Times"-Recherche berichtet von insgesamt knapp einer halben Milliarde Dollar, die Trump im Laufe seines Lebens von seinem Vater bekommen haben soll. Zahlreiche unternehmerische Projekte Trumps scheiterten zudem. Auch das "Taj Mahal", mit dem er der UFC Starthilfe gab, ging pleite und wurde zum Millionengrab. Immer wieder musste Trumps Vater die Geldbörse öffnen, um seinem Sohn unter die Arme zu greifen. Trumps tatsächliches Vermögen ist immer noch Gegenstand von Spekulationen. Das Ergebnis der "New York Times"-Recherche: Die Karriere des US-Präsidenten scheint weniger von unternehmerischen Fähigkeiten als von der bedingungslosen Loyalität seines Vaters geprägt – und diese erwartet er bis heute auch von seinem Umfeld. Loyalität bekommt Trump definitiv von White – und damit von dem Mann, der das ist, als das er sich selbst zumindest gerne inszeniert. Ob Whites unerbittliche Treue dabei jedoch nur auf Loyalität zurückzuführen ist, oder ob es für den UFC-Präsidenten auch ein gutes Geschäft ist, so nahe an der Macht zu sein, lässt sich zumindest infrage stellen. Profitabel ist die Beziehung für White in jedem Fall. Ein Beispiel: Im Sommer 2025 sicherte sich das Medienunternehmen Paramount die Übertragungsrechte an der UFC für sieben Jahre und eine Summe von 7,7 Milliarden US-Dollar – also über eine Milliarde Dollar pro Jahr. Damit bezahlte das Unternehmen doppelt so viel wie der Sportsender ESPN, der für die TV-Rechte bis dahin rund 500 Millionen Dollar pro Jahr überwiesen hatte. Komischer Zufall: Der Deal kam ziemlich genau ein Jahr nach der Übernahme von Paramount durch den Milliardär David Ellison zustande – der wiederum ein enger Vertrauter und Unterstützer Trumps ist. Für derart gute Geschäftsbeziehungen kann man sich beim US-Präsidenten dann auch mit einer über 60 Millionen Dollar teuren Kampfsport-Show im Garten des Weißen Hauses bedanken. Verwendete Quellen Eigene Beobachtungen und Recherche cbc.ca: "UFC president Dana White says he won't face punishment for slapping wife" (Englisch) tmz.com: "Dana White Nightclub Fight with Wife on NYE ... Dana Says, 'There's No Excuse'" (Englisch) youtube.com: "Dana White On The UFC's Past, Present, And Future I The Full Interview" (Englisch) zdfheute.de: "Mythos Donald Trump: Die Illusion von Erfolg" youtube.com: "Dana White: Full Interview" forbes.com: "Populist Capitalist: How The UFC’s Dana White Epitomizes Business In The Trump Era" (Englisch) merkur.de: "Milliardär mit Trumps Hilfe: UFC-Boss bedankt sich mit 'menschlichen Hahnenkämpfen' zum Geburtstag" youtube.com: "Dana White: The Man Behind the UFC" (Englisch) rollingstone.de: "UFC kommt ins Weiße Haus. Was Sie wissen müssen" kicker.de: " Mega-Deal für die UFC: Paramount zahlt fast acht Milliarden US-Dollar " capital.de: " Warum ein Goldjunge den Filmkonzern Paramount übernimmt " br.de: "Schwerreiche Trump-Kumpels schaffen neue Medien-Supermacht" Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... 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