Der heftige Kurssturz ist für mich eine Kaufchance • onvista
Was bewegt die Aktie? SK Hynix bricht am Handelstag deutlich ein. Der in Deutschland gehandelte Global Depositary Receipt (GDR) notiert gut 13 Prozent tiefer, die Stammaktie in Südkorea verliert mehr als 15 Prozent. Innerhalb von drei bis vier Wochen summiert sich der Rücksetzer auf rund 36 Prozent. Ein wichtiger Grund liegt in der neuen US-Notierung. SK Hynix hat 178 Millionen American Depositary Receipts (ADRs) zum Preis von 149 Dollar an den Markt gebracht und dabei über 26 Milliarden Dollar eingenommen. Die Emission war rund siebenfach überzeichnet. Der erste Kurs lag bei 170 Dollar, ein Plus von 14 Prozent zum Ausgabepreis. Zum Handelsschluss standen rund 168 Dollar auf der Tafel. Zur neuen Woche fällt das Papier zurück in den Bereich von 150 Dollar. Südkoreanische Händler nennen vor allem Gewinnmitnahmen und Umschichtungen aus der Stammaktie in die neuen US-Papiere. Dazu kommt eine gesenkte Prognose des südkoreanischen Analysehauses Korea Investment and Securities. Es erwartet für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von rund 60 Billionen Won und damit acht Prozent unter dem Konsens von 65 Billionen Won. Die Begründung: Die Verkaufspreise für Hochbandbreitenspeicher (HBM) sollen sich schwächer entwickelt haben als der übrige Speichermarkt. Diese Begründung überzeugt wenig. Die HBM-Preise steigen weiter, während die Hersteller ihre begrenzte Kapazität gezielt auf die margenstärkeren HBM-Chips verlagern. Deutliche Gewinnverfehlungen bleiben damit unwahrscheinlich. Die Bewegung trifft den gesamten Speichermarkt. Außerhalb Chinas teilen sich SK Hynix, Samsung und Micron das Geschäft mit HBM. Die drei Aktien bewegen sich meist im Gleichschritt. SK Hynix schlägt dabei am stärksten aus, denn das Unternehmen ist der reine HBM-Wert. Samsung verliert an solchen Tagen eher zehn Prozent, Micron rund sieben bis acht Prozent. Charttechnik Auf der Chartseite bildet sich möglicherweise eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Bricht der Kurs unter die Nackenlinie, droht eine weitere Abwärtsbewegung. Im GDR liegt eine wichtige Unterstützung bei etwa 1.000 Euro. Hält diese Marke, bleibt der Rücksetzer beherrschbar. Steigt der Kurs dagegen über 1.460 Euro, gilt die Formation als gescheitert und der Weg nach oben ist frei. Eine gescheiterte Schulter-Kopf-Schulter-Formation zählt zu den stärksten charttechnischen Signalen. Martins Einschätzung Für mich sind diese Kurse eher Kaufkurse. Die Aktie lief zuletzt auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 27 bis 28, gemessen an den Gewinnen der vergangenen zwölf Monate. Wer das zyklische Geschäft einpreist, verkauft auf diesem Niveau. Entscheidend ist aber der Blick nach vorn: Auf die Gewinne der nächsten zwölf Monate ergibt sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von acht. Je tiefer der Kurs fällt, desto attraktiver wird dieses Niveau. Anleger können hier bereits zugreifen und eine Reserve für tiefere Kurse behalten. Als Basisszenario erwarte ich eine Entwicklung wie bei Samsung: eine leichte Verfehlung beim Umsatz, aber stärkere Gewinne als erwartet.