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Der neue Zaun der Ukraine wehrt russische Drohnen ab - so funktioniert er

Technologie

Die Ukraine setzt einen neuen Spezialzaun gegen russische Angriffsdrohnen ein, die nicht per Funk, sondern über Glasfaserkabel gesteuert werden. Das System soll die Leitungen im Flug erfassen und kappen, berichtet das Fachmagazin „New Scientist“.

Solche Drohnen bereiten der ukrainischen Armee seit Monaten Probleme. Herkömmliche Störsender helfen kaum, weil die Steuerung nicht über Funk läuft. Stattdessen spult die Drohne beim Flug ein Kabel ab, das oft über viele Kilometer reicht. Laut dem Bericht fliegen rund 60 Prozent der russischen FPV-Angriffsdrohnen inzwischen mit dieser Technik.

Glasfaser-Drohnen umgehen Störsender

Noch 2024 setzte Russland davon nur wenige ein. Damals erreichten die Geräte nur einige Kilometer. Inzwischen sind Modelle mit 20 Kilometern Reichweite verbreitet, auch Versionen mit 50 Kilometern tauchen auf. In manchen Frontabschnitten liegen bereits ganze Stränge aus weggeworfenen Glasfaserkabeln in der Landschaft.

Bisher schützte die Ukraine wichtige Straßen und einzelne Stellungen vor allem mit Netzen. Über vielen Zufahrtswegen entstanden regelrechte Tunnelsysteme, damit Drohnen hängen bleiben oder vorzeitig explodieren. Für große Anlagen ist das kaum praktikabel. Umspannwerke, Depots oder andere ausgedehnte Ziele lassen sich nicht einfach komplett überdachen.

Chaharnyk zieht Kabel in ein Messerwerk

Dafür wurde das System „Chaharnyk“ entwickelt. Das Gerät hört mit einem akustischen Sensor, ob eine Drohne über den Zaun fliegt. Dann setzt ein motorisierter Mechanismus Haken in Bewegung. Sie greifen das Glasfaserkabel, ziehen es nach unten und führen es zu einer Schneideeinheit. Dort wird die Leitung getrennt. Danach verliert die Drohne die Verbindung und kann ihr Ziel nicht mehr ansteuern.

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Der Name „Chaharnyk“ lässt sich sinngemäß mit „Gebüsch“ übersetzen. Gebaut wird der Zaun vom Kiewer Logika Design Bureau. Geliefert wird die Anlage in zwei jeweils 50 Meter langen Teilen. Zwei Personen sollen es in weniger als einer Stunde aufbauen können.

Der Zaun läuft mit Batterien, ist wetterfest und lässt sich per Fernbedienung ein- und ausschalten. Das wird vor allem wichtig, wenn eigene ukrainische Drohnen darüber hinwegfliegen.

Schutz für Straßen, Stellungen und Umspannwerke

Aufgestellt werden kann die Anlage:

quer über bekannte Anflugrouten

rund um Stellungen an der Front

zum Schutz größerer Anlagen im Hinterland

an Orten, die sich nicht mit Netzen überdecken lassen

Auch weiter hinter der Front kommt der Einsatz infrage. Roy Gardiner von der Initiative Defense Tech for Ukraine hält den Zaun laut „New Scientist“ für nützlich, um große und verwundbare Anlagen zu schützen. Für Umspannwerke könne das System „erheblichen Schutz gegen weitreichende Glasfaser-FPV-Drohnen“ bringen.

Sensor muss sich im Gefechtslärm beweisen

Der Hersteller spricht von einer Erfolgsquote von 95 Prozent. Entscheidend ist aber, dass der Sensor die Drohne rechtzeitig erkennt. Daran gibt es Zweifel. Gardiner sagt: „Die Zuverlässigkeit des akustischen Erkennungssystems, Bedrohungen im Lärm des Schlachtfelds zu unterscheiden, muss erst noch bewiesen werden.“

Dass neue Waffen oft nur für kurze Zeit einen Vorsprung verschaffen, sagte auch der finnische Europaabgeordnete und frühere Generalmajor Pekka Toveri. Drohnen seien „keine Silberkugeln, die einen Krieg allein gewinnen“, erklärte er bei einer Rede im Europaparlament.

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