„Das ist meine Antwort“: Als Selenskyj nach Trump gefragt wird, lächelt er einfach nur
Am Freitag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Rande eines EU-Treffens in Brüssel Pressefragen beantwortet. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Kyjiw an unterschiedlichen Stellen erhöht und zuletzt gar behauptet, dass er den Umgang mit dem russischen Machthaber Putin einfacher finde als den mit Selenskyj. Hintergrund sind Forderungen aus den USA an die von Russland überfallene Ukraine, nicht länger russische Öl-Anlagen zu attackieren.
Selenskyj erklärte, er habe der US-Regierung gesagt, dass er dazu bereit sei – wenn Washington sein Land denn mit Luftabwehrraketen ausstatte. Damit könne man fortgesetzte russische Angriffe auf eigene Energieanlagen abwehren. Dies sei aber nicht geschehen.
Ein Lächeln als Antwort
Ob Selenskyj vor den US-Zwischenwahlen zum Sündenbock für Trumps Iran-Krieg und die dadurch verursachten hohen Spritpreise gemacht werden solle, wollte ein Journalist wissen. Selenskyj machte daraufhin eine Pause, lächelte und sagte: „Das ist meine Antwort“.
Die Vorgeschichte: Druck aus den USA
Die Ukraine hatte eine – von Trump am Wochenende offenbar ohne Absprache verkündete – Energie-Waffenruhe zunächst eigenen Angaben nach befolgt. Am Donnerstag erklärte Selenskyj sie jedoch in einem Interview für beendet. Vorausgegangen waren Meldungen aus Kyjiw, teils nicht mehr vor russischen Raketenangriffen gewarnt worden zu sein. Diese Warnungen hätten aufgrund der nötigen technischen Fähigkeiten nur vom US-Geheimdienst kommen können, wie ein Experte dem Tagesspiegel erklärte.
Auch berichtete die ukrainische Armee über die Drosselung des im Drohnenkrieg wichtigen US-Satellitendienstes Starlink, dessen Leistung inzwischen offenbar zumindest teils wiederhergestellt wurde.
Zurück zur Pressekonferenz in Brüssel: Dort wich Selenskyj der Frage aus, was er zu der Trump-Aussage sage, dass dieser leichter mit Putin als mit ihm reden könne. Selenskyj habe mehrere Treffen mit Trump gehabt „und immer Themen gefunden, über die man diskutieren und entscheiden“ könne. Aber er stehe alleine für die ukrainischen Interessen, betonte der Präsident.
Selenskyj hatte zuvor an den Beratungen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen und davon gesprochen, wie groß die Hilfe der EU für sein Land sei. (TMA mit Reuters)