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Der rasante Aufstieg und Fall der deutschen Telefonkarte

Technologie

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Telefonkarten erleichterten das Telefonieren an öffentlichen Fernsprechern und wurden in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren zu einem Massenprodukt. Mit dem Siegeszug des Mobilfunks verschwand ihre Bedeutung jedoch rasch. Heute sind die Karten vor allem Sammelobjekte, deren Wert meist nicht mehr im ehemaligen Guthaben liegt.

Die Idee, ohne Kleingeld zu telefonieren, ist deutlich älter als die Telefonkarte. Bereits ab 1883 konnten in bayerischen Städten sogenannte Telephon-Billetts gekauft werden. Sie ermöglichten die Nutzung öffentlicher Telefonstationen für eine festgelegte Zeit.

Der Beginn der Telefonkarte

1983 startete die Deutsche Bundespost in Frankfurt am Main einen Feldversuch mit Telefonkarten. Dafür wurden spezielle Telefonzellen mit Kartenlesern entwickelt. Weitere Tests folgten unter anderem in Bonn, Aachen, Goslar und Bamberg.

Zunächst war offen, ob die Karten mit Magnetstreifen oder Chip erscheinen sollten. 1986 fiel die Entscheidung zugunsten der Chipkarte, da sie als schwerer zu fälschen galt. Bereits ein Jahr nach dem Start des Regelbetriebs waren sechs Millionen Karten verkauft.

Sammelobjekt mit gesunkenem Marktwert

Zu den frühen Sammlern gehört Hans-Peter Kroner. Er erinnert sich, wann und wie er zu seiner Sammelleidenschaft kam: „Nach der Phase mit den ersten neutralen Telefonkartenmotiven, als die Telekom sowie andere Unternehmen Werbekarten mit schönen und interessanten Motiven herausgegeben hatten.“

Viele Sammler bewahren ungenutzte Karten auf. Das frühere Guthaben ist jedoch verloren. Laut Kroner wurden die Karten durch die Telekom vor mehr als zehn Jahren für verjährt erklärt. Ein Umtausch oder eine Erstattung des Restguthabens erfolgte nicht.

Mobilfunk beendet den Boom

Nach dem Mauerfall stiegen die Verkaufszahlen von Telefonkarten zunächst stark. Die Deutsche Post ersetzte in Ostdeutschland zahlreiche Münzfernsprecher durch Kartentelefone. Bis Ende 1993 wurden mehr als 100 Millionen Telefonkarten verkauft.

1998 wurde die 500-millionste Karte ausgegeben. Gleichzeitig begann der Abwärtstrend. Immer mehr Menschen telefonierten mobil. Öffentliche Telefonzellen verschwanden schrittweise. Die letzten Kartentelefone wurden erst 2023 außer Betrieb genommen. Heute werden viele Telefonkarten auf Verkaufsplattformen für rund einen Euro angeboten.

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