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Demenz-Agitation: THC-CBD-Kombination zeigt 87-Prozent-Erfolgsrate

Gesundheit

Eine Kombination aus THC und CBD kann schwere Unruhezustände bei fortgeschrittener Demenz deutlich reduzieren. Das zeigen neue Ergebnisse der klinischen Phase-2-Studie LiBBY, die auf der Konferenz der Alzheimer’s Association (AAIC) 2026 in London vorgestellt wurden.

Deutliche Verbesserung nach zwei Wochen

Die Studie untersuchte die Wirkung einer pharmazeutischen Formulierung mit 2 mg THC und 100 mg CBD pro Dosis. Rund 120 bis 150 Patienten mit fortgeschrittener Demenz nahmen teil – viele von ihnen kamen bereits für eine Hospizversorgung infrage. Nach der ersten Woche wurde die Dosis in der Verumgruppe auf 4 mg THC und 200 mg CBD zweimal täglich verdoppelt.

Das Ergebnis: Bereits nach zwei Wochen zeigte die Behandlungsgruppe eine um 6,27 Punkte stärkere Reduktion der Agitation als die Placebogruppe. Rund 84 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie an, in der Kontrollgruppe waren es nur 30,5 Prozent.

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Nach zwölf Wochen vergrößerte sich der Abstand weiter. Die Reduktion lag nun 8,23 Punkte über dem Placebowert. Die Ansprechrate erreichte 87,2 Prozent – gegenüber 23,6 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Risiken bleiben

Trotz der vielversprechenden Wirksamkeit gibt es Sicherheitsbedenken. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in der Cannabinoid-Gruppe mit 23,3 Prozent deutlich häufiger auf als in der Placebogruppe (11,9 Prozent). Die Studienverantwortlichen betonten jedoch, dass diese nicht unmittelbar auf das Medikament zurückzuführen seien.

Die Auswertung zeigte zudem eine höhere Sterblichkeit in der THC-CBD-Gruppe. Dr. Jeff Keller von Pennington Biomedical bezeichnete die Studie als wegweisend, mahnte aber: „Weitere Forschung für Patienten in mittleren und späteren Alzheimer-Stadien ist dringend nötig."

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Vorsicht bei freiverkäuflichen Produkten

Ein wichtiger Punkt: In der LiBBY-Studie kam ein pharmazeutisch aufbereitetes Produkt aus Kanada zum Einsatz – nicht vergleichbar mit kommerziellen Cannabisprodukten oder CBD-Ölen aus dem Handel. Die Forscher warnten eindringlich davor, die Ergebnisse auf freiverkäufliche Produkte zu übertragen. Diese entsprächen oft nicht den strengen Reinheits- und Dosierungsvorgaben.

Die Studie lief an elf Standorten in den USA und liefert eine Grundlage für die weitere Erforschung von Cannabinoiden als Alternative zu herkömmlichen Psychopharmaka. Deren Nebenwirkungsprofil gilt bei Demenzpatienten ebenfalls als problematisch. Allerdings haben die LiBBY-Ergebnisse das Peer-Review-Verfahren noch nicht vollständig durchlaufen.

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