Das Glück gepachtet: St. Pauli feiert Heimsieg gegen den KSC
Stand: 11.10.2026 16:13 Uhr
Der FC St. Pauli hat im siebten Saisonspiel seinen zweiten Sieg gefeiert. Gegen den Karlsruher SC gewannen die Hamburger am heimischen Millerntor verdient mit 2:0 (1:0). Dabei hatte das Team von Trainer Marcel Rapp aber auch eine große Portion Glück.
von Florian Neuhauss
Vielleicht war es das Glück des Tüchtigen, das den im bisherigen Saisonverlauf weniger mit Fortune gesegneten Kiezkickern am Sonntag zum Heimsieg verhalf. Vor der Führung von Abdoulie Ceesay (32.) wurde der vermeintliche Führungstreffer des KSC nicht gegeben - wohl zu Unrecht. Und vor dem 2:0 von Lars Ritzka (51.) ahndete das Schiedsrichtergespann ein "hohes Bein" von Ceesay nicht.
Bitter für die Gäste, den Hausherren und ihren Fans konnte es egal sein. Der Bundesliga-Absteiger, der zwar erst zwei Siege, aber auch nur eine Niederlage auf dem Konto hat, kann jetzt in der Tabelle wieder nach oben schauen.
"Ich musste bei meinem Tor ein bisschen lachen, weil mir unser Torhüter heute morgen gesagt hat: 'Ich habe das Gefühl, du scorst heute. Da musste ich dran denken", feixte Ritzka nach seinem überhaupt erst fünften Tor im Profifußball. Der Verteidiger berichtete zudem von einer internen Wette: "Standards sind ein wichtiger Faktor. Wenn wir ein Gegentor kassieren, müssen wir ein bisschen was zahlen. Wenn wir ein Tor machen, zahlt das Trainerteam."
St. Pauli verpasst Führung und hat Glück
Beiden Mannschaften hatten am Millerntor offensiv begonnen. Größere Chancen gab es zunächst nicht, weil auf beiden Seiten die Präzision in der letzten Aktion fehlte. In der 13. Minute hätte St. Pauli allerdings in Führung gehen können. Nach tollem Querpass von Ceesay auf Youssoupha Niang stand die Leihgabe aus Köln frei vor dem KSC-Tor. Doch anstatt Hans Christian Bernat auszuspielen, versuchte es Niang mit einem Beinschuss und blieb am Keeper hängen.
Kurz danach hatten die Kiezkicker Glück. Nach einer Ecke köpfte Christoph Kobald zur vermeintlichen Führung der Gäste ein (21.). Doch Schiedsrichter Lukas Benen hatte zuvor ein Foul gesehen. Eine zumindest diskutable Entscheidung.
Ceesay lässt Millerntor beben
Viel passierte in der Folge nicht, aber plötzlich stand es 1:0 für die Hausherren. Connor Metcalfe schickte Ceesay mit einem Steilpass Richtung Tor. Der Schuss des Gambiers hätte eigentlich kein Problem für Bernat sein dürfen, doch der bugsierte den Ball unglücklich ins eigene Tor (32.). Den Jubel im erneut voll besetzten Stadion schmälerte die Entstehung allerdings nicht. Zumal es im vierten Heimspiel überhaupt erst der vierte Treffer war.
Ritzka entscheidet die Partie
Nach Wiederanpfiff ließ der fünfte nicht lange auf sich warten - und wieder hatten die Kiezkicker Fortune. Ceesay war mit sehr hohem Bein in einen Zweikampf mit Marcel Franke gegangen und hatte dennoch den Freistoß bekommen. Franke beschwerte sich zu Recht. Und das Frustlevel der Gäste stieg noch, weil St. Pauli die Möglichkeit zum 2:0 nutzte. Die Hereingabe von Eric Smith verlängerte Lars Ritzka volley in die Maschen (51.).
Die schnelle Antwort des KSC verhinderte Ben Voll im St.-Pauli-Tor mit einer starken Parade gegen Shio Fukuda (54.). Die Nordbadener schnürten die Hamburger in der Folge mitunter an deren Sechzehner ein. So richtig gefährlich wurde es aber nicht für den Kasten von Voll. Und durch Chancen wie die von Joker Ricky-Jade Jones (77.) gelang es dem Rapp-Team auch, für Entlastung zu sorgen.
Einmal hatte St. Pauli aber trotzdem noch Glück. Das Tor von Lilian Egloff zählte nicht, weil er beim Zuspiel im Abseits gestanden hatte (83.). Allerdings legen die TV-Bilder nahe, dass der Ball eigentlich vom Fuß eines St. Paulianers zu ihm gekommen war. Trotzdem blieb es auch nach VAR-Check beim 2:0.