Der vierte EM-Tag im Überblick Speerwerfer Weber stark - DLV-Trio im Hindernis-Finale
Die Wettkämpfe hier im Live-Ticker. Speerwurf: Julian Weber mit Top-Weite ins EM-Finale Er kam, warf - und ballte die Faust. Julian Weber, bei der WM 2025 in Tokio noch enttäuschter Fünfter, hat die Qualifikation fürs Speerwurf-Finale am Samstag (15.08.026, 21.01 Uhr) in großer Hitze im ersten Versuch mit starken 84,02 m gemeistert. Als europäischer Jahresbester gilt Weber als erster Anwärter auf den EM-Titel. Es wäre sein zweiter nach München 2022. In Rom 2024 gewann Weber Silber. "Ich bin entspannt. Ich will einfach schön und weit werfen im Finale - und dann läuft das", blickte Weber aufs Finale voraus. Grund zur Freude hatte in der Qualifikation auch der 21 Jahre alte Nick Thumm: Mit persönlicher Bestleistung von 83,49 m buchte der EM-Debütant ebenfalls einen Finalplatz. Thomas Röhler hatte nach seinen Vorleistungen auch mit dem Finale gerechnet. Er kam aber nur auf 78,67 m und schied aus. 3000 m Hindernis: Ruppert und Bebendorf nehmen "erste Hürde" Es ist alles bereit für ein erfolgreiches EM-Finale über 3000 m Hindernis am Sonntag (16.08.2026, 21.50 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de): Der Europarekordler Frederik Ruppert und der Zweite der europäischen Jahresbestenliste, Karl Bebendorf, überstanden ihre Vorläufe souverän und kamen jeweils wie gefordert unter die ersten Acht. Mit Niklas Buchholz zog auch der dritte deutsche EM-Starter auf dieser Strecke ins Finale ein. Ruppert und Bebendorf sind in diesem Sommer in Topform unterwegs und nach den bisher gezeigten Leistungen Medaillenanwärter. "Ich will ein gutes Rennen machen und in die Top 8 kommen. In einer perfekten Welt ist vielleicht Rang drei möglich", sagte Bebendorf mit Blick aufs Finale. Ruppert blieb vor einigen Wochen als erster Europäer überhaupt in 7:57,80 Minuten unter der 8-Minuten-Marke. Entsprechend selbstbewusst formuliert er: "Ich habe immer gesagt, es soll Gold werden. Das ist auch mein Ziel. Aber ich habe noch nie eine Medaille geholt, von daher wäre das schon grandios." 800 m: Drama um Werro - Appell von Kolbe Die Halbfinals über 800 m verliefen dramatisch: Im ersten stürzte Titelfavoritin Audrey Werro aus der Schweiz etwa 150 Meter vor dem Ziel und schien so das Finale verpasst zu haben. Doch das Wettkampfgericht entschied später, dass sie am Freitag (14.08.2026, 22.46 Uhr) doch starten darf. Im zweiten Halbfinale verpasste EM-Debütantin Smilla Kolbe in 1:58,21 Minuten den Einzug ins Finale um winzige zwei Hundertstelsekunden. Im Spprtschau-Interview danach ärgerte sie sich darüber nur wenig. Wichtiger war ihr, mehr Respekt für die deutschen Athletinnen und Athleten im Netz anzumahnen. Sie verurteilte rassistische Kommentare, die sie dort lese. Zehnkampf: Krimi mit Neugebauer und Kaul Als wäre ein Zehnkampf nicht sowieso schon spannend und anstrengend genug: Der Stabhochsprung, die achte Disziplin, zog sich bei großer Hitze gefühlt ewig. Grund dafür waren Probleme auf einer der beiden Anlagen. Nervenstark zeigte sich in diesem Durcheinander Leo Neugebauer, der am Ende noch 4,90 m übersprang. Dieselbe Höhe meisterte Niklas Kaul. Amadeus Gräber überquerte sogar 5,10m und war damit der Beste in dieser Disziplin. Vor dem Speerwurf und dem 1500-m-Lauf liegt Neugebauer auf Platz eins. Kaul folgt mit einem Rückstand von 358 Punkten auf Rang vier. Doch den kann der Ex-Weltmeister noch aufholen, weil er vor allem im Speerwurf sowie im abschließenden Lauf deutlich stärker einzuschätzen ist als Neugebauer. Gräber ist bei seiner EM-Premiere starker Siebter. Hochsprung: Honsel im EM-Finale Die erfahrene Christina Honsel hat als Einzige aus einem deutschen Trio das Hochsprung-Finale erreicht. Die 29-Jährige übersprang wie 14 Konkurrentinnen in der Qualifikation 1,91 m, deswegen werden am Samstag (15.08.2026, 21.07 Uhr, im Live-Ticker bei sportschau.de) insgesamt 15 Teilnehmerinnen um den Titel springen. Anna-Elisabeth Ehlers und Dorothea Gantert kamen nicht über 1,84 m hinaus, sie schieden in der Qualifikation aus. 200 m: Hartmann mit Halbfinal-Einzug noch nicht satt Aus dem Trio, das für den DLV über 200 m an den Start geht, musste nur Joshua Hartmann im Vorlauf antreten - 100-m-Bronze-Gewinner Owen Ansah und Kameron Horton sind für das Halbfinale am Abend (21.05 Uhr) gesetzt. Hartmann machte seine Sache am Vormittag sehr gut - der 27-Jährige bestimmte das Rennen von vorne und siegte in 20,61 Sekunden. Sein Ziel formulierte er kurz und knapp: "Ich freue mich aufs Halbfinale - und will ins Finale." In den beiden anderen Läufen war nur der Italiener Filippo Dezza schneller als der Kölner. Läuft im Halbfinale alles nach Plan, wird der Brite Zharnel Hughes am Freitagabend (14.08.2026, 22.25 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de) als Favorit ins Finale starten. 400 m Frauen: Aus für Martin im Halbfinale Das Finale über 400 m der Frauen am Samstag findet erwartungsgemäß ohne deutsche Beteiligung statt. Die 20 Jahre alte Johanna Martin wurde in ihrem Halbfinale in 51,34 Sekunden Fünfte und schied aus. Schnellste der Halbfinals war die Polin Natalia Bukowiecka. Ebenfalls ins Finale schafften es die Favoritinnen Lieke Klaver aus den Niederlanden, Henriette Jaeger aus Norwegen und die Tschechin Lurdes Gloria Manuel.