Dank Thorsteinssons Doppelpack: Hertha dreht Spiel in Dresden
Die Fußballer von Hertha BSC haben auch das sechste Spiel der laufenden Zweitliga-Saison für sich entschieden. Ihr Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden gewannen die Berliner am Samstagabend mit 2:1 (1:1). Der Doppelpack von Jon Dagur Thorsteinsson sorgte für die Wende zugunsten des Tabellenführers (29., 80. Minute). In der Anfangsphase waren die Gastgeber durch das Tor von Patrice Covic in Führung gegangen (10.).
Herthas Trainer Stefan Leitl schwärmte nach dem Spiel vom Auftritt seiner Mannschaft nach der Pause: "In der zweiten Hälfte haben wir das Ding dann komplett gedreht und eine fantastische Halbzeit gespielt, waren sehr mutig und dominant. Wir hatten viele Tormöglichkeiten und in Summe ist der Sieg hochverdient."
Im Dresdner Stadion, das aufgrund der Krawalle beim vorangegangenen Aufeinandertreffen mit Pufferzonen versehen wurde, sahen gut 29.100 Zuschauer die Flutlichtpartie.
Nach knapp zehn Minuten sah Herthas Verteidigung nicht gut aus, und das wurde direkt bestraft. Dynamo-Spielmacher Covic hatte völlig freie Bahn durch die Berliner Hälfte, um dann im Sechzehner Vincent Vermeij zu bedienen, der zurückprallen ließ. Der 19 Jahre alte Leihspieler von Werder Bremen traf aus rund 15 Metern zur Führung – wobei Bewacher Paul Seguin ihm zu viel Raum gelassen hatte, Linus Gechter sich tunneln ließ und Keeper Marius Gersbeck den Ball wohl zu spät sah.
Es entwickelte sich ein intensives Flutlichtduell, bei dem die Gäste aus der Hauptstadt die härteren Mittel wählten: Mads Pedersen hatte bei seinem Bodycheck gegen den durchstartenden Ben Bobzien Glück, nur gelb statt rot zu sehen – immerhin war der Däne der letzte Verteidiger vor dem Hertha-Gehäuse. Kurz zuvor hatte Pedersen bereits Covic umgesenst und war mit einer Verwarnung davongekommen.
Auch Brekalo sorgte für Unmut bei den Dresdnern, als er seine offene Sohle durchaus robust auf das Sprunggelenk von Simon Straudi stellte. Das 1:1 zur Pause war leistungsgerecht, die Verteilung der gelben Karten mit 2:2 nicht unbedingt.
Nach der Pause kam im Angriff die schwedische Neuverpflichtung Gustaf Nilsson für den wirkungslosen Sebastian Grönning. Doch die erste Szene des Neuen war direkt eine Slapstick-Einlage, weil der 1,97-Meter-Hüne den Ball nach einer perfekten Hereingabe von Oluwaseun Adewumi aus gut zwei Metern Torentfernung über den Querbalken jagte.
Nun waren die Herthaner dran am zweiten Tor. Brekalo schnitt seine Hereingabe an den langen Pfosten, wo Adewumi mit einer energischen Kopfballeinlage Dresdens Keeper Tim Schreiber überwand. Doch Adewumis Jubel währte nur kurz: Beim Abschluss sei sein Arm im Spiel gewesen, befand das Schiedsrichter-Team nach Prüfung des VAR. Kein Tor.
Hertha probierte es weiter, kam allen voran durch Nilsson zu weiteren Chancen (70., 72., 73.). Dresden konzentrierte sich beinahe vollständig aufs Verteidigen.
Als die Verzweiflung der Blau-Weißen immer größer wurde und Dresdens Torwart Schreiber immer mehr über sich hinauswuchs, packte Thorsteinsson nach einem Sololauf den Hammer aus und nagelte den Ball unhaltbar ins rechte Toreck zum 2:1 für seine Berliner (80.). Bei diesem knappen Ergebnis blieb es bis zum Ende, obwohl die Gäste dem dritten Treffer in der Folge nahe waren. Eine Quote von 25:7 Torschüssen unterstrich die Dominanz, die Hertha insbesondere im zweiten Durchgang an den Tag legte.
Hertha geht nun als Tabellenführer in die dreiwöchige Länderspielpause. Am 11. Oktober empfängt das Team von Trainer Leitl im Olympiastadion die SpVgg Greuther Fürth zum nächsten Ligaspiel.