Das Ich: Bruno Kramm tot nach Konzert
Die deutsche Gothic– und Dark-Wave-Szene trauert um Bruno Kramm. Der Musiker, Komponist und Produzent, der gemeinsam mit Stefan Ackermann die Band Das Ich prägte, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Kramm hatte am Freitagabend noch mit der Gruppe im spanischen Granada auf der Bühne gestanden.
Nach dem Konzert brach Kramm in den Räumlichkeiten des Veranstaltungsortes zusammen. Rettungskräfte wurden alarmiert, konnten den Musiker jedoch nicht mehr retten. Der Veranstalter Distortiongirl Eventos bestätigte seinen Tod anschließend in den sozialen Medien.
„Am Boden zerstört und mit schwerem Herzen“ müsse man mitteilen, dass Kramm nach dem Konzert in Granada gestorben sei, hieß es dort. Trotz der Hilfe vor Ort habe nichts mehr für ihn getan werden können.
Todesursache von Bruno Kramm noch nicht bekannt
Welche Ursache der medizinische Notfall hatte, ist bislang nicht bekannt. Spanische Medien berichten, dass die örtlichen Behörden von einem natürlichen Tod ausgehen. Genauere Angaben zu den Umständen liegen derzeit nicht vor.
In der Schwarzen Szene löste die Nachricht große Bestürzung aus. Auch Danse Macabre Records, das eng mit Kramms musikalischer Arbeit verbunden ist, erinnerte an den Musiker. Sven Hegewald schrieb, mit Kramm sei „ein großer Teil der Szene“ und zugleich ein bedeutender Teil seiner eigenen Lebensgeschichte gegangen.
Kramms langjähriger Das-Ich-Partner Stefan Ackermann hatte sich zunächst noch nicht öffentlich zum Tod seines Bandkollegen geäußert.
Bruno Kramm prägte mit Das Ich die deutsche Gothic-Szene
Kramm und Ackermann lernten sich bereits 1986 in der Bayreuther Diskothek Crazy Elephant kennen. Zunächst spielten sie gemeinsam bei Dying Moments, ehe Ende der Achtzigerjahre Das Ich entstand. Die Band entwickelte sich Anfang der Neunziger zu einem der bekanntesten Vertreter der Neuen Deutschen Todeskunst.
Dabei war Kramm weit mehr als der Mann an den Keyboards. Als Komponist, Produzent und Klangarchitekt bestimmte er den charakteristischen Sound von Das Ich entscheidend mit. Elektronische Härte, orchestrale Elemente und Ackermanns dramatischer Gesang machten die Gruppe zu einer Ausnahmeerscheinung der deutschen Schwarzen Szene.
Zu den wichtigsten Veröffentlichungen der Band zählen Alben wie „Die Propheten“, „Staub“ und „Egodram“. Songs wie „Gottes Tod“ und „Destillat“ entwickelten sich zu Klassikern des Genres.
Trauer um Bruno Kramm
Auch abseits von Das Ich hinterließ Kramm Spuren. Er arbeitete als Produzent und engagierte sich mit seinem Label Danse Macabre für Künstler aus Gothic, Electro und Dark Wave. Damit gehörte er über Jahrzehnte nicht nur als Musiker, sondern auch hinter den Kulissen zu den prägenden Persönlichkeiten der Szene.
Bruno Kramm wurde 58 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.