Datenleck bei IDScan: 153 Millionen Ausweise im Netz
Der in den USA ansässige ID-Verifizierungsdienst IDScan hat am 4. September 2026 offiziell bestätigt, dass Hacker in seine Cloud-Systeme eingedrungen sind und umfangreiche Datenbestände gestohlen haben. Nach Angaben des Unternehmens könnte ein unbefugter Dritter auf Kundendaten zugegriffen und diese kopiert haben. IDScan bietet Identitätsprüfungen für Unternehmen wie Autovermietungen, Einzelhändler und Finanzinstitute an – darunter auch international tätige Firmen wie Hertz, FedEx und GameStop.
Was wurde gestohlen?
Die erbeuteten Daten umfassen vollständige Namen, Führerscheinnummern sowie Identifikationsnummern anderer staatlich ausgestellter Dokumente wie Pässe. Nach Berichten von Cybersicherheitsexperten wurden auch eingescannte Führerscheinfotos von über 150 Millionen Menschen aus den USA und Kanada gestohlen. Der Cybersecurity-Journalist Brian Krebs konnte die Echtheit der Daten anhand seines eigenen Datensatzes verifizieren. In der Datenbank fanden sich auch Informationen hochrangiger Persönlichkeiten wie die des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth. In Deutschland ist der Anbieter zwar nicht verbreitet, wer allerdings in den USA oder Kanada Urlaub gemacht hat, kann trotzdem betroffen sein. Das gilt insbesondere, wenn im Casino oder beim Mietwagenverleih der Ausweis gescannt wurde.
Wie kam der Vorfall ans Licht?
IDScan erfuhr nach eigenen Angaben am oder um den 1. September 2026 von einem möglichen Hackerangriff. Am selben Tag berichtete Brian Krebs erstmals über eine Dark-Web-Plattform namens Nexus, die Zugang zu über 153 Millionen Führerschein-Scans anbot. Die Plattform wurde mittlerweile offline genommen, allerdings dürften die Kriminellen weiterhin Zugriff auf die Datenbank haben. Mehrere Akteure im Darknet behaupten seither, die gesamte Datenbank zu verkaufen.
Was sollten Betroffene tun?