Demenz-Prävention: 45 Prozent aller Erkrankungen sind vermeidbar
Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen ließen sich vermeiden. Das zeigt die aktualisierte Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation vom 29. Juli 2026. Die Experten setzen vor allem auf beeinflussbare Lebensstilfaktoren. Bewegung, Ernährung, Verzicht – die wirksamsten Hebel Regelmäßige körperliche Aktivität, der Verzicht auf Tabak, eine ausgewogene Ernährung und weniger Alkohol: Das sind die zentralen Empfehlungen der WHO. Hinzu kommt die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Korrektur von Hörverlusten. Besonders spannend: Bestimmte Medikamente zeigen offenbar ein enormes Potenzial. SGLT2-Hemmer können das Demenzrisiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Von Vitaminpräparaten, Statinen oder Hormonen zur reinen Demenzprävention rät die WHO dagegen ab – die Evidenzlage sei zu dünn. Bluttest erkennt Alzheimer Jahre vor den ersten Symptomen Während die Prävention Fortschritte macht, tut sich auch in der Früherkennung einiges. Forscher der Ruhr-Universität Bochum stellten im Juli einen neuartigen Bluttest vor. Das Verfahren weist eine Fehlfaltung von Amyloid-? mit 92-prozentiger Genauigkeit nach – und das bis zu sieben Jahre vor dem Auftreten erster Symptome. Anzeige Neben medizinischen Tests helfen auch einfache Übungen im Alltag, die geistige Fitness aktiv zu unterstützen und vorzeitigem Abbau entgegenzuwirken. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Übungen, mit denen Sie Ihr Gedächtnis und Ihre Konzentration nachhaltig stärken können. 11 Alltagsübungen zur Demenzvorbeugung jetzt kostenlos sichern Die Studie, veröffentlicht in EMBO Molecular Medicine, umfasste 779 Teilnehmer über 17 Jahre. Parallel dazu diskutieren Wissenschaftler in Nature Communications und PNAS neue Therapieansätze wie die Karyoptose oder die Reaktivierung der Autophagie durch den Wirkstoff Blarcamesine. Pflegeplätze: Wer wegläuft, wartet länger Die medizinischen Fortschritte helfen wenig, wenn die Versorgung vor Ort hakt. Eine Studie des Kompetenzzentrums Demenz Schleswig-Holstein vom 29. Juli zeigt: Menschen mit herausforderndem Verhalten, insbesondere einer Weglauftendenz, haben es bei der Pflegeplatzsuche schwer. Die Befragung von 106 Angehörigen und 58 Einrichtungen ergab: Betroffene warten durchschnittlich acht Wochen auf eine Platzzusage – zwei Wochen länger als bei früheren Erhebungen. Die Ablehnungsquote durch Heime ist bei diesem Patientenprofil deutlich höher. Fachveranstaltungen wie eine Fortbildung am 18. August in Neumünster und ein Fachtag am 12. November unter dem Titel „Kein Platz für Unruhe!?“ sollen Abhilfe schaffen. Anzeige Um im Alter mobil und geistig leistungsfähig zu bleiben, ist neben mentalem Training auch die körperliche Gesundheit ein entscheidender Faktor. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report eines renommierten Sportmediziners, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause Ihre Vitalität steigern und Volkskrankheiten effektiv vorbeugen. Kostenlosen Leitfaden für Heimtraining ab 50 herunterladen Roboter gegen Einsamkeit: Tiere aus Plastik im Pflegeheim Um die Lücke zwischen Forschung und Alltag zu schließen, setzen Organisationen auf lokale Aufklärungsarbeit. Anfang August startet in Ludwigshafen ein Kompaktkurs für Angehörige unter der Leitung von Dr. Claudia Krack. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen bietet eine Seminarreihe in Dorum vom 31. Juli bis 2. August. Im Pflege- und Betreuungszentrum Korneuburg geht man neue Wege: Roboterkatzen und ein Roboterhund reagieren auf Berührungen mit Miauen oder Schnurren. Das Ziel: positive Emotionen wecken und Interaktion fördern. Ergänzt wird das Angebot durch regelmäßige Besuche echter Tiere.