Das machen Blessin und Wagner bei ihren Klubs anders
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Mönchengladbach/Hannover – Der eine soll einen Traditionsverein retten, der andere einen Traditionsverein endlich zurück in die Bundesliga führen!
Die Bundesliga und 2. Liga knallen am kommenden Wochenende los – mit zwei neuen Trainern! Alexander Blessin (53) soll Gladbach retten, Sandro Wagner (38) Hannover 96 zum Aufstieg führen. Wie krempelten sie ihre Klubs um?
Mit Blessin wird es lauter
Blessin fing in Gladbach mit vier freien Tagen an, die sein Vorgänger Eugen Polanski (40) der Mannschaft versprochen hatte. Dann wurde er laut! Der neue Coach unterbricht während des Trainings ständig, gibt lautstark Anweisungen und Hilfestellungen. Blessin: „Ich habe meine Stimme jetzt drei Monate geschont – die muss erstmal wieder trainiert werden …“
Die Einheiten sind kürzer, aber intensiver geworden. Immer wieder werden überfallartige Pressing-Situationen eingeübt, auch in den Testspielen beim Viertligisten Siegen (3:0) und beim Ex-Klub St. Pauli (1:1). Blessin: „Ich bin in der RB-Schule ausgebildet worden. Entsprechend sind Themen wie Gegenpressing, Pressing im Allgemeinen und eine mutige Spielweise für mich wichtig.“
Sein Verhältnis zur Mannschaft ist auf Augenhöhe. Blessin, der am Sonntag mit dem Derby in Köln startet: „Siezen muss mich kein Spieler. Alex, Coach, Trainer. Das sind die drei Sachen, die Sie sagen dürfen.“ Wie er die Spieler in Zukunft anpackt, beschreibt Blessin so: „Das wird sich dann herauskristallisieren, wie ich jeden Spieler zu händeln habe. Der eine braucht vielleicht ein bisschen mehr den Tritt in den Arsch. Und den anderen muss man dann doch mal mehr in den Arm nehmen.“
Wagner erhöht Trainingspensum
„Ich habe Bock, hier was Cooles auf die Beine zu stellen“, sagte Wagner bei seinem Start in Hannover. Für die Profis bedeutet das: mehr Arbeit als bei Vorgänger Christian Titz (55): Wagner lässt in einer normalen Woche fünf- statt bisher viermal trainieren. Und er hat ein paar Besonderheiten eingeführt: Am Ende jeder Einheit bieten er und sein Staff ein „Trainings-Buffet“ an, Spieler können an einzelnen Stationen Schwerpunkte üben und verbessern.
Im Kabinentrakt werden die wichtigsten Informationen des aktuellen Trainingsthemas auf diverse Bildschirme projiziert. Per WhatsApp bekommen die Stars regelmäßig Details und Videosequenzen.
Sein erstes Testspiel gewann Wagner 2:0 gegen den Drittligisten Verl, führte danach ein Abendtraining ein. Der Tag nach dem Spiel ist frei, Tag 2 danach wird um 17 Uhr trainiert – ungewöhnlich für die 2. Liga. Die Spieler sollen abschalten, Zeit mit der Familie verbringen und die Akkus auffüllen. Das erste Pflichtspiel steigt am Sonntag beim 1. FC Magdeburg.
Auffällig: Wagner gibt sich stiller und zurückhaltender als in Augsburg, wo er nach nur fünf Monaten entlassen wurde. Der Trainer hat viel reflektiert, sagt: „Ich bin ein Arbeiter. Es waren Sachen in der Vergangenheit, die nicht gut waren. Aber es gab auch Sachen, die gut waren.“