DAX +1,57 % 25.577,47 Pkt 15:51:14 MDAX +1,69 % 30.380,36 Pkt 15:51:15 Euro Stoxx 50 +0,68 % 6.157,58 Pkt 15:51:00 Dow Jones +0,28 % 52.359,00 Pkt 16:06:14 S&P 500 +1,20 % 7.715,45 Pkt 16:06:15 Nasdaq +1,80 % 26.423,37 Pkt 16:06:14 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,68 % 4.065,90 USD 15:56:11 Silber +0,64 % 54,46 USD 15:56:05 Brent -5,66 % 109,26 USD 15:55:48 WTI -1,55 % 100,18 USD 15:56:15 Bitcoin +0,32 % 80.263,49 USD 16:06:06 EUR/USD -0,62 % 1,11480 USD 16:05:45 EUR/GBP -0,21 % 0,83670 GBP 16:06:14 EUR/CHF -0,10 % 0,92320 CHF 16:06:14 EUR/JPY -0,05 % 175,823 JPY 16:06:14

Depressionen und Herzrisiko: Was neue Studien über Langzeitfolgen zeigen

Gesundheit

Eine Depression kann über Jahre unerkannt bleiben. Welche Folgen das für den Körper hat, beschäftigt zunehmend auch Herzforscher. Eine am 2. Oktober 2026 im Fachjournal Journal of Global Health veröffentlichte Untersuchung mit 51.416 Menschen aus China, den USA und Europa liefert bemerkenswerte Ergebnisse: Bei Menschen, deren depressive Symptome im Untersuchungszeitraum zunahmen, lag die relative Rate später auftretender Kombinationen aus mindestens zwei Erkrankungen – Herzkrankheit, Schlaganfall oder Diabetes – je nach Region um rund 32 bis 47 Prozent höher als bei Personen, die ohne depressive Symptome blieben.

Eine weitere Untersuchung, erschienen in der Oktober-Ausgabe des Fachjournals Psychiatry Research, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Wissenschaftler analysierten Daten von 19.818 Erwachsenen aus China, den USA und England. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit dauerhaft ausgeprägten depressiven Symptomen häufiger später eine Herzkrankheit diagnostiziert bekamen als Personen mit durchgehend geringer Symptombelastung. In England waren die statistischen Chancen, sogenannte Odds, sogar mehr als doppelt so hoch. Das bedeutet allerdings nicht automatisch ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko. Vorübergehend auftretende oder sich verändernde Beschwerden zeigten dagegen keinen ebenso beständigen Zusammenhang.

Doch wie könnte eine Depression das Herz beeinflussen? Forschende diskutieren mehrere biologische Mechanismen. Dazu gehören Veränderungen der Stresshormone, eine gestörte Regulation des vegetativen Nervensystems und chronische Entzündungsprozesse, die Blutgefäße beeinträchtigen können. Auch Bluthochdruck, Schlafstörungen und Bewegungsmangel könnten eine Rolle spielen. Eine im Februar 2026 veröffentlichte Untersuchung mit 1289 jungen Erwachsenen mit Depressionen zeigte zudem einen Zusammenhang zwischen der Dauer unbehandelter Beschwerden und erhöhten Blutdruckwerten im oberen Normbereich. Bei einer unbehandelten Dauer von mindestens acht Monaten waren die statistischen Chancen für solche Werte gegenüber einer Dauer von höchstens drei Monaten nahezu verdoppelt. Ob die ausbleibende Behandlung dafür verantwortlich war, lässt sich aus der Studie jedoch nicht ableiten.

Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass eine Depression zwangsläufig zu einem Herzinfarkt oder dauerhaften Herzschäden führt. Auch lässt sich bislang nicht zuverlässig beziffern, welche Folgen etwa zehn Jahre unerkannt gebliebene Depressionen haben. Die Untersuchungen zeigen statistische Zusammenhänge, beweisen jedoch keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Alter, Vorerkrankungen, Rauchen und weitere Risikofaktoren beeinflussen ebenfalls die Herzgesundheit. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt deshalb, psychische Erkrankungen und psychosoziale Belastungen stärker in die Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos einzubeziehen.

Es gibt aber auch ermutigende Erkenntnisse. In der internationalen Studie mit mehr als 51.000 Teilnehmenden war eine Besserung depressiver Beschwerden in China und Europa mit einer geringeren Rate mehrerer gleichzeitig auftretender Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen verbunden. Ob eine erfolgreiche Behandlung der Depression selbst dieses Risiko senkt, ist allerdings noch nicht eindeutig bewiesen. Fachleute raten dazu, anhaltende depressive Symptome medizinisch abklären und behandeln zu lassen. Auch Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sollten im Blick bleiben. Denn die Forschung macht zunehmend deutlich: Psychische und körperliche Gesundheit lassen sich nicht voneinander trennen.

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