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Der Wiederaufbau des Ahrtals zeigt, wie teuer die Klimakrise uns zu stehen kommt

Wissenschaft

Startseite Meinung Kommentare Fünf Jahre nach der Flut: Der Wiederaufbau des Ahrtals zeigt, wie teuer die Klimakrise uns zu stehen kommt Von: Pitt von Bebenburg Uns auf Google folgen Die Flutkatastrophe im Ahrtal kostete 135 Menschen das Leben, der Wiederaufbau dem Land Milliarden. Zahlreiche Lehren, etwa beim Katastrophenschutz, wurden gezogen. Doch es kann wieder passieren. Der Leitartikel. Lange dachten viele Menschen, der Klimawandel zeitige Folgen nur für entfernte Inseln, die unter steigendem Meeresspiegel zu verschwinden drohen, oder am Nordpol, wo die Eisschmelze die Eisbären bedroht. Kein Ereignis hat diese Fehleinschätzung so dramatisch offenbart wie die bis dahin unvorstellbare Flut im Ahrtal von 2021. Fünf Jahre später wissen wir: Die Klimakatastrophe bedroht die Menschen auch hierzulande ganz unmittelbar. Doch dass durch die reißende Flut im Ahrtal die schrecklich hohe Zahl von 135 Menschen ums Leben kam, lässt sich nicht allein damit erklären. Etliche der Todesfälle wären zu vermeiden gewesen, wenn rechtzeitig gewarnt und der Katastrophenfall ausgerufen worden wäre. Juristisch wurde für die Flut im Ahrtahl niemand haftbar gemacht Rheinland-Pfalz war organisatorisch nicht vorbereitet. Hinzu kam das menschliche Versagen von Entscheidungsträgern wie dem überforderten Landrat Jürgen Pföhler. Juristisch wurde niemand dafür haftbar gemacht. Aber zumindest politisch wurde umfassend aufgearbeitet, in einem Untersuchungsausschuss und einer Enquetekommission. Katastrophenschutz genießt inzwischen bundesweit eine weit höhere Priorität, nicht nur wegen der Ahrflut, sondern auch wegen hybrider Bedrohungen und Sorgen vor einem Blackout. Appell an die gesamte Bevölkerung: Sich so gut wie möglich vorbereiten auf alles, was da kommen kann Inzwischen ist klarer geregelt, wer in welchem Fall Verantwortung trägt. In den Kommunen muss es dafür Hauptamtliche geben und nicht mehr Personen im Ehrenamt wie bisher. Menschliches Versagen in einer Extremsituation wird niemand ganz verhindern können, aber Übungen können vorbereiten. Das alles ist verbunden mit dem Appell an die gesamte Bevölkerung, sich so gut wie möglich vorzubereiten auf alles, was da kommen kann. Der Wiederaufbau des Ahrtals zeigt, wie teuer die Klimakatastrophe uns zu stehen kommt. Mit den Milliarden für den Neubau von Straßen, Brücken, Schienen und Gebäuden ist es längst nicht getan. Nötig sind weitere Milliarden für die Vorsorge. Es wäre richtig, wenigstens die verbliebenen Mittel aus dem Ahrtal-Wiederaufbau-Fonds von Bund und Land auch dafür zur Verfügung zu stellen. Fahrlässig wäre es, auf große Rückhaltebecken zu verzichten, die bei großen Niederschlagsmengen vieles auffangen könnten. Eine weitere Flut dieser Dimension im Laufe der nächsten Jahrzehnte ist nicht unwahrscheinlich Selbst wenn die Politik endlich gegensteuern würde gegen die Klimakrise, ist eine weitere Flut dieser Dimension im Laufe der nächsten Jahrzehnte nicht unwahrscheinlich. Im Ahrtal weiß man das. Der Fluss wird mehr Ausweichfläche bekommen, wo das möglich ist. Brücken werden so gebaut, dass sich zwischen ihren Pfeilern nicht wieder große Hindernisse wie Bäume, Autos und Häuserteile verkeilen, was vor fünf Jahren zu desaströsem Rückstau führte. Doch eines ist und bleibt zutiefst irritierend: Viele Menschen errichten ihre Häuser genau dort wieder, wo sie im Juli 2021 weggerissen wurden. Sie bemühen sich zwar, besser zu bauen und etwa im Erdgeschoss keine Wohn- und Schlafräume einzurichten. Doch letztlich nehmen sie erhebliche Gefahren in Kauf. Die Erinnerung an die Flut ist mit dem Gedanken an die immense Solidarität jener Tage verbunden Individuell ist dieses Verhalten nachvollziehbar. Versicherungs- und Wiederaufbau-Leistungen sind daran gebunden, dass nur der erfolgte Schaden repariert und kein Neubau-Projekt bezahlt wird. Viele haben kein Geld für Alternativen und wollen im Ahrtal bleiben. Immerhin gibt es zwei positive Botschaften: Es ist sehr zu begrüßen, dass im Ahrtal nun Nahwärmenetze aus erneuerbaren Energien entstehen, wo früher mit Öl geheizt wurde – nach der Flut stand tagelang ölverseuchtes Wasser in den zerstörten Gebäuden.

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