Davis Cup: Alexander Zverev gewinnt in Halle das Auftakt-Match
Gegen den 171. der Weltrangliste, der im kroatischen Team den verletzten Marin Čilić vertrat, brauchte Zverev sichtlich Zeit, um in das Spiel zu finden. Kein Wunder - sein Team hatte Zverev kurz nach dem US-Open-Titel dazu geraten, sich erstmal eine Pause zu gönnen.
Ratschläge ignoriert, keine Verschnaufpause für Zverev
Zverev hatte sich also Verständnis für eine Verschnaufpause erarbeitet, doch stattdessen wollte er als Vorbild vorangehen, für Deutschland antreten und den Grundstein für einen Sieg gegen Kroatien legen.
Allein dafür bekam Zverev, der schon mehrfach angab, Deutschland mit Stolz zu vertreten, vorab Lob von Teamchef Michael Kohlmann.
Zverev braucht Anlaufzeit und gewinnt den Satz
Zu Beginn des Matches fehlte Zverev die Länge und Genauigkeit in den Schlägen, seine Konzentration wirkte nicht bei 100 Prozent. Dodig servierte mit Selbstvertrauen zum 1:0. Doch fehlende Leichtigkeit glich Zverev mit zunehmend mehr Wucht in den Schlägen aus. So schaffte er das frühe Break zum 2:1: Nach langer Rally suchte er das Netz und feuerte einen Volley diagonal ins Eck.
Auch wenn Dodig weiter sein Aufschlagspiel bis zum 5:4 durchbrachte, zeigte Zverev, dass er in bestechender Form ist. Mit einem glatten Spiel machte Zverev kurzen Prozess und sicherte sich den ersten Satz.
Umkämpfter zweiter Satz
Der zweite Satz begann vielversprechend - für Tennisliebhaber. Im ersten Spiel rangen die Spieler um den Sieg, Dodig konnte ihn knapp durchbringen. Danach zeigte Dodig gutes Tennis, Ballwechsel auf Augenhöhe, doch Zverev bewies erneut seine Klasse. Zwei wuchtigen Aufschlägen des wohl besten Tennisspielers des Jahres hatte Dodig zum 1:1 nach 30:30 wenig entgegenzusetzen.
Dodig war daraufhin im Flow, konnte mithalten: Die Dominanz beim Aufschlag beider Spieler spiegelte sich auch in der Statistik wider: Fast 80 Prozent der servierten ersten Aufschläge brachten einen Punktgewinn. Bei Stand 3:3 und eigenem Service zeigte Dodig, dass er heute als Kampfhund, nicht als Underdog antrat: Zverev returnierte stark, fand den Weg ans Netz, doch Dodig kratzte mehrere Bälle hintereinander von der Grundlinie, bevor er sich einem finalen Schmetterball geschlagen gab.
Entscheidung im Tiebreak
Nicht einen Breakball konnte sich Zverev erspielen, so musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Doch bevor der losging, dehnte Dodig seinen Oberschenkel, schien im ungünstigsten Moment Probleme zu haben. Aber dann dehnte er auch noch das andere Bein: Psychospielchen oder Adrenalin?
Nach 0:2 kam Zverev zurück zum 3:3. Und zeigte jetzt, dass er ein unglaublich guter Tiebreak-Spieler ist. Plötzlich packte er sein Top-Tennis aus, schnellte zum 6:3 weg und konnte auch den ersten Match-Ball nutzen.