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Das Aus für 320 Jobs: Eisengießerei soll Ende des Jahres schließen

Nation

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Breyden die Ueckermünder Eisengießerei übernommen. Jetzt plant die Geschäftsführung, den Standort Ueckermünde zum Jahresende 2026 komplett zu schließen, informierte der Geschäftsführer Sebastian Simon. Im Werk werden unter anderem Bremssattel und Bremsgehäuse für die Autoindustrie hergestellt.

Beschäftigte wurden informiert

Mit der Schließung würden die 260 Festangestellten, Mitarbeiter mit befristeten Verträgen und Leiharbeiter – insgesamt rund 320 Beschäftigte – ihre Jobs verlieren. Zuerst sei am Freitag der Betriebsausschuss und der Betriebsrat informiert worden. Die Beschäftigten seien um 14 Uhr in einer Mitarbeiterversammlung über die Pläne in Kenntnis gesetzt worden, so Simon.

Hintergrund der Entscheidung sei die seit längerer Zeit schwierige wirtschaftliche Situation des Standortes, teilte das Unternehmen mit. Eine rückläufige Entwicklung des Marktes in der Autoindustrie und eine nicht ausreichende Auslastung hätten dazu geführt, dass die bestehenden Kostenstrukturen am Standort nicht mehr nachhaltig getragen werden können.

„Für die Beschäftigten ist das ein Schock“, sagte Denis Rogge, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Stralsund/Neubrandenburg. Genauso für die Stadt und die gesamte Region. Denn wenn die Tore des Werks für immer geschlossen werden, breche auch ein wichtiger Arbeitgeber für die Region weg. „Die Leute waren zornig und wütend.“ Auch weil sie in der Vergangenheit Lohneinbußen hingenommen hätten, um den Standort zu sichern. Jetzt solle es plötzlich um eine Schließung gehen.

Betriebsrat: Großer Unmut im Werk

Der Betriebsratsvorsitzende Clemens Schröder bestätigte den Unmut bei den Beschäftigten. Die Mitarbeiter hätten in der Vergangenheit immer die Auskunft bekommen, dass die Auftragslage gut sei. Deswegen gebe es unter den Beschäftigten ein großes Unverständnis über die Schließungspläne.

Die hohen Kosten für Arbeit und Energie sowie eine geringer werdende Nachfrage hätten das Unternehmen zu dieser Entscheidung veranlasst, so Simon. Die Auftragslage sei rückläufig. Vor einigen Jahren habe das Werk noch 50.000 Tonnen Eisen im Jahr verarbeitet. Jetzt seien es nur noch 35.000 Tonnen. Zudem könnten Unternehmen in China und Indien mit geringeren Lohnkosten und Energiepreisen zwischen 6 und 8 Cent je Kilowattstunde aufwarten. In Deutschland seien es mehr als 20 Cent bis zu 25 Cent je Kilowattstunde.

Schon jetzt auf Finanzspritzen angewiesen

Die Breyden Ueckermünde GmbH sei bereits heute auf erhebliche finanzielle Unterstützung innerhalb der Unternehmensgruppe angewiesen, teilte das Unternehmen weiter mit. „Wir hatten gehofft, die Entwicklung zu einem Erfolg zu führen“, sagte der Geschäftsführer. Zwischenzeitlich seien die Aussichten auch gut gewesen. Doch mit einem Blick auf die aktuelle Planung würde sich die wirtschaftliche Situation in den kommenden Jahren weiter verschlechtern. Auch weitere Investitionen würden den Standort nicht wettbewerbsfähig machen.

Geschäftsführung und Gesellschafter sind sich bewusst, welche Tragweite diese Entscheidung für die Beschäftigten, ihre Familien und die Region habe, hieß es vom Unternehmen. Breyden wolle nun mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln. Dabei sollen insbesondere Möglichkeiten zur Unterstützung der Beschäftigten beim Übergang in neue Arbeitsverhältnisse geprüft und vereinbart werden.

Die Gewerkschaft habe dafür schon ihre Unterstützung zugesagt, teilte Denis Rogge von der IG Metall mit. Es würden ein Wirtschaftsprüfer und ein Anwalt hinzugezogen. Eine Insolvenz zur Weiterführung des Betriebes sei nicht vorgesehen. Geschäftsführer Sebastian Simon hofft, dass viele Beschäftigte in der Torgelower Gießerei einen Job finden.

Die Produktion und die Belieferung der Kunden solle bis zur Werksschließung geordnet fortgeführt werden, hieß es weiter. Für Kunden und Lieferanten werde das Unternehmen gesonderte Ansprechpartner und Informationen zum weiteren Vorgehen bereitstellen. Alle anderen Standorte der Breyden-Gruppe würden ihre Aktivitäten wie gewohnt weiterführen.

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