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Das große Geld und die Tore: Erkauft der FCB seine Dominanz?

Sport

Als Otto Rehhagel einem Abgang von Ciriaco Sforza vom FC Bayern München 1995 mit dem Satz "Geld schießt keine Tore" eine öffentliche Absage erteilte, hätte er wohl nicht gedacht, dass seine Aussage sich für immer in den deutschen Sprachgebrauch einbrennen würde.

Zum Artikel: Besser werden, aber wie? Kompanys kniffliges Bayern-Dilemma

Zweifel an "Geld schießt keine Tore" wegen Bayern-Dominanz

Doch die fast schon poetische Wahrheit hinter den Worten der Trainer-Legende ließ seinen Spruch zum Schlachtruf der Außenseiter werden. Eine Art Metapher für nahezu schadenfrohe Analysen, wenn ein Favorit trotz millionenschwerer Ablösesummen für Neuzugänge unterlegen war. Zumindest bis vor ein paar Jahren.

Ausgerechnet Rehhagels Ex-Klub von der Isar hat Zweifel am tieferen Sinn seines germanistischen Geniestreichs aufkommen lassen. Irgendwo zwischen der x-ten Deutschen Meisterschaft des FCB in den 2010er Jahren und den Rekorden der vergangenen Saison schien der Wahrheitsgehalt der Phrase erschüttert, die doch lange Zeit versprochen hatte: Teure Spieler garantieren keine Titel.

Kane, Olise und Díaz nehmen Konkurrenz auseinander

Der Impuls, "Geld schießt keine Tore" aufs Altenteil zu schicken, ist mit Blick auf die jüngsten Leistungen der Bayern absolut verständlich. In der zurückliegenden Spielzeit wurde die nationale Konkurrenz weniger dominiert als vielmehr platt gewalzt. Am Ende standen die Bayern sowohl in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal unangefochten ganz oben.

Einer der Hauptgründe für die Stärke der Münchner: Die Super-Offensive um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz, die in 34 Bundesliga-Spielen auf sagenhafte 122 Tore kam, wobei Kane (36), Olise (15) und Díaz (15) zu dritt für mehr als die Hälfte der erzielten Treffer verantwortlich waren.

Schießt das Bayern-Geld etwa doch Tore?

"Geld schießt keine Tore" war ad absurdum geführt. Schließlich hatten die Bayern alleine für die Sockelablöse des Trios in den vergangenen drei Jahren 218 Millionen Euro an Tottenham, Crystal Palace und Liverpool überwiesen.

Blickt man etwas tiefer, gibt es allerdings doch noch Hoffnung für Rehhagels zur Phrase gewordenen Ausspruch. Schließlich waren die Jahre vor dem Double keineswegs so rund gelaufen, wie man angesichts solch schwindelerregender Summen meinen könnte.

Bayern-Ausgaben nur knapp vor Leipzig

Zwar ist es richtig, dass der FCB die Bundesliga in Sachen Transferausgaben anführt, aber von totaler nationaler Übermacht war der Rekordmeister dennoch weit entfernt.

532,25 Millionen Euro investierten die Münchner seit Sommer 2023 in neue Spieler wie Kane, Olise und Díaz. Der "Vorsprung" auf RB Leipzig, das mit 520,15 Millionen Euro Platz zwei belegt, war aber marginal. Größer war der Abstand zu Bayer 04 Leverkusen auf Rang drei, das im selben Zeitraum für "nur" 435,15 Millionen Euro aufrüstete.

Leverkusen ärgert Bayern ausgerechnet im ersten Kane-Jahr

Ausgerechnet die Leverkusener waren es aber, die 2023/24 im ersten Jahr von Kane in München das Meister-Abo der Bayern beendeten und dem FCB unter Thomas Tuchel die erste titellose Saison seit 2012 bescherten, obwohl Kane mit 36 Toren seinem 95-Millionen-Euro-Preisschild absolut gerecht wurde.

Auch nach der Ankunft von Olise und dem neuen Trainer Vincent Kompany 2024 lief nicht alles rund. In der Bundesliga triumphierte man zwar mit 13 Punkten vor der zweitplatzierten Werkself, musste aber im DFB-Pokal im Achtelfinale die Segel streichen.

Bayern mit Vorteil - aber nicht unangreifbar

Natürlich: Die Bayern haben aufgrund ihrer finanziellen Stärke einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der nationalen Konkurrenz. Millionengräber wie Joao Palhinha (51 Millionen Euro) oder Sacha Boey (30 Millionen Euro) verkraftet der Klub deutlich einfacher als etwa Eintracht Frankfurt oder der FC Augsburg.

Das bedeutet bislang allerdings keineswegs, dass der Rekordmeister unangreifbar wäre. Der FCB unter Tuchel hat gezeigt, wie sehr ein unruhiges Umfeld und Fehler bei der Kaderplanung dem Star-Ensemble zusetzen kann.

Kane-gerechte Modifikation für "Geld schießt keine Tore"?

Die Rehhagelsche Weisheit "Geld schießt keine Tore" darf damit auch weiterhin bestehen bleiben, auch wenn ihr eine kleine Kane-gerechte Modifikation durchaus guttun würde.

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