„Der erste Abschuss in der Luft“: Ukrainische F
Zunächst wurde sehr viel über die F-16 geredet. Die Ukraine machte Druck, sie wollte das Mehrzweckkampfflugzeug unbedingt für den Verteidigungskampf gegen Russland haben. Vor etwa zwei Jahren präsentierte Wolodymyr Selenskyj die erhaltenen amerikanischen Jets dann der Öffentlichkeit. Seitdem wurde nicht mehr viel berichtet, was einerseits an der geringen Zahl im ukrainischen Bestand und andererseits an militärischer Geheimhaltung liegen dürfte. US-General über F-16-Einsatz Jetzt hat US-General Dan Caine bei einer Anhörung in Washington kurz über einen ukrainischen F-16-Einsatz gesprochen. Es ging bei der Befragung durch Senatsmitglieder um die Bewilligung weiterer Gelder für die ukrainische Verteidigung. Dabei kamen auch die militärischen Fähigkeiten Kyjiws zur Sprache. Caine hob die Fortschritte im Luftkampf hervor: Soweit bekannt, nutzt die Ukraine die F-16 vorwiegend zur Abwehr von russischen Raketen- und Drohnenangriffen. Klassische Luftkämpfe, wie man sie im Westen aus Filmen oder Videospielen kennt, sind eine Seltenheit. General Caine bezog sich wahrscheinlich auf einen Vorfall von Anfang Juli, als die Ukraine den Abschuss eines modernen russischen Kampfjets des Typs Su-35 verkündet hatte. Russische Militärblogger berichteten, dass drei ukrainische F-16-Jets eine russische Su-35 in einen Hinterhalt gelockt hätten; der Pilot soll überlebt haben. Der ukrainische Telegram-Kanal „In Factum“ schrieb, dass es sogar schon einen weiteren Abschuss durch eine F-16 gegeben haben soll, im Sommer 2025 über der russischen Grenzregion Kursk. Diese Angabe ist jedoch unbestätigt. Umgekehrt wurden vier F-16 bei der Abwehr russischer Luftattacken abgeschossen, drei Piloten starben. Man sollte die Bedeutung der F-16 aber auch nicht überschätzen. Für die Ukraine geht es derzeit vornehmlich darum, ein Mittel gegen ballistische Raketen zu finden, die Russland auf Städte abfeuert. Ferner muss sie die russische Fähigkeit zur Kriegsführung schwächen, etwa durch die Langstreckenangriffe auf Ölraffinerien und Militärfabriken. (mit dpa)