Demos gegen Rechtsextremismus in Hannover, Lingen, Oldenburg, Osnabrück
Tausende Menschen demonstrieren gegen Rechtsextremismus
Stand: 12.09.2026 16:46 Uhr
In den vergangenen Tagen sind Tausende Menschen in Niedersachsen auf die Straßen gegangen. Am Samstag versammelten sich in Hannover knapp 3.000 Menschen zu Protesten gegen Rechtsextremismus.
Es kamen deutlich mehr Teilnehmende als die ursprünglich angemeldeten 500 Menschen, teilte die Polizei mit. Organisiert wurde die Aktion von der "Prüf-Initiative". Ihre Forderung lautet: Parteien, die als rechtextrem eingestuft sind, sollten vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Bereits gestern Abend hatte es in Oldenburg eine große Demonstration gegen rechts gegeben. Eine weitere ist für Samstagabend in Osnabrück geplant.
Für Solidarität und eine vielfältige Gemeinschaft
Am Freitag demonstrierten in Oldenburg laut Polizei zeitweise etwa 3.000 Menschen. Die Demonstranten liefen den Angaben der Veranstalter zufolge mit einem Demozug durch die Innenstadt. Man wolle zeigen, was ein demokratisches Oldenburg ausmache, teilte die Initiative "United Against Racism" vorab mit. Dazu gehörten Solidarität und eine vielfältige Gemeinschaft. Ein Polizeisprecher sprach am Freitagabend gegen 19 Uhr von einer bislang ruhigen Demo ohne Zwischenfälle.
Demo und Platzbesetzung in Hannover
Die ganze Woche über hatte es in Niedersachsen Demonstrationen gegeben. So hatte in Hannover der "Freundeskreis Hannover" am Mittwochabend zu einer Kundgebung am Neuen Rathaus aufgerufen. Mit der Aktion wollte der Verein laut Ankündigung "ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt setzen und Haltung zeigen - für eine offene, solidarische und vielfältige Gesellschaft". Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf etwa 2.000. Bereits seit Sonntagabend hat die Gruppe "Sofa - Solidarischer Ort für Alle" nach eigenen Angaben den Weißekreuzplatz in Hannover besetzt. Um sich gegen den Rechtsruck zu stellen, brauche es Orte, an denen zusammengekommen und diskutiert werden kann, heißt es von der Gruppe.
Bleckede: 2.200 Menschen protestieren wegen Weidel-Besuch
Auch in Bleckede (Landkreis Lüneburg) gingen am Mittwoch zahlreiche Menschen auf die Straße. Laut Polizei kamen 2.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Weil dort die AfD-Co-Parteivorsitzende Alice Weidel ihre Partei beim Kommunalwahlkampf in Bleckede unterstützen wollte, hatte das Bündnis "Bleckede blüht Bunt" zur Gegendemo aufgerufen. Laut Polizei verlief die Demo friedlich.
Lingen: 600 Menschen bei Demonstration
In Lingen (Landkreis Emsland) kamen am Mittwochabend rund 600 Menschen auf dem Marktplatz zusammen. Sie wollten ein Zeichen für die Demokratie setzen - auch im Vorfeld der Kommunalwahlen am Sonntag. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis "Emsland zeigt Gesicht". Die Kundgebung stand unter dem Motto "Lauffeuer für die Demokratie". Auch diese Demonstration verlief nach Angaben der Polizei friedlich.
Hunderte bei Demos in Göttingen und Osnabrück
In Göttingen wurde bereits am Montagabend demonstriert. Laut Stadt nahmen etwa 500 Menschen an einer Kundgebung am Gänseliesel-Brunnen teil. Dazu aufgerufen hatte das "Bündnis gegen Rechts". Auch in Osnabrück folgten 450 Menschen einem Aufruf des Kreisverbands der Linken. Sie trafen sich zu einer Kundgebung unter dem Motto "Nie wieder ist jetzt". Laut Polizei verlief die Demonstration friedlich.