„Der ist wie ich!“: Jürgen Klopp bringt Kinderreporter zum Strahlen
Bei seinen bisherigen Pressekonferenzen beim Deutschen Fußball-Bund hat Jürgen Klopp (59) bereits gezeigt, dass er überzeugend formulieren kann. Im Gespräch mit einem Kinderreporter stellt sich für den neuen Bundestrainer nun eine andere Aufgabe: Er muss Fragen beantworten, ohne belehrend zu wirken.
Am DFB-Campus in Frankfurt am Main interviewt KiKA-Reporter Charlie den Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Der knapp fünf Minuten lange Beitrag des Kinderkanals von ARD und ZDF zeigt Klopp dabei gewohnt entspannt und gesprächig.
Jürgen Klopp: „Wir haben alles gemacht außer Fußball gespielt“
Der Bundestrainer berichtet von einem Praktikum während seines Sportstudiums an einer Gehörlosenschule: „Wir haben alles gemacht außer Fußball gespielt.“
Als Lieblingsfächer nennt Klopp Englisch und Französisch. Charlie antwortet: „Ich auch“, und da erntet er zur Belohnung das ganz breite Kloppo-Lachen: „Ich hab mir schon gedacht, wo ich dich hab dribbeln sehen: Der ist wie ich!“
Der Kinderreporter fragt anschließend: „Warum finden Sie für Kinder Sport so wichtig?“ Klopp beantwortet die Frage mit einem Rückblick auf seine eigene Jugend. Dabei kündigt er an: „Jetzt erzähl ich aus einer anderen Zeit, und das ist immer ein bisschen doof, wenn man jungen Leuten erzählt, wie es früher war.“
Auch er sei einmal ein Kind gewesen, erklärt Klopp, „auch wenn man sich das nicht mehr vorstellen kann“. Früher hätten Kinder im Alltag deutlich mehr Möglichkeiten gehabt, sich zu bewegen. Den Grund beschreibt er so: „Weil, und jetzt kommt's: Wir hatten keine Handys, keine Computerspiele. Das klingt jetzt so, als wäre es eine ganz schreckliche Zeit gewesen, war's aber nicht.“
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Bundestrainer Klopp wollte einst Arzt werden
Jürgen Klopp betont, dass sich der Alltag inzwischen verändert habe. „Macht nix, ist auch gut. Aber jetzt müssen wir das mit der Bewegung wieder hinkriegen, weil das braucht jeder Körper.“ Aus seiner Sicht sollten Schulen jeden Tag zwei Stunden Sportunterricht ermöglichen.
Auch für Charlie klingt dieser Vorschlag offenbar überzeugend. Klopp spricht anschließend mit Selbstironie über seinen ursprünglichen Berufswunsch: „Ich wollte Arzt werden. Ist gut für alle Patienten, dass es mit dem Fußball geklappt hat.“
Zum Schluss geht es um Charlies Fußballposition auf dem rechten Flügel. Klopp hebt deren Bedeutung hervor: „Wahnsinnig wichtige Position. Durfte ich nur nie spielen. Dass du die spielen kannst, ist schon mal gut“, findet der Bundestrainer. Außerdem gibt er dem jungen Reporter einen konkreten Rat: „Arbeite an deinem Linken, das ist ein guter Tipp von mir!“
„Mach ich“, sagt Charlie, und beim Leuchten seiner Kinderreporteraugen hat man da auch nicht den geringsten Zweifel.
Von Jens Szameit
Das Original zu diesem Beitrag ""Der ist wie ich!" Jürgen Klopp setzt auch im Kinderfernsehen neue Interview-Maßstäbe" stammt von teleschau.