Dax über 25.000 - Telekom nach SpaceX-Deal größter Verlierer
Nach seinem schwachen Vortag hat sich der Dax am Freitag zum Handelsauftakt etwas stabilisiert. Der deutsche Leitindex gewann im frühen Handel nach dem Xetra-Start ein Prozent auf 25.022 Punkte. Am Vortag war er gleich zu Beginn unter die runde Marke von 25.000 Punkten gefallen und bis zum Handelsende darunter geblieben. Dabei hatte er den tiefsten Stand seit Juli erreicht. Für die zu Ende gehende Börsenwoche zeichnet sich aktuell ein Minus von 0,9 Prozent ab.
Laut dem Analysten Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades lautet die zentrale Frage für den Wochenabschluss, ob dem Dax die charttechnische Rettung über die 200-Tage-Linie gelinge oder sich die Abwärtsspirale aus historisch hohen Renditen und kletternden Energiekosten manifestiere. Die viel beachtete 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend verläuft derzeit bei 24.857 Punkten.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten legte am Freitag um 1,7 Prozent auf 29.994 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent ein.
Etwas Rückenwind kommt vor dem Wochenende vom Anleihemarkt, wo die Renditen leicht nachgaben. Am Ölmarkt ließ der Preisdruck ebenfalls nach. Ein Dementi von US-Präsident Donald Trump zu angeblich neuen US-Angriffen im Iran war dafür ausschlaggebend.
Thema bleibt ferner die ausgeprägte Schwäche von Techwerten in New York, die am Vortag unter einem Bericht der "Financial Times" gelitten hatten, wonach der auf das Jahr hochgerechnete Umsatz des KI-Konzerns OpenAI mit 50 Milliarden Dollar geringer ausfalle als zuvor signalisiert.
Am Freitag hieß es aus Kreisen, der ChatGPT-Anbieter peile bis Ende 2026 einen Umsatz von mindestens 70 Milliarden Dollar an. Die Differenz egibt sich wohl aus Brutto- und Nettoberechnung des Umsatzes, unter dem Strich gab es also wenig Neues.
Kräftige Verluste bei Telekom
Die Aussicht auf eine sich verschärfende Wettbewerbslage in den USA hat am Freitag die Aktien von T-Mobile US und die des Mutterkonzerns Deutsche Telekom belastet. Während Letztere mit einem Minus von sieben Prozent der größte Verlierer im Dax waren, gaben T-Mobile US im Vergleich zum Nasdaq-Schlusskurs am Vortag umgerechnet um denselben Wert nach.
Ein Händler verwies zur Begründung für die Kursverluste auf einen Deal von SpaceX in den USA. Der Technologiekonzern von Elon Musk hat Lizenzen für ein Niedrigbandspektrum gekauft und will mit diesem und seinen Starlink-Satelliten zum Anbieter landesweiter Mobilfunkdienste werden. Mit diesem Szenario könne sich die Wettbewerbslage auf dem lukrativen US-Markt aus Sicht der alteingesessenen Anbieter verschärfen, so der Händler.
An der Nasdaq gerieten nicht nur die Papiere von T-Mobile US unter Druck. Anteilsscheine von AT&T büßten nachbörslich 6,6 Prozent ein und die von Verizon verloren 5,7 Prozent. Die Aktien von SpaceX gewannen dagegen am Freitagmorgen auf Tradegate gut drei Prozent.
Gewinne bei Heidelberg Materials – Rheinmetall schwächer
Aktien-Umstufungen trieben Heidelberg Materials, Rational und Salzgitter deutlich nach oben. Für die Papiere des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials und des Großküchenausstatters Rational votiert die RBC nun jeweils mit "Outperform". Für den Stahlhersteller Salzgitter sprach die UBS eine Kaufempfehlung aus, die Papiere gewannen acht Prozent.
Eine von der Berenberg Bank gestrichene Kaufempfehlung belastete hingegen die Titel des Rüstungsherstellers Rheinmetall. Die Titel notierten ein Prozent schwächer. Deutlich mehr büßten die Papiere von Schott Pharma ein mit Minus fünf Prozent im Zuge einer Absfufung von "Buy" auf "Hold" durch die Deutsche Bank.