Der US-Laser Locust X3 soll Geran-2 und andere Drohnen der Gruppe 3 in wenigen Sekunden bekämpfen und auf Fahrzeugen eingesetzt werden
Die US-Armee setzt bei der Abwehr größerer Drohnen auf eine neue Laserwaffe. Der Locust X3 soll auch russische Geran-2-Drohnen bekämpfen können, berichtet das finnische Fachmagazin „Tekniikka & Talous“.
Anfang September vergab die Armee dafür einen Produktionsauftrag im Wert von umgerechnet rund 403 Millionen Euro an AeroVironment. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um den ersten Produktionsvertrag für eine Hochenergie-Laserwaffe in der Geschichte des US-Militärs.
Der Locust X3 gehört zur Leistungsklasse von etwa 30 Kilowatt. AeroVironment beschreibt ihn als dritte Generation des Systems und gibt eine Leistung von 20 bis mehr als 35 Kilowatt an.
Neuer Laser soll Drohnen in Sekunden treffen
Der Locust X3 ist für Drohnen der sogenannten Gruppe 3 vorgesehen. Nach der Einteilung des US-Verteidigungsministeriums handelt es sich dabei um unbemannte Fluggeräte mit einem Startgewicht von weniger als 600 Kilogramm, einer Flughöhe von unter 5,5 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von weniger als 465 km/h.
Dazu zählen etwa die iranische Shahed-136 und deren russische Variante Geran-2, so das Center for Strategic and International Studies (CSIS). Ein solches Ziel könne innerhalb weniger Sekunden bekämpft werden. Die US-Armee soll in den kommenden Jahren Dutzende Systeme erhalten und will sie auf Fahrzeugen einsetzen.
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JLTV liefert den nötigen Strom
Als erstes Fahrzeug ist das 10,2 Tonnen schwere Joint Light Tactical Vehicle, kurz JLTV, vorgesehen. Bei der technischen Ausstattung geht es dabei um die elektrische Versorgung des Lasers. Für das Fahrzeug ist ein Generator mit einer Leistung von bis zu 70 Kilowatt vorgesehen.
Diese Leistung darf nicht mit der optischen Leistung des Laserstrahls gleichgesetzt werden. Die elektrische Energie muss zunächst in die Laserstrahlung umgewandelt werden. Der Wert von 70 Kilowatt beschreibt daher die mögliche Stromversorgung des Waffensystems und nicht einen 70-Kilowatt-Laser.
Neue Geran-Drohnen erschweren die Abwehr
Der Bedarf an solchen Abwehrsystemen wächst auch durch die Weiterentwicklung russischer Flugkörper. Russland setzt zunehmend auf schnellere Geran-Drohnen und Banderol-Marschflugkörper.