Der dritte EM-Tag im Überblick Hürden-Duo stürmt ins Finale - Shanice Craft hellwach
Die Spät-Session ab 19.30 Uhr hier im Livestream und im Live-Ticker. 400 m Hürden: Agyekum und Fischer-Breiholz schnell und selbstbewusst Schon vor EM-Beginn galt Emil Agyekum als einer er deutschen Medaillen-Anwärter. Und in dieser Rolle scheint sich der 27-Jährige sehr wohlzufühlen: Sein Halbfinale gewann er ungefährdet in 48,17 Sekunden. Kurz vor dem Ziel konnte der deutsche Rekordler schon das Tempo rausnehmen. Im Finale am Freitag (14.08.2026, 21.40 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de) soll die Krönung in Form einer Medaille folgen. "Ich bin hier, um mir eine Medaille zu schnappen", gab Agyekum eine Kampfansage an die Konkurrenz ab. "Im Finale zeigen wir, was abgeht." Mit "wir" meinte Agyekum sich selbst und Owe Fischer-Breiholz, der in 48,23 Sekunden ins EM-Finale rannte. Favorit für den Titel ist der norwegische Lauf-Superstar Karsten Warholm. U23-Europameister Fischer-Breiholz sieht aber auch für seinen Teamkollegen Chancen auf Gold: "Wenn Emil am Freitag in die Gänge kommt, kann ihn niemand aufhalten." Und auch er selbst fühle sich gut und zähle zu den Anwärtern aufs Treppchen. "Ich bin gespannt, was am Freitag rauskommt." Diskuswurf: Craft spart Kräfte fürs Finale Shanice Craft peilt ihre vierte EM-Medaille an - und ist auf einem guten Weg. In der Qualifikation benötigte die 33-Jährige nur einen Versuch, um die fürs Finale geforderte Weite (62,50 m) sicher zu übertreffen. Ihr Diskus landete bei 63,46 m. "Alles lief nach Plan, jetzt kann ich mich entspannen", freute sich Craft über den Auftritt im Alexander Stadium. Kristin Pudenz musste dagegen lange zittern, bis ihr Platz im Finale sicher war. Mit 60,48 m in der Qualifikation blieb die 33-Jährige deutlich unter ihren Möglichkeiten. Nachdem die zweite Gruppe durch war, war am klar: Als Gesamt-Achte reicht es für einen Platz im zwölfköpfigen Finalfeld am Freitag (14.08.2026, 21.30 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de). "Ich glaube, ich war einfach zu vorsichtig", suchte die Olympia-Zweite von 2021 im Sportschau-Interview nach einer Erklärung. Marike Steinacker, die zuletzt angeschlagen war, schied nach zwei ungültigen und einem Wurf auf 54,04 m aus. Für die Titel-Anwärterinnen Jorinde van Klinken (62,74) und Alida van Daalen (62,58) aus den Niederlanden war die Qualifikation kein Stolperstein. Die beste Weite erreichte Vanessa Kamga aus Schweden (64,65 m). Zehnkampf: Neugebauer nach drei Disziplinen vorne Zehnkampf-Weltmeister und Goldanwärter Leo Neugebauer hat einem Stotterstart über 100 m (10,90 Sekunden) starke Leistungen im Weitsprung (7,82 m) und Kugelstoßen (17,13 m) folgen lassen. Nach drei Disziplinen liegt Neugebauer in der Gesamtwertung mit 2819 Punkten vorne. Niklas Kaul, zweiter deutscher Medaillen-Kandidat, ließ für ihn guten 11,23 Sekunden über 100 m im Weitsprung 7,22 m folgen, im Kugelstoßen erreichte er 15,26 m. Damit schob er sich in der Gesamtwertung auf Rang 12 vor. Die starken Disziplinen des ehemaligen Welt- und Europameisters kommen an Tag zwei. Der 21 Jahre alte EM-Debütant Amadeus Gräber liefert bisher sehr ordentlich ab. Über 100 m sprintete er in 10,79 Sekunden die drittbeste Zeit aller Teilnehmer. Nach dem Weitsprung (7,23 m) und einem schwächeren Kugelstoßen (13,29 m) belegt er vor dem Hochsprung (19.40 Uhr) und dem Tag eins abschließenden 400-m-Lauf (22.22 Uhr) Platz 14. 200 m: Talea Prepens mit dabei im Halbfinale Das Halbfinale über 200 m bei den Frauen findet am Abend (21.20 Uhr) mit deutscher Beteiligung statt. Talea Prepens, die im Winter im Zweier-Bob Platz vier bei den Olympischen Spielen in Italien belegt hatte, gewann ihren Vorlauf in 23,16 Sekunden und sicherte sich einen Platz für die Vorschlussrunde. Ihre persönliche Bestzeit steht bei 22,83 Sekunden, daher war sie nicht rundum zufrieden mit ihrem ersten Auftritt in Birmingham: "Das war ein solider Lauf, aber ich glaube, da geht noch mehr." 800 m: Halbfinale Endstation für Stepanov "Das ist ärgerlich, ich hatte mir mehr vorgestellt" - das sind die Worte des enttäuschten Alexander Stepanov nach seinem Halbfinal-Aus über 800 m. 1:45,46 Minuten und Platz fünf in seinem Lauf reichten dem 21-Jährigen nicht für einen Platz im Finale am Donnerstag (13.08.2026, 22.50 Uhr). "Ich habe alles versucht, aber hinten raus waren die Beine ein bisschen schwer." Der Ire Mark English knackte als Halbfinal-Schnellster in 1:43,49Minuten einen von DDR-Läufer Olaf Beyer aufgestellten Uralt-Rekord bei Leichtathletik-Europameisterschaften. English war 35 Hundertstelsekunden schneller als Beyer 1978 bei seinem EM-Triumph in Prag.