Der Mann hinter Microsoft: Bill Gates zwischen Erfolg und Kritik
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Bill Gates gehört zu den bekanntesten Unternehmern der Welt. Als Mitgründer von Microsoft revolutionierte er die Computerbranche und wurde zwischen 1995 und 2007 zum reichsten Menschen der Welt. Später investierte er Milliarden in wohltätige Projekte und machte die Gates Foundation zu einer der finanzstärksten Stiftungen überhaupt. Doch neben seinen Erfolgen sorgten geschäftliche Entscheidungen, persönliche Kontakte und die Arbeit seiner Stiftung immer wieder für Kritik.
Schon als Schüler vom Computer fasziniert
Bill Gates wurde 1955 in Seattle geboren. Bereits als Jugendlicher zeigte Gates großes Interesse an Computern. An der privaten Lakeside School lernte er Paul Allen kennen, mit dem ihn die Begeisterung für Technik verband. Beide nutzten jede Gelegenheit, um an Rechnern zu arbeiten.
Gemeinsam mit Freunden übernahm Gates später Programmieraufträge für die Schule. Zu seinem engsten Umfeld gehörte Kent Evans, der jedoch noch vor Abschluss eines Projekts bei einem Unfall starb. Der Verlust traf Gates schwer. Nach einem herausragenden Ergebnis von 1590 von 1600 Punkten im amerikanischen SAT-Test begann er 1973 ein Studium in Harvard. Dort lernte er auch Steve Ballmer kennen, der Jahre später Microsoft-Chef werden sollte.
Aus einem Studienabbruch entsteht Microsoft
1975 brach Gates sein Studium ab, um gemeinsam mit Allen Software für den Altair 8800 zu entwickeln. Obwohl die beiden zunächst noch kein fertiges Produkt hatten, gelang ihnen eine erfolgreiche Präsentation bei MITS. Kurz darauf erhielten sie den Auftrag zur Softwareentwicklung und legten damit den Grundstein für Microsoft .
Der große Durchbruch kam Anfang der 1980er-Jahre, als IBM auf das junge Unternehmen zuging. Microsoft beschaffte zunächst ein Betriebssystem, entwickelte es weiter und stellte es IBM als DOS zur Verfügung. Gates trieb das Unternehmen mit großer Akribie voran und sagte später, er habe jede Code-Zeile der ersten fünf Jahre selbst geschrieben, überprüft oder überarbeitet.
1985 kam Windows 1.0 auf den Markt, und ein Jahrzehnt später verbarg Windows 95 die DOS-Eingabemaske und wurde damit wirklich massentauglich. Gleichzeitig häufte sich die Kritik. Die US-Kartellbehörden warfen dem Konzern vor, seine dominante Stellung bei Betriebssystemen auszunutzen und Konkurrenten wie Netscape zu benachteiligen. 2001 einigte sich Microsoft mit den Behörden und verpflichtete sich zu Änderungen.
Milliarden für gute Zwecke – und neue Kritik
1994 heiratete Gates Melinda French. Im Jahr 2000 gründeten beide die Gates Foundation. Mehr als 60 Milliarden US-Dollar flossen von ihnen in die Stiftung, die Projekte gegen Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, HIV und Covid-19 unterstützt, Bildungsprogramme finanziert, den Kampf gegen Hunger fördert und sich für Gleichstellung engagiert.
Doch auch die Stiftung blieb nicht frei von Kontroversen. Laut „ LA Times “ wurde kritisiert, dass Gesundheitsprogramme in Afrika unbeabsichtigte Folgen für die allgemeine medizinische Versorgung gehabt hätten. Der Guardian berichtete über Vorwürfe, die Stiftung stütze sich im Agrarbereich zu stark auf westliche Unternehmen. Für Diskussionen sorgten außerdem eine Auszeichnung für den indischen Premier Narendra Modi sowie eine Investition von 2,2 Millionen US-Dollar in einen privaten Gefängnisbetreiber.
Kontroversen auch nach dem Microsoft-Abschied
2020 verließ Gates den Microsoft-Vorstand, ein Jahr später folgte die Scheidung von Melinda Gates. Seitdem steht er weiterhin regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit. Debatten gab es unter anderem über seinen Umgang mit Mitarbeitern während der Microsoft-Zeit, seine Treffen mit Jeffrey Epstein nach dessen erster Haftstrafe, seine Aussagen zum Klimawandel sowie seine Haltung zur Facebook-Sperre von Donald Trump .
Auch seine Position während der Corona-Pandemie wurde kontrovers diskutiert. Kritiker warfen ihm vor, durch seine Unterstützung des klassischen Pharmamodells den Zugang ärmerer Länder zu Impfstoffen erschwert zu haben.
Auch mit 70 Jahren zählt Bill Gates weiterhin zu den einflussreichsten und meistbeobachteten Persönlichkeiten der Welt. Seine Geschichte bleibt eine Mischung aus technologischem Erfolg, gewaltigem gesellschaftlichem Engagement und anhaltenden Kontroversen.