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"Das ist doch Quatsch": Journalistin kontert AfD-Politiker

Allgemein

Von Charlotte Zink

24.09.2026 - 04:14 UhrLesedauer: 3 Min.

AfD-Mann Holm hat bei Markus Lanz erklärt, was bei der CDU schiefläuft. Gegenwind bekam er von Journalistin Kerstin Münstermann.

Markus Lanz hat sich am Mittwoch um einen Blick hinter die Parteikulissen von CDU und AfD bemüht. Dabei brachte er auch den "Pfingstbrief" zur Sprache, in dem CSU-Vize Manfred Weber Parteichef Markus Söder im Mai indirekt scharf kritisiert hatte. "Würden Sie Markus Söder als Ihren Freund bezeichnen?", wollte Lanz wissen. "Wir sind politische Weggefährten seit Jahren und haben unterschiedliche politische Ansätze", erklärte Weber.

"Mögen sie den?", bohrte Lanz nach. Er "habe Themen", die er an Söder "sehr schätze", erklärte Weber. "Sie können nicht einmal sagen, dass Sie ihn mögen", schloss Lanz. Es gebe ein "gutes menschliches Miteinander", führte der CSU-Vize zu Lanz‘ Belustigung aus. "Es wird immer schlimmer", erklärte der Moderator amüsiert. Man müsse in der Politik nicht jedem in den Arm fallen, beharrte Weber. Seine Partei sei stark, wenn alle Charaktere gut zur Geltung kommen. Deswegen wolle er neben anderen auch einen starken Markus Söder, so Weber.

Die Gäste

Manfred Weber, CSU-Vize

Leif-Erik Holm, AfD-Politiker

Kerstin Münstermann, Journalistin

Gerald Knaus, Migrationsforscher

Ob er ausschließe, dass sein Parteigenosse noch einmal einen Versuch starte, Kanzler zu werden, wollte Lanz wissen. Söder selbst habe das mehrfach ausgeschlossen, antwortete Weber. Damit sei alles gesagt. Die CSU wolle eine erfolgreiche CDU-Regierung und unterstütze Bundeskanzler Friedrich Merz trotz Kritikpunkten, machte Weber deutlich. Ein Kanzlertausch stehe nicht zur Debatte. Weber appellierte dafür, den Fokus auf Problemlösungen statt Personaldebatten zu lenken.

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Holm wehrt sich

Nur den Kanzler auszuwechseln, ist für den AfD-Politiker Leif-Erik Holm keine Lösung. "Neuwahlen wären tatsächlich eine gute Lösung", so sein Ansatz. Schließlich löse ein Personalwechsel die grundlegenden Probleme nicht. Die Union sei "nur noch Mehrheitsbeschaffer für linke Politik", so seine Analyse. "Das ist doch Quatsch", hielt Journalistin Kerstin Münstermann dagegen. "Sie spekulieren auf Neuwahlen, weil Ihnen das gerade gut passen würde", erklärte sie. In einer Demokratie sei es aber nicht vorgesehen, dass man so lange wählt, bis die Mehrheit komme, die einer Fraktion passt.

Ob die AfD die CDU zur Zusammenarbeit bringen wolle, wollte Lanz von Holm wissen. Das wäre ein denkbarer Weg, um der AfD eine Beteiligung an der Regierung zuzusichern, erklärte dieser. "Der Plan der AfD ist doch die Zerstörung der CDU", provozierte Lanz und verwies darauf, dass sowohl Parteichefin Alice Weidel als auch CDU-Mann Ronald Pofalla dies so gesagt haben. "Das sind polemische Äußerungen, aber darum geht es uns doch gar nicht", so Holm. Die AfD wolle in die Verantwortung kommen, um bessere Politik für Deutschland zu machen.

Warum sich die AfD nicht von "völkischem, rassistischem und nationalem Gedankengut" verabschiede und eine "sehr konservative" Partei rechts der CDU werde, mit der die Christdemokraten zusammenarbeiten könnten, wollte Journalistin Münstermann wissen. Was bei der AfD derzeit in der zweiten Reihe lauere, sei schließlich "niemals vereinbar" mit dem Kern der CDU, so ihre Einschätzung. Das Programm seiner Partei stehe "selbstverständlich" auf dem Boden des Grundgesetzes, erklärte Holm.

Lanz nimmt Holm in die Mangel

Raus aus dem Euro, raus aus Schengen und eine konsequente "Remigration": Zu einigen Kernthemen der AfD fühlte Lanz Holm am Mittwoch auf den Zahn, indem er ihn nach Zahlen fragte. Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland hängen unmittelbar am Euro, wollte er wissen. Außerdem wie viel Geld Holms Bundesland Mecklenburg-Vorpommern jährlich aus EU-Töpfen bekomme und wie viele Fachkräfte dort fehlten? Die Zahlen hatte der AfD-Politiker nicht im Kopf. Eine kannte er dafür ganz genau, wie Lanz bemerkte: 831 Menschen seien in Mecklenburg-Vorpommern vollziehbar ausreisepflichtig, erklärte Holm auf Lanz Nachfrage.

Deren Abschiebung rette doch nicht das Bundesland, entgegnete Lanz. Es gehe darum, geltendes Recht umzusetzen, so Holm. Mit Blick auf die EU stellte er klar: Die AfD wolle zwar raus aus dem Euro, sei jedoch für eine europäische Zusammenarbeit. Dafür müssten Verträge jedoch neu verhandelt werden, um Bürokratie abzubauen und die Zahlungen Deutschlands zu reduzieren.

Einspruch kam von CSU-Vize Weber: Deutschland profitiere massiv von europäischer Zusammenarbeit und Handel, die über Jahrzehnte gewachsen seien. Deutschlands Austritt aus dem Euro würde die gemeinsame Währung zerstören, so seine Prognose. Wenn die AfD glaube, sie könne die EU neu erfinden, werde sie diese zerstören, warnte der EVP-Fraktionschef. Er gab in der Talkrunde auch mehrfach zu bedenken, das Problem der Diskussion sei, dass Holm als "sehr nettes Gesicht" nicht für den Kern der AfD spreche.

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