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Der Dauer-Zweite Enric Mas gewinnt die Vuelta

Sport

Enric Mas startete quasi an der Wurst- und Käsetheke in die schönste Etappe seines Radsport-Lebens. Das letzte Teilstück der Spanien-Rundfahrt begann am Sonntag in der riesigen Supermarkt-Filiale des Vuelta-Hauptsponsors in Granada. Es war die letzte Merkwürdigkeit eines sonderbaren Rennens, das nach dem brutalen Aus von Tadej Pogacar einen unerwarteten, aber hochverdienten Sieger fand.

Mas: "Werde mich immer an diese Vuelta erinnern"

"Das ist etwas ganz Besonderes, ich werde mich immer an diese Vuelta erinnern", sagte Mas am Sonntagabend im Ziel in Granada, am Ziel seiner Träume, das er mit seiner komplett in Rot-Weiß statt dem gewohnten Dunkelblau gekleideten Movistar-Mannschaft entspannt erreichte - vor den letzten zehn Kilometern war das Rennen hinauf zur weltberühmten Alhambra neutralisiert worden. "Es war ein langer weg für mich. Jetzt bin ich einfach glücklich", sagte Mas.

Gut, natürlich wird der Sieg mit einem Sternchen gelesen werden müssen, Mas gewann die 81. Spanien-Rundfahrt quasi in Vertretung Pogacars. Als der Slowene während der achten Etappe mit gebrochenen Knochen auf der Landstraße lag, betrug sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Mas schon fast vier Minuten - und die wirklich schweren Bergetappen kamen danach erst.

Mas bisher dreimal Zweiter

Nun kann Mas wirklich nichts für "Pogis" Pech. Und hatte zudem selbst davon schon einiges. So oft fuhr der Mann aus dem nordostmallorquinischen Städtchen Artà knapp an einem großen Sieg vorbei, war dreimal Zweiter der Vuelta - hinter Simon Yates (2018), Primoz Roglic (2021) und Remco Evenepoel (2022) - und einmal Dritter.

Gereift sorgte Mas mit 31 Jahren für doppelte spanische Freude: Er ist erster Heimsieger der Vuelta seit Alberto Contador 2014. Und dafür verantwortlich, dass sein Landsmann Roberto Heras Co-Rekordgewinner bleibt. Red-Bull-Kapitän Roglic landete diesmal hinter Mas auf Platz zwei und verpasste damit den historischen fünften Vuelta-Gesamtsieg.

Der große Erfolg nach unlustigen Jahren

Nach dem Pogacar-Drama war Mas bei der berglastigen Vuelta der stärkste Kletterer - auch wenn er nur eine Etappe gewann. Der Österreicher Felix Gall, letztlich Gesamtdritter nach Platz zwei beim Giro und damit als einziger Profi in zwei der drei großen Rundfahrten des Jahres auf dem Podest, setzte ihn zwar unter Druck, war aber im Gesamtpaket zu schwach.

Nun hat Enric also seine "Mas-Mission" abgeschlossen. Ein Jahr, nachdem er wegen einer Venenthrombose quasi Sportverbot hatte. Nach Jahren, in denen ihm die Befähigung, ein Champion zu werden, regelmäßig abgesprochen wurde. Nach eigentlich unlustigen Jahren. Dennoch, sagte Mas, habe er den Radsport immer genossen, immer Freude gehabt: "Und diese Vuelta war nun ein Riesenspaß."

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