Daten-Schock in Berlin! Hacker machen Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahr
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Berlin – Jetzt haben die Daten-Terroristen ihre Drohung wahr gemacht. Um 15.35 Uhr lud die Hacker-Gruppe Rhysida sensibelste Daten von Personen, Verwaltung und Behörden aus Berlin ins Darknet. 5,26 Terabyte und 1.439.893 Dateien sollen es sein. Darunter schreiben sie süffisant auf Englisch: „Alle Daten wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Viel Spaß damit, Datenjäger.“ Das genaue Ausmaß für Privatpersonen ist aktuell noch völlig unklar.
Nach BILD-Informationen sollen tatsächlich riesige Mengen von höchst sensiblen Daten im Darknet liegen.
Vor Tagen hatten Hacker sensible Daten im Darknet in einer Auktion angeboten. Das Mindestgebot: 30 Bitcoins, etwa zwei Millionen Euro. Zwischen 7. und 12. August hatten sie Dateien aus dem Netz der Berliner Senatsverwaltung heruntergeladen. Darunter sensible Dokumente zu kritischer Infrastruktur, LKA-Ermittlungen und Kontonummern. Insgesamt 1,44 Millionen Daten. Noch ist unklar, wie viele und in welcher Form Berliner betroffen sind.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat einen Krisenstab eingerichtet. Nach Einschätzung des Senats gab es keine weiteren Datenabflüsse. Kontakt zu den Erpressern habe das Land Berlin zu keinem Zeitpunkt aufgenommen.
Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte im Darknet den Umfang des Datenklaus veröffentlicht und zu einer Auktion aufgerufen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Cyberkriminellen mit Russland in Verbindung stehen.
Hackergruppe veröffentlichte Daten im Darknet
So stellte die Hackergruppe im Darknet eine Art Katalog mit Datensätzen zusammen. Die Informationen darin sollen höchst brisant sein. So behauptet Rhysida, im Besitz von 1,44 Millionen Dateien zu sein. Darunter 46.522 Verträge, 5941 Passwörter, 16.389 E-Mail-Adressen und 5000 Personalakten. Nach Ablauf des Ultimatums sollen sie die gehackten Daten aus Berlin mittlerweile für jedermann zum Herunterladen veröffentlicht haben.
Dass die Hackergruppe es ernst meint, zeigt ein Angriff auf die Stuttgarter Verwaltung. Im letzten Mai entwendeten die Kriminellen 383.710 Daten und veröffentlichten sie, nachdem das Lösegeld offenbar nicht bezahlt wurde. Zwei weitere „Auktionen“ der Hacker laufen derzeit online, sie betreffen aber keine deutschen Firmen oder Behörden.
Ein Sprecher der Senatskanzlei zu BILD: „Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass das Landesnetz noch infiltriert ist. Die forensischen Untersuchungen dauern aber an. Gegenstand der Untersuchungen ist auch, ob möglicherweise weitere Daten abgeflossen sind.“ Zuvor hatte es der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) abgelehnt, Lösegeld zu zahlen, und gesagt, Berlin lasse sich nicht erpressen.
Hacker-Gruppe operiert weltweit
Ein Rhysida ist ein giftiger Hundertfüßler aus Südamerika. Die Hackergruppe wählte diesen Namen offenbar bewusst als Metapher für ihre Schadenssoftware – die wie ein giftiger Hundertfüßer unbemerkt durch die IT-Infrastrukturen läuft und die Systeme infiziert.
Die Gruppe hat es nicht nur auf große Städte und Verwaltungen abgesehen, sondern nimmt auch kleinere Unternehmen, vor allem in den USA, ins Visier. So erpresste sie laut Darknet auch amerikanische Handwerkerbetriebe, Kleinstadtverwaltungen und Medizinunternehmen. Teilweise wurde laut Gruppe Lösegeld gezahlt. Unter dem Namen der erpressten Firma prangt dann in fetter roter Schrift: „Sold“ („Verkauft“).