DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,70 % 52.470,97 Pkt 19:18:50 S&P 500 +2,19 % 7.476,53 Pkt 19:18:49 Nasdaq +3,50 % 25.297,48 Pkt 19:18:49 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold -0,03 % 4.098,90 USD 19:08:39 Silber -2,03 % 57,62 USD 19:08:46 Brent +1,10 % 90,01 USD 19:03:24 WTI +1,20 % 84,59 USD 19:08:47 Bitcoin -2,94 % 62.819,17 USD 19:18:48 EUR/USD +0,51 % 1,15260 USD 19:18:22 EUR/GBP -0,29 % 0,85530 GBP 19:18:49 EUR/CHF -0,13 % 0,93150 CHF 19:18:49 EUR/JPY -1,89 % 183,721 JPY 19:18:49

Dauerfeuer auf Russlands Online

Technologie

Startseite Politik Wildberries-Zentren in Flammen: Drohnen-Dauerfeuer auf Russlands größten Online-Händler nimmt kein Ende Von: Nail Akkoyun Uns auf Google folgen Die Ukraine greift Russlands größten Online-Händler systematisch an – und trifft mit Wildberries eine Plattform, die auch Militärgüter an Putins Armee liefert. Wolgograd – Die Ukraine hat ihre Angriffsserie gegen den russischen Online-Händler Wildberries ausgeweitet und dabei erneut ein Lagerhaus in Wolgograd in Brand gesetzt. Gleichzeitig wurde eine Ölraffinerie in der Stadt getroffen. Damit setzt Kiew seine Strategie fort, den Krieg mit Drohnen tief ins russische Hinterland zu tragen – und trifft dabei gezielt eine Plattform, die nach ukrainischer Darstellung auch Militärgüter für russische Soldaten liefert. Gouverneur Andrej Botscharow bestätigte die Einschläge auf dem Telegram-Kanal der Gebietsverwaltung und sprach von fünf Verletzten. Neben den Industrieobjekten seien auch ein Wohnblock und ein privates Wohnhaus beschädigt worden. Wildberries selbst bestätigte laut Kyiv Post den Treffer in seinem Lagerhaus und erklärte, die Logistikketten seien umorganisiert worden: „Der Empfang von Lieferungen und der Versand von Bestellungen werden über andere Standorte abgewickelt.“ Feuer in Wolgograd – Lager und Raffinerie gleichzeitig getroffen Videos russischer Monitoring-Kanäle zeigten große Brände und dichten Rauch über der Stadt. Ukrainische und Open-Source-Beobachter identifizierten als Ziele das Wildberries-Distributionszentrum sowie die Raffinerie Lukoil-Volgogradneftepererabotka, eine der größten Ölverarbeitungsanlagen Russlands, wie die Kyiv Post berichtet. Wegen der Größe des Feuers rückten zusätzliche Einheiten zu den Löscharbeiten aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Drohnenangriffe in sozialen Medien als „gerechtfertigte Reaktion“ und erklärte, die Ukraine habe insgesamt drei Logistikzentren in einer Entfernung von 500 bis 1300 Kilometern von der Grenze angegriffen. Zudem seien ein Hafenterminal in der südrussischen Region Krasnodar, eine Raffinerie im Gebiet Wolgograd und Ziele im Asowschen Meer attackiert worden. Noch in derselben Nacht weiteten sich die Angriffe auf die Region Tatarstan aus. Bewohner von Kazan und umliegenden Gebieten meldeten Explosionen, und über dem Wildberries-Logistikkomplex im Industriegebiet von Zelenodolsk stieg Rauch auf, wie das unabhängige russische Projekt ASTRA auf Basis von Augenzeugenvideos analysierte. Aus Nischnekamsk, einem weiteren Industriezentrum in Tatarstan, wurden mehr als 30 Explosionen gemeldet, und im Netz kursierten Videos mit intensiven Flammen aus dem dortigen Ölraffinierungsgebiet, in dem die Raffinerien TANECO und TAIF-NK liegen. Wildberries-Kampagne weitet sich aus – ein Dutzend Standorte betroffen Die Angriffe auf Wildberries begannen am 18. Juli 2026 und haben sich seitdem zu einer systematischen Kampagne der Ukraine entwickelt. In dieser Woche trafen ukrainische Drohnen der Kyiv Post zufolge zusätzliche Lager in Penza und Sarapul, wobei in Penza eine Person verletzt und rund 200 Mitarbeiter evakuiert wurden. Insgesamt seien inzwischen rund ein Dutzend Wildberries-Standorte angegriffen worden oder hätten den Betrieb einstellen müssen. Bis Mitte der Woche waren nach Angaben von Wildberries und russischen Regionalbehörden, die Reuters zitierte, mindestens sieben Lagerhäuser beschädigt und etwa zehn Prozent der gesamten Lagerkapazität des Unternehmens vernichtet worden. Die wirtschaftlichen Folgen sind demnach erheblich: Mehr als 88.000 Händler, die ihre Waren über die Plattform verkaufen, haben erste Entschädigungen für beschädigte Güter erhalten. Wildberries stuft Drohnenangriffe in seinen Geschäftsbedingungen als höhere Gewalt ein und schließt damit eine direkte Haftung aus. Der Kreml hat die wachsenden wirtschaftlichen Störungen anerkannt und erklärt, die russische Regierung beobachte die Lage, ohne jedoch staatliche Hilfsmaßnahmen anzukündigen. Wildberries als Teil der ukrainischen Kriegslogistik Die Ukraine begründet die Angriffe damit, dass auf der Plattform auch militärische Güter gehandelt würden, darunter FPV-Drohnen, Panzerplatten und Splitterschutzwesten für russische Soldaten an der Front. Selenskyj beschrieb die angegriffenen Lagerhäuser als Logistikdrehscheiben, über die Drohnenkomponenten, Navigationsgeräte und andere militärisch nutzbare Waren gelagert oder verteilt würden. Taktische Ausrüstung, Kommunikationsgeräte und andere Dual-Use-Produkte werden offen über russische Online-Marktplätze verkauft und von Militäreinheiten sowie Freiwilligenorganisationen beschafft, die Russlands Invasion unterstützen. Die Angriffe auf Wildberries sind Teil einer breiteren ukrainischen Strategie, die seit Monaten besonders auf die russische Ölindustrie abzielt. Dutzende Raffinerien und Öldepots wurden bereits attackiert, um den russischen Truppen die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung zu entziehen. (Quellen: Kyiv Post, dpa, Reuters, Astra, X) (nak)

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