Der Herbst wird eingeleitet: Wenn Tag und Nacht gleich lang sind
Stand: 16.09.2026 11:00 Uhr
Jedes Jahr im September gibt es ein besonderes Naturschauspiel: den Moment, in dem Tag und Nacht theoretisch exakt gleich lang sind, die Tagundnachtgleiche oder das Äquinoktium – beides beschreibt den astronomischen Herbstbeginn.
von MDR WISSEN/PK
Während die Meteorologen den Herbst schon am 1. September begrüßt haben, fällt der kalendarisch-astronomische Herbstbeginn 2026 auf den 23. September. Um genau 02:05 Uhr steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Die Erdachse ist zu diesem Zeitpunkt weder der Sonne besonders zugeneigt noch von ihr abgewandt.
Warum Tag und Nacht erst in wenigen Tagen gleich lang sind
Theoretisch müssten Tag und Nacht jetzt jeweils genau 12 Stunden dauern. In der Realität ist der Tag aber in Deutschland gut acht Minuten länger. Je weiter man nach Norden geht, desto größer wird die Abweichung. Der Grund liegt in der Atmosphäre. Sie lenkt das Sonnenlicht leicht ab. Deshalb sehen wir die Sonne morgens schon, obwohl sie geometrisch noch unter dem Horizont steht, und abends noch, obwohl sie bereits untergegangen ist
Damit der Tag tatsächlich exakt 12 Stunden misst, muss sich die Erde noch ein Stück weiterdrehen. Erst zwei Tage später, um den 25. September, gleicht sich dieser Effekt aus. Dann sind Tag und Nacht nahezu gleich lang.
Dass der Herbstbeginn in manchen Jahren auf den 22. oder 23. September fällt, hat übrigens mit unserem Kalender und den Schaltjahren zu tun. Im März erleben wir das Ganze noch einmal. Dann leitet die Sonne auf dieselbe Weise den Frühling ein. Doch bis dahin erfreuen wir uns erst einmal am goldenen Herbst.