Desinformationskampagne aus Russland: MDR warnt vor gefälschten Videos und Desinformationskampagne
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist nach eigenen Angaben Ziel einer mutmaßlich aus Russland gesteuerten Desinformationskampagne geworden. Wie die Landesrundfunkanstalt unter Berufung auf Sicherheitsbehörden mitteilte, soll die Kampagne unter anderem darauf abzielen, die öffentliche Meinungsbildung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beeinflussen. In einem dem Sender vorliegenden Datensatz sind seit dem 24. Juli insgesamt 338 Beiträge von gefälschten Videos mit MDR-Logo und erfundenen Vorwürfen gegen Politiker gesammelt worden. In mehreren Fällen sei dabei der MDR als vermeintlicher Absender missbraucht worden, sagte der Sender. Die Beiträge würden der als »Matrjoschka« bekannten Desinformationskampagne zugerechnet, hieß es weiter. In gefälschten Videos werden demnach unter anderem Landes- und Kommunalpolitikern frei erfundene schwere Straftaten vorgeworfen. Viele Beiträge seien mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden, hieß es. Um glaubwürdig zu wirken, würden Logos und Titelseiten bekannter Medienmarken wie Tagesschau und Spiegel verwendet. Spaltung als Ziel Kampagnen wie diese gibt es schon länger. Nach Angaben des Auswärtigen Amts von vor einigen Tagen reihen sie sich in die hybride Bedrohung durch Russland ein. Dahinter stehe ein ganzes Desinformationssystem staatlicher und nichtstaatlicher Akteure. Kurzfristig würden alle Anlässe genutzt, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und zu polarisieren. Wie der Inlandsnachrichtendienst mitteilte, soll die Desinformationskampagne seit Ende Juni darauf abzielen, eine gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland zu bewirken. Seit diesem August tauchen etwa vermehrt Beiträge unter dem Hashtag »TimeToDivideGermany« (»Zeit, Deutschland wieder zu teilen«) auf. Fälschungen teils schwer zu erkennen MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann sagte: »Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien.« Der MDR stehe für verlässliche, faktenbasierte und unabhängige Berichterstattung und werde daran festhalten. Für Nutzerinnen und Nutzer sind solche Fälschungen oft nur schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden. Der MDR wies auch darauf hin, dass geprüfte und zuverlässige Beiträge des Senders auf der eigenen Internetseite sowie auf den offiziellen Social-Media-Kanälen zu finden sind.