Darts | Überraschendes WM-Aus für Luke Littler - Sensation um Deutschen
Nachdem Luke Littler bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam und beim World Grand Prix zuletzt zwei überraschende Niederlagen hinnehmen musste, wollte sich der 19-Jährige bei den durchaus prominent besetzten World Youth Championships neues Selbstvertrauen vor dem Saisonendspurt holen. Den Titel holt "The Nuke" aber völlig überraschend nicht.
Als haushoher Favorit war Luke Littler zu den World Youth Championships gereist, die im englischen Wigan ausgetragen werden. Nachdem "The Nuke" im Vorjahr im Halbfinale an Beau Greaves gescheitert war, wollte sich der 19-Jährige in diesem Jahr erstmals bei den Unter-23-Jährigen zum Weltmeister krönen - etwas, was er bei den Profis bereits zweimal geschafft hatte.
In seiner Vierergruppe hatte die Nummer eins der Order of Merit auch keinerlei Mühe, ließ dem Niederländer Luuk de Waal, dem Iren Damien Moore und dem Belgier Matthias Moors jeweils mit einem 5:1-Sieg keine Chance. Zum Auftakt der K.-o.-Phase bezwang Littler dann seinen Landsmann Lewis Cook (6:4), der gegen den Superstar überraschend gut mithielt. Beide Spieler kamen auf einen Average von über 100 Punkten.
Deutsches Darts-Talent schafft es ins Finale
Es folgten Siege gegen den Tschechen David Fidler (6:1) und den Engländer Archie Self (6:4), die den Einzug des Topfavoriten ins Viertelfinale nicht verhindern konnten. Nachdem er in der Runde der letzten Acht auch Harrison Leigh mit 6:2 aus dem Weg geräumt hatte, stand nur noch Cam Crabtree zwischen dem Finalzug und dem zweifachen Darts-Weltmeister.
Und der 23-jährige Londoner schaffte es tatsächlich, "The Nuke" im Decider aus dem Turnier zu werfen und den Einzug ins Endspiel der Junioren-WM perfekt zu machen, das am 29. November im Rahmen der Players Championship Finals in Minehead ausgetragen wird. Dort wartet mit Jan Schmidt erstmals seit 2018 wieder ein deutsches Darts-Talent. Damals erreichte Martin Schindler das Finale.
Im Halbfinale am Montag bezwang der 22-Jährige das englische Talent Charlie Manby in Wigan mit 6:3. Zuvor bezwang "Lightning" bereits überraschend den Engländer Henry Coates und Polens Sebastian Bialecki - beide Pro-Tour-Event-Sieger. Sollte der 22-Jährige im WM-Finale auch gegen Crabtree überraschen, wäre er nach Max Hopp (2015) der erste zweite Junioren-Weltmeister aus Deutschland.
Für Schmidt, der in seiner bisherigen Karriere keinerlei Profierfahrung vorzuweisen hat, ist der Einzug ins Endspiel aber bereits ein Mega-Erfolg. Als Titelträger hätte er das Ticket für die "richtige" Weltmeisterschaft im Londoner Ally Pally sicher.