DAX +1,09 % 25.687,66 Pkt 17:07:40 MDAX +0,43 % 30.416,96 Pkt 17:07:40 Euro Stoxx 50 +0,04 % 6.166,95 Pkt 17:07:30 Dow Jones +0,28 % 52.506,33 Pkt 17:22:40 S&P 500 +0,77 % 7.735,54 Pkt 17:22:41 Nasdaq +1,10 % 26.456,98 Pkt 17:22:40 Nikkei +1,08 % 63.954,19 Pkt 07:45:03 Gold -0,57 % 4.051,40 USD 17:12:40 Silber -1,28 % 53,60 USD 17:12:40 Brent -1,15 % 112,57 USD 17:12:31 WTI +3,57 % 103,47 USD 17:12:38 Bitcoin -0,53 % 80.378,62 USD 17:22:38 EUR/USD -0,23 % 1,11480 USD 17:21:43 EUR/GBP +0,01 % 0,83740 GBP 17:22:41 EUR/CHF -0,01 % 0,92470 CHF 17:22:40 EUR/JPY +0,18 % 176,342 JPY 17:22:40

Der jüngste Sell-off soll jetzt eine der größten Kaufchancen am Markt sein

Wirtschaft

Der S&P 500 steht nur rund 1 Prozent unter seinem jüngsten Rekordschluss – doch unter der Oberfläche sieht der Markt deutlich düsterer aus. Nach einer Analyse von The Kobeissi Letter notieren inzwischen 84 Prozent der Indexmitglieder mindestens 10 Prozent unter ihren Allzeithochs, 59 Prozent sogar mindestens 20 Prozent darunter. Für die Analysten ist daraus ein "verdeckter" Bärenmarkt entstanden – und zugleich "eine der bedeutendsten Chancen auf dem heutigen Markt".

Der Kontrast ist extrem. Seit dem Markttief vom 30. März entfielen 70 Prozent des S&P-500-Anstiegs auf gerade einmal zehn Aktien. Nvidia steuerte 13 Prozent bei, Micron, Apple und Microsoft jeweils 9 Prozent. Die übrigen 490 Indexmitglieder waren zusammen nur für 30 Prozent des Anstiegs verantwortlich. Besonders Immobilien, Materialien, Versorger und zyklische Konsumwerte verzeichneten deutliche Rückgänge.

Hinter der Schwäche steckt auch eine massive Kehrtwende bei den Zinserwartungen. Zu Jahresbeginn hatten Anleger noch mit drei Fed-Senkungen um insgesamt 75 Basispunkte gerechnet. Inzwischen hat die US-Notenbank einmal erhöht, der Markt preist bis Juni 2027 drei weitere Schritte ein. Gegenüber den Erwartungen zu Jahresbeginn entspricht das einer Verschiebung um 175 Basispunkte.

Ein wichtiger Treiber ist der Ölpreisschock. Diesel liegt mehr als 80 Prozent über seinem Januartief, Brent kostet rund 106 US-Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise nähren die Inflation und erschweren der Fed Zinssenkungen – mit direkten Folgen für Aktienbewertungen.

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Gerade darin sieht Kobeissi aber die Chance. Nvidia ist im betrachteten Zeitraum um 21 Prozent gestiegen, gleichzeitig ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis um 46 Prozent gefallen. Mit einem erwarteten KGV von rund 24 liegt der KI-Chipriese inzwischen nur noch knapp über dem S&P 500 mit etwa 22. Technologieaktien wurden historisch meist mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt gehandelt.

Sollte sich der Druck durch Öl, Renditen und Zinserwartungen abschwächen, könnte diese Bewertungskompression zum Treibstoff für die nächste Rallye werden. The Kobeissi Letter schreibt, dass bereits eine moderate Ausweitung der Marktbreite den Kaufdruck schnell verstärken könnte. Goldman Sachs sieht zusätzlichen Rückenwind: Bis Ende Oktober sollen rund 48 Prozent der S&P-500-Unternehmen wieder Aktien zurückkaufen dürfen. Aus dem versteckten Bärenmarkt könnte damit ausgerechnet die nächste große Kaufgelegenheit entstehen.

Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

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