Deutsche-Bank-CEO warnt vor populistischen Parteien
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Frankfurt (Main) – Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt Deutschlands größter Banker vor den wirtschaftlichen Folgen eines starken AfD‑Ergebnisses. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (56) fürchtet, dass ein Wahlerfolg der Partei den Blick internationaler Investoren auf Deutschland deutlich verschlechtern könnte.
Beim Handelsblatt-Bankengipfel in Frankfurt sprach Sewing über Abschottung und einen möglichen Austritt Deutschlands aus dem Euro. Einen Euro-Austritt bezeichnete er – ohne die AfD an dieser Stelle ausdrücklich zu nennen – als „Gift für die deutsche Wirtschaft“ und „Gift für den deutschen Wohlstand“.
AfD-Erfolg könnte Investitionen gefährden
Kurz zuvor war Sewing gefragt worden, was eine absolute Mehrheit der AfD am Sonntag für Deutschland bedeuten würde. Er hoffe persönlich, „dass das nicht passiert“, sagte der Bankchef. Internationale Investoren würden Deutschland dann deutlich kritischer sehen. „Der Blick von internationalen Investoren auf Deutschland würde auf jeden Fall negativer werden“, sagte Sewing. Viele bereits angekündigte Investitionen würden „zumindest infrage gestellt“.
Zugleich stellte er klar, dass nicht schon am Montag sämtliche Investitionsentscheidungen zurückgenommen würden. Aber der Blick auf Deutschland würde sich „sehr, sehr ändern“.
Sewing warnt vor Abschottung und Nationalismus
Schon zuvor hatte der Deutsche-Bank -Chef ausdrücklich vor populistischen Parteien gewarnt. Sie gäben vor, einfache Antworten zu haben, setzten aber auf Ideen, die dem deutschen Erfolgsmodell widersprächen. Abschottung und Nationalismus schwächten den Wirtschaftsstandort, schreckten Investitionen und Fachkräfte ab und gefährdeten das Wachstum. Einen solchen Weg halte er „für absolut falsch für Deutschland“.
Gerade Wachstum sei wichtig, um Wohlstand zu sichern, sozialen Aufstieg zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Ohne Wachstum werde der Streit ums Geld härter und der Staat habe weniger Spielraum.