Der nächste Rekord: Deutschlands Pleitewelle erreicht eine neue Stufe
Startseite Wirtschaft Der nächste Rekord: Deutschlands Pleitewelle erreicht eine neue Stufe Uns auf Google folgen Über 13 000 verlorene Arbeitsplätze, ein neuerlicher Höchststand bei den Frühindikatoren – und erstmals gerät auch der Finanzsektor spürbar unter Druck. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet: Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland sind im Juli nahezu unverändert geblieben. Die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze ging leicht zurück, liegt aber weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Die Frühindikatoren deuten auch für die kommenden Monate auf sehr hohe Insolvenzzahlen hin. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand. 75 Prozent mehr Pleiten als vor Corona Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im Juli bei 1 689. Das sind 1% weniger als im Juni, aber 7% mehr als im Juli 2025. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie – liegt die aktuelle Zahl um 75% höher. Die Zahl der Insolvenzen bleibt damit auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Wenn die Pleitewelle Jobs frisst Besonders hart trifft es die Beschäftigten großer Unternehmen: Mehr als 13 000 Arbeitsplätze waren im Juli allein in den zehn Prozent größten insolventen Firmen betroffen – 26 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, 47 Prozent über Vor-Corona-Niveau. In der Industrie waren es knapp 6 000 Jobs, etwas mehr als im Schnitt der vergangenen zwölf Monate, aber noch unter den Höchstständen der Jahreswende 2024/2025. Neu unter Druck: die Finanzwirtschaft Bislang konzentrierte sich die Insolvenzwelle vornehmlich auf Handel, Bauwirtschaft und Dienstleistungssektor. Nun tritt ein weiterer Bereich hinzu: Sowohl bei unternehmensnahen Dienstleistungen als auch im Finanz- und Versicherungswesen registrierte das IWH die höchsten je gemessenen Insolvenzzahlen. Eine Ausnahme bleibt das Gastgewerbe. Dort blieb die Zahl der Insolvenzen zuletzt vergleichsweise stabil. Der Ratgeber für Entscheider Der kostenlose Newsletter von Markt und Mittelstand liefert Ihnen zweimal pro Woche alles Wichtige für Sie als mittelständische Unternehmer, aktuelle Trends für Strategie und Finanzierung, nutzwertige Best-Practice-Beispiele aus dem Mittelstand sowie praxisrelevante Studien und aktuelle Forschungsergebnisse. Jetzt den "Markt und Mittelstand"-Newsletter kostenlos abonnieren Die Aussichten trüben sich weiter ein Die IWH-Frühindikatoren, die dem tatsächlichen Insolvenzgeschehen üblicherweise um zwei bis drei Monate vorauseilen, erreichten im Juli einen neuen Höchststand – leicht oberhalb des bisherigen Rekords vom Juli 2025. IWH-Forschungsleiter Steffen Müller führt dies auf die aufgezehrten finanziellen Reserven vieler kleinerer Unternehmen zurück. Für viele kleinere Unternehmen sind die finanziellen Reserven inzwischen aufgebraucht. Die Marktbereinigung dürfte deshalb weitergehen.