Daphne Caruana Galizia: Jury spricht mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes frei
Freispruch auf Malta: Der Unternehmer Yorgen Fenech ist im Prozess um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia für nicht schuldig erklärt worden. Der prominente maltesische Geschäftsmann war als mutmaßlicher Drahtzieher angeklagt.
Caruana Galizia war eine der bekanntesten Journalistinnen des Landes. Sie hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere Missstände auf Malta berichtet und war mit mehreren Klagen konfrontiert gewesen. 2017 starb die Journalistin durch eine Autobombe in ihrem Wagen.
Im vergangenen Jahr wurden zwei Männer wegen Beihilfe zum Mord zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Laut Ermittlungen wurde das Attentat von drei Männern verübt. Ein weiterer Mann war bereits 2021 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte ein Geständnis abgelegt und Details der Tat verraten.
Fenech galt lange als mutmaßlicher Drahtzieher. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, den Mord in Auftrag gegeben und 150.000 Euro an die Auftragskiller gezahlt zu haben. Der Spross einer der einflussreichsten Unternehmerfamilien Maltas war Direktor des Kraftwerkskonsortiums sowie einer Offshorefirma in Dubai, zu denen Caruana Galizia recherchierte, als sie ermordet wurde. Er bestritt im Prozess alle Vorwürfe.
Der Mord an Caruana Galizia hatte auf Malta zu massiven Protesten gegen den damaligen Regierungschef Joseph Muscat geführt. Demonstrierende warfen ihm vor, bei den Ermittlungen Freunde und Verbündete zu schützen . Muscat trat im Januar 2020 zurück. Eine 2021 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Regierung ein »Klima der Straflosigkeit« für jene geschaffen habe, die Caruana Galizia zum Schweigen bringen wollten.